Allgemein bekannt ist, dass man so schnell wie möglich wieder aufs Pferd steigen sollte. In Kambodscha noch konnte ich es jedoch noch umgehen wieder auf einem Roller oder gar Motorrad zu fahren. Zum Glück jedoch war mein nächstes Ziel Vietnam, wo es schier unmöglich ist, nicht Moto zu fahren.
Ins Mekong Delta
Planlos wie selten bin ich nach Vietnam mit dem Bus gefahren, hatte mir nur ein Busticket bis zur Grenze gekauft, um mich dann dort fürs nächste Ziel zu entscheiden. Die Wahl fiel auf Cantho, weil mehrere Leute aus dem Grenzbus auch dorthin wollten. Entgegen der Ansage, wir würden mit einem Touribus direkt nach Cantho fahren (leider sollte sich diese Unehrlichkeit auch wie ein roter Faden durch Vietnam ziehen), mussten wir nicht nur umsteigen, sondern auch mit Taximotos zum Busbahnhof fahren. Ihr könnt euch sicher das Wechselbad der Gefühle vorstellen, dass ich durchlaufen habe: Jetzt ist es so weit, na gut, ich bekomme einen Helm, gut, ich muss meinen Rucksack nicht aufsetzen, aber der Verkehr ist schon beängstigend, also Augen zu und durch.
In Cantho angekommen gings dann nach extremst waghalsiger Busfahrt wieder auf einem Moto in die Innenstadt, diesmal mit Rucksack auf dem Rücken. Doch trotz extremeren Verkehrs habe ich mich schon bedeutend besser gefühlt und musste die Augen nicht mal auf den Kreuzungen schließen, was auch am angenehmen Fahrstil meiner Fahrerin gelegen hat.
Gemeinsam mit einem Paar aus Schottland und einer Malaysierin habe ich dann schließlich auch meinen Tourimarathon in Vietnam begonnen, genug Kraft und Energie hatte ich ja in Kambodscha sammeln können. Der erste Programmpunkt war ohne Verschnaufpause (5 Uhr am Morgen klingelte schon wieder der Wecker) eine Bootsfahrt zu schwimmenden Märkten, vorbei an Reisfeldern durch kleinere Kanäle und an Dörfern vorbei.
Was ich mir auch nicht entgehen lassen wollte, wo es doch so wärmstens vom Lonely Planet empfohlen wird, war ein Homestay bei Vinh Long. Ich hätte aber aus Erfahrung wissen müssen, dass man dem Lonely Planet nicht trauen darf. Es war echt hübsch, ich bin viel mit dem Fahrad durch die Dörfer gefahren, die Menschen waren alle wunderbar freundlich und auch meine Hütte war sehr hübsch. Aber unter Homestay stelle ich mir etwas anderes vor.


Ho Chi Minh Stadt
Mit Moto und Bus gings dann nach Ho Chi Minh Stadt – im ländlichen Vinh Long alles kein Problem: Wenig Verkehr, viel zu gucken, Rucksack nicht auf dem Rücken. Doch in der Großstadt kam dieses ungute Gefühl wieder. Starker Verkehr, viel zu schnelles Beschleunigen des Fahrers und einen viel zu schweren Rucksack auf dem Rücken, der in der Luft schwebte und ich so mehrfach fast hinten über gekippt wäre. Doch dank meiner hervorragenden Bauchmuskulatur ist wieder mal alles gut gegangen.
Nach aller Ländlichkeit konnte ich das Großstadtleben mitsamt Verkehr richtig gut genießen. Ich finde sogar immer mehr Gefallen daran. Ich bin viel durch die Stadt gelaufen und im Gegensatz zu Phnom Penh habe ich in kürzester Zeit ziemlich viel gesehen und getan, mein hartnäckigstes Feilschen auf dem Markt an den Tag gelegt, vor geschlossenen Türen der Kathedrale gestanden, die schönste Post der Welt bestaunt, das Kriegsmuseum besichtigt, ne Touritour zu den Cu Chi Tunneln und dem Cao Dai Great Tempel unternommen, wo wir einer Messe sehen konnten von Anhängern einer Religion, die Buddhismus, Konfuzianismus und Christentum verbindet.

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Da Lat
Nach nur 2 Tagen gings auch schon wieder weiter, ich hatte es eilig in den Norden Vietnams zu kommen. Kaum aus dem Bus in Da Lat aus gestiegen, wurde ich schon von einem Easy Rider angesprochen. Eigentlich konnte ich so was nie leiden, wollte erst mal ankommen und auch Hotels habe ich mir fast immer lieber selbst und zu Fuß organisiert. Dieser Teil der Reise ist aber inzwischen zum meist gehassten geworden. Inzwischen vertraue ich also lieber den Motofahrern voll und ganz und überlasse ihnen die Arbeit: Ich nenne ihnen den Preis, den ich bereit bin zu zahlen und dann sollen sie mir ein hübsches Zimmer präsentieren. Und wenns mir nicht gefällt, geht die Fahrt weiter zum nächsten Guesthouse. Funktioniert prima.
Bei den Easy Ridern kam noch hinzu, dass es toll sei, sich die Umgebung von Dalat auf ihrem Motorrad zeigen zu lassen. Und so saß ich schon am nächsten Tag in freudiger Erwartung auf 2 Tage durch die Berglandschaft Zentralvietnams. Eine weitere Abneigung baue ich auch immer weiter ab: Mir einen Guide zu nehmen. Weiterhin habe ich keinen Bock auf große Tourigruppen, am besten noch als Busreise, aber so ein Guide und wenn er dann auch noch so toll wie mein Easy Rider Son ist, ermöglicht einfach einen noch viel tieferen Einblick in Land und Leben.
Neben Touriattraktionen in und um Da Lat (Bahnhof, französische Häuser, das Crazy House, Wasserfälle und Tempel, Seidenfabrik, diverse Plantagen und und und) konnte ich ihn alles fragen über die Kultur, er hat mich dazu gebracht eine Seidenraupe zu probieren (trotz des großen Angebots bin ich bisher noch gut um Insekten herum gekommen, außer natürlich das unbewusste Schlemmen) und ich hatte meinen erwünschten Homestay in einer super netten Familie, wo ich in einem der Kinderzimmer geschlafen, mit den Kindern ein wenig englisch gesprochen, mit dem Vater und Son geraucht, getrunken und Musik gemacht habe (Gitarre, Schüssel-Flaschen-Stäbchen-Percussion und natürlich singen). Dabei habe ich auch erfahren, dass Vietnamesinnen eigentlich nie trinken oder rauchen, aber bei den Ausländerinnen sei das total okay und gar nicht komisch für sie, sei eben eine andere Kultur.


Hoi An
Mit dem Nachtbus gings direkt weiter nach Hoi An an der Küste, einem weiteren Punkt auf meinem Tourimarathon, aber zumindest habe ich mir 2 weitere Küstenstädte gespart, die die meisten Backpacker mit dem Open Tour Busticket (feste Strecke, offenes Datum) anfahren. Auch war ich die einzige Ausländerin im Bus, was mir jedoch die schönste Beschallung von Modern Talking nicht erspart hat. Da mich der Bus nur an der Kreuzung zum hübschesten Touriort der Welt raus gelassen hat, konnte ich gleich wieder mit einem Mototaxi in die Stadt fahren. Nichts leichter als das, denn Son ist der beste Motorradfahrer der Welt, so dass ich meine Angst vor motorisierten Zweirädern inzwischen besiegt hatte.
Hoi An ist berühmt für seine hübsche Altstadt, die mir Europa wieder mal ein Stück näher gebracht hat. Es gibt zahreiche alte Häuser, Tempel, Museen, Brücken usw. zu sehen, ich konnte traditionelle Musik hören, habe mich durch die leckersten Spezialitäten der Welt gefuttert (Vietnam an sich ist schon die Gaumenfreude schlecht hin). Auch ist der Ort nahe am Strand gelegen und hat eine vorgelagerte Insel, super idyllisch und bestens zum Tauchen geeignet, was ich mir natürlich nicht entgehen lassen konnte.

Hue
Doch angetrieben von einer meiner Süchte musste es auch schon bald wieder weiter gehen nach Hue, denn von dort konnte ich direkt ohne Umweg über Hanoi zur Cat Ba Insel fahren und auch noch ein paar Touriattraktionen abhaken, denn so habe ich mich am Ende wirklich gefühlt. Nachdem ich in Hue die Zitadelle, eine Pagoda und eine beeindruckende Grabstätte mal wieder in einer Tourigruppe besichtigt hatte, war ich glücklich endlich wieder an einen weniger touristischen Ort zu kommen, zumindest haben dort die meisten Touris nur Zwischenstopp auf ihrer Halong Bucht Bootsfahrt gemacht.

Cat Ba Insel
Sie ist das Klettergebiet Vietnams mit super viel Potential. Eine knappe Woche hat mir gereicht zum Sportklettern auf der Insel, auf kleinen Stränden in der Lan Ha Bucht und auch mal wieder Deep Water Soloing. Das Wasser und die riesigen Quallen waren zwar nicht so einladend, aber ins Wasser springen bleibt trotzdem meine neue Leidenschaft.
Cat Ba hatte außerdem ein paar hübsche Strände mit Wellen-Badespaß und einen Nationalpark zum Wandern zu bieten. Ich hätte auch noch länger bleiben können, aber es gab noch mehr im Norden Vietnams, dass ich mir nicht entgehen lassen wollte – die Berge (und ein Zwischenstopp in der Hauptstadt).
Bevor es nach Hanoi ging, musste ich leider meiner Angst nachgeben, etwas verpassen zu können (die blödsinnigste Befürchtung der Welt) – Sonnenauf- und Untergang in der Halong Bucht, nur möglich mit einer Touritour, doch was ich da entgegen aller Versprechungen geboten bekommen habe, war echt zum abgewöhnen. Auch war das erste mal ein Vietnamese richtig pissig – der Guide. Aber Die Landschaft mitsamt Abend- und Morgenstimmung waren wirklich wunderschön und auch solche durchwachsenen Erfahrungen gehören schließlich zu jeder guten Reise dazu.

Hanoi
Auch in Vietnam habe ich immer wieder bekannte Gesichter gesehen. Immer wieder trifft man die gleichen Leute. Doch wenn man es darauf anlegt, wird es nichts. Manchmal schafft man es dann aber doch noch in letzter Sekunde und alles ändert sich. Nach einem Monat habe ich Julian und Stefan wieder getroffen, mit denen ich schon Phom Penh erkundet hatte. Eigentlich wollten beide mit ihren Motorrädern, die sie sich an der Zentralküste Vietnams gekauft hatten, am nächsten Tag Richtung Laos weiterfahren, ihr Visum ist auch gerade an dem Tag abgelaufen. Doch da gab es ja auch noch die Möglichkeit dieses zu verlängern. Ihre Entscheidungsfreude hat mich an meine eigene erinnert. Doch nach ein paar Bia Hoi, dem billigsten Bier der Welt (20 Cent für ein Glas gezapftes Bier), haben sie sich schnell für eine ganz neue Variante entschieden, bzw. wir haben uns entschieden, war ich doch plötzlich Bestandteil des Plans: Julian wollte am nächsten Tag Richtung Laos aufbrechen und Stefan wollte sein Visum verlängern, um dann mit mir die Motorradreise fort zu setzen. Wie das mit der unfallanfälligen Minsk, zu zweit und mit zwei riesigen Rucksäcken zu schaffen sei, war mir zwar ein Rätsel, aber es war natürlich auch zu verlockend die Touripfade auf eigene Faust zu verlassen, mal nicht alleine zu reisen und wieder mal was Verrücktes zu machen.
Bevor es los gehen konnte, musste natürlich erstmal Hanoi bestaunt werden. Der tote Ho Chi Minh war mindestens genau so bizarr wie Lenin in Moskau. Die Hauptstadt hatte aber auch noch mehr zu bieten: Literaturtempel, hübscher See und Altstadt, faszinierender Markt, die berühmten Waterpuppets (Puppentheater im und auf dem Wasser mitsamt traditioneller vietnamesischer Musik), leckeres Essen und nach dem ganzen Touristress und körperlicher Verausgabung in den letzten Wochen auch endlich mal wieder ein Ort, wo ich es ein bisschen langsamer habe angehen lassen: Ausschlafen und Gammeln – wurde auch höchste Zeit.

Auf dem Motorrad durch die Berge Vietnams nach Laos
Vor gar nicht all zu langer Zeit hat eine neue Grenze im Norden Vietnams auf gemacht. Da mein eigentlicher Plan war nach Sapa in die Berge zu fahren, das von der Zeit aber zu lange gedauert hätte und mir es auch inzwischen für mich zu touristisch war, entschieden wir uns Richtung Dien Bien Phu im Nordwesten Vietnams durch die Berge zu fahren. Also kein Wandern für mich, schon komisch, aber immer mal was neues ist eigentlich noch besser.
Als ich Juanita, Stefans Motorrad, das erste Mal gesehen hatte, wurde mir noch unklarer, wie das gehen soll, sah irgendwie wenig vertrauenserweckend und auch viel zu klein aus. An dem Tag als es los gehen sollte, war ich richtig unruhig, hatte ich doch auch Bedenken, wie Juanita es durch die Berge schaffen soll, wo sie doch schon auf der Strecke nach Hanoi ständig liegen geblieben ist und sich das Problem mit dem Einlegen der ersten beiden Gänge einfach nicht beheben ließ, besonders praktisch in den Bergen….
Doch auch wenn ich Bedenken hatte, musste es natürlich probiert werden, wenn was schief gegangen wäre, hätten wir uns immer noch einen Alternativplan überlegen können – nur nicht zu viel Nachdenken. Als es los gehen sollte, hat es natürlich erstmal mega zu schütten angefangen. Doch nach ein bisschen Warten konnten wir unser Packtalent auf die Probe stellen. Und ich muss sagen, auch wenn wir immer wieder zurecht rücken mussten und ich das bleibende Bedürfnis hatte, das Gepäck fest zu halten, hat das echt prima funktioniert.
Und dann konnte ich mich endlich als beste Beifahrerin der Welt unter Beweis stellen. Immer schön ruhig bleiben, in kritischen Situationen keinen Mucks machen, die Aufmerksamkeit auf das Wesentliche lenken und Fotos während des Fahrens machen. Und so haben wir es doch tatsächlich ohne gute Karte geschafft, ohne uns ein einziges Mal zu verfahren, nur mit dem Wissen Hanoi in südwestlicher Richtung verlassen zu müssen, auf der richtigen Straße zu landen.
Juanita hat zwar manchmal ein bisschen gezickt, doch am Ende hat immer alles irgendwie funktioniert. Die Straßen in Vietnam waren in gutem Zustand, und alle Reperaturen konnten wir (wenn mein Beitrag auch nur ein kleiner war) immer selbst machen. Auch wenn es öfter geregnet hat, hatten wir immer solches Glück uns direkt unterstellen zu können und selbst beim dümmsten Fehler der Welt – Vergessen Benzin aufzufüllen – waren wir die größten Glückspilze der Welt, hatten den Anstieg nämlich gerade noch geschafft und mussten nur noch den Berg ins nächste Dorf runter rollen.
Super oft war ich mal wieder nicht gewillt Fotos zu machen, war ich doch zu sehr mit Staunen und den Moment Genießen beschäftigt. Nach jeder Kurve haben die Berge ihr Gesicht verändert, sich in den schönsten Grüntönen präsentiert und Felsen haben mir wie immer ein noch breiteres Lächeln ins Gesicht gezaubert. Und so hat mir diese Reise zum wiederholten Mal das Gefühl beschert, der glücklichste Mensch der Welt zu sein.
Endlich waren wir den Tourimassen entkommen, hatten die Möglichkeit das wahre vietnamesische Leben kennen zu lernen, haben mit Händen und Füßen, ein paar Brocken Englisch und Vietnamesisch eine tolle Zeit mit Dorfbewohnern verbracht, wurden sogar ein Mal zum Essen eingeladen, haben den besten Kaffee der Welt getrunken und noch mal so richtig das vietnamesische Essen genießen können. Nicht unterschlagen darf ich natürlich auch die zauberhaften rosa Wasserbüffel mit den noch bezaubenderen Kindern, die sie geritten haben. Schließlich konnte ich also auch meine Angst vor Kühen auf der Straße überwinden, nachdem ich endlich nicht mehr jedes Mal die Augen schließen musste.

Weiter in Laos
Schon auf dem Weg zur Grenze wurde die Straße langsam schlechter, und ab den 6 Kilometern zwischen den Grenzen ging dann das Abenteuer auf unbefestigten Bergstraßen los. Hat sich die Fahrt in Vietnam noch wir Urlaub während der Reise angefühlt, war das nun vorbei. An der Grenze noch haben die Grenzbeamten bestimmt eine halbe Stunde an der Zündkerze rum gebastelt, leider ohne Erfolg, nur 10 Minuten später musste Stefan sie wieder ausbauen, säubern und zurecht biegen. Aber dann konnte es los gehen. Die Gänge haben zwar immer noch recht häufig rum genervt, aber dass Juanita uns die knapp 100 km auf dieser Dreckpiste, wo ein österreichischer Fahrradfahrer immer wieder sein Fahrrad tragen musste, so gut durchhält, hätte ich nicht gedacht, ich habe sie wohl überschätzt. Trotzdem gab es Momente, in denen ich abspringen musste, sei es am Berg, wenns dann irgendwann doch nicht mehr weiter ging oder vor Flüssen, die es zu durchqueren galt. Wir waren aber auch mal wieder die reinsten Glückspilze, denn trotz Regenzeit hat es die 2 Tage auf der Dreckpiste nicht wirklich geregnet, was vermutlich die Straße zu einem unüberwindbaren Hindernis für uns gemacht hätte.
Mit viel Warten verbundene schließlich überwindbare Hindernisse waren hingegen die zahlreichen Baustellen, denn schon in 2 Jahren soll die Straße ausgebaut sein.
Spannend war es auch den krassen Unterschied zwischen Vietnam und Laos zu sehen. Die Landschaft wirkte nun tropischer, die Dörfer, die viel seltener wurden, sahen viel ärmer aus und die Menschen sind tatsächlich um einiges entspannter und lange nicht so geschäftstüchtig wie die Vietnamesen.
Als die Straße endlich wieder gut wurde, hat sich Juanita dann aber schließlich doch was komplizierteres ausgedacht – die Schaltung ging gar nicht mehr. Da waren wir also mitten im Nirgendwo, haben es irgendwie noch geschafft ins nächste Dorf zu kommen und einem super jung aussehendem Mechaniker eine interessante Bastelei verschafft. Ersatzteile hätte es nicht gegeben, aber es schien sogar zu reichen nur eine Feder im Getriebe auszuwechseln. Nach einem Nachmittag und ein paar Stunden am nächsten Morgen ging die Schaltung auch irgendwie wieder aber richtig repariert war das Motorrad nicht, vielleicht wären wir nach ein paar Metern wieder liegen geblieben. So hat sich Stefan dazu entschlossen, Juanita an den Laoten zu verschenken, der uns die Nacht zuvor zu sich eingeladen hatte.
Hier sind wir also, in Laos, wieder mit dem Bus unterwegs, reisen weiterhin gemeinsam, bis Stefan sich wieder mit seinem Bruder zusammen tut und mit ihm nach China fährt. Es ist schon erstaunlich wie schnell sich Dinge auf Reisen immer wieder ändern können. Das wichtigste für mich ist es zur Zeit im Moment zu leben, mir nicht zu viele Gedanken zu machen, was kommt. Ich glaube sonst hätte bei mir schon längst die Angst vor der Rückkehr Überhand gewonnen, denn die rückt immer näher.