Das wars dann also

Jetzt ist der Zeitpunkt gekommen, meine Fotos zu sortieren, eine schöne Präsentation nur für euch zu machen. Doch irgendwie bin ich noch nicht so weit, da schreib ich lieber noch ein bisschen, was noch so passiert ist und wie es so ist, wieder in Deutschland zu sein.

Meine letzten Tage in Thailand

Mal wieder habe ich es geschafft jemanden dazu zu bringen, mich noch weiter zu begleiten :) Und so ist Stefan nicht direkt nach China gefahren, sondern hat sich überzeugen lassen, dass er sich die Chance nicht entgehen lassen kann, ins Klettern von der besten Lehrerin der Welt im schönen Nordthailand eingeführt zu werden. Und tatsächlich haben wir es endlich geschafft gemeinsam klettern zu gehen und mit dem besten Cotrainer der Welt, den ich schon vom ersten Mal in Chiang Mai kannte, konnte auch nichts mehr schief gehen. Stefan war aber auch der beste Schüler der Welt, ist gleich am 2. Tag mehrere 5er vorgestiegen, hatte auch beim Abseilen keine Angst und ließ sich nich mal von meiner forschen Art abschrecken, die ich nur in der Schule ablegen kann.

Vertrauen ist gut, Kontrolle bestimmt nicht besser

Immer wieder hatte ich das Gefühl, dass ich den Menschen vielleicht zu sehr vertraue. Aber das stimmt überhaupt nicht, Vertrauen ist nämlich eine ganz tolle Sache und macht prima Laune.
In Chiang Mai hab ich aber auch am Anfang noch gedacht: Bist du eigentlich total bekloppt? Aber nein, natürlich nicht. Nach meinem letzten Klettertag, an dem ich das Moped schon um 9 zurück bringen musste, wollte ich es noch ausnutzen, um mir ein Bahnticket zu kaufen. Doch die Computer am Bahnhof gingen gerade nicht, so dass ich dank meiner Effektivität (Energie sparen und gutes Zeitmanagement), die andere auch als Faulheit bezeichnen würden, einfach einen Bahnangestellten gefragt habe, ob er mir nicht ein Ticket kaufen könne, ich würde es dann am nächsten Tag abholen (wenn der Zug fährt). Kein Problem, nur eine Quittung konnte er mir leider nicht geben. Egal. Und am nächsten Tag bekam ich dann ohne Probleme das Ticket von einem Kollegen.

Zu Hause?

Dann wars also leider doch so weit und ich bin nach ca. 7 Wochen wieder alleine weitergezogen – Nach Bangkok zum Pauershoppen auf dem Wochenendmarkt und dann gings auch schon nach Hause.
Ich war definitiv nicht bereit zu fliegen. Mein zu Hause hatte ich wo anders gefunden. Es war kein Ort, es war ein Gefühl: Das rundum zu Hause fühlen ganz ortsungebunden. Ich hätte nie gedacht, dass ich so lange immer unterwegs sein kann. Vor 6 Jahren in Südamerika hatte ich schon vor dem Ablaufen der 10 Monate keine richtige Lust mehr und da bin ich nicht die ganze Zeit unterwegs gewesen.
Dabei sind die Voraussetzungen prima: Ich bin jetzt in Jena, wo ich mich zu Hause fühle und bald ziehe ich wieder nach Leipzig und auch da fühle ich mich zu Hause. Für mich sind es nicht, wie Stefans Bruder Juli behauptet, (neue) Routinen, die ich mir schaffe, um mich zu Hause zu fühlen, für mich sind es definitiv die Menschen. Deswegen freue ich mich klar wieder hier zu sein, aber es ist auch fies, dass ich mich gerade so richtig in der Ferne zu Hause gefühlt habe und dann weg musste. Aber man soll ja bekanntlich aufhören, wenns am schönsten ist.

Definitiv das beste Jahr meines Lebens

Ich habe viel gesehen, immer wieder Momente gehabt, in denen ich mich wie der glücklichste Mensch der Welt gefühlt habe, viele tolle Menschen kennen gelernt, bin immer wieder über mich selbst hinaus gewachsen. Es gab so viele Kleinigkeiten, die mich einfach nur glücklich machen konnten: tolle Aussichten (mit offenem Mund den Himalaya bestaunt), Felsen, die mich auch ohne an ihnen zu klettern zum lächeln bringen, das Lächeln und die Freundlichkeit, die mir fast immer entgegen gebracht wurden, das leckerste Essen, angenehmere Temperaturen, funktionierender Strom, ein bequemes Bett undundund. Ich habe noch nie so viel über mich selbst gelernt, wie in diesem Jahr, weil ich alleine unterwegs viel Zeit zum Nachdenken hatte und weil Menschen, die mich zeitweise begleitet haben, mir das beste Feedback der Welt gegeben haben – Danke dafür!

Wieso liebe ich Dinge, die fies zu mir sind?

Gestern habe ich Laos verlassen. Es war das letzte Land, das ich auf meiner Reise erkundet habe. Genau wie alle anderen möchte ich es wieder sehen. Wie ihr in allen meinen Berichten lesen konntet, war aber auch jedes Land zauberhaft. Doch Laos hat sich scheinbar nicht besondere Mühe gegeben, mir zu gefallen.

1. Aller Anfang ist schwer

Schon der erste Eindruck war nicht so berauschend. Die Straßen waren in super schlechtem Zustand und es war wahrlich kein Vergnügen dort mit Juanita lang zu fahren.
Doch ist dies nicht gleichzeitig auch etwas, das man prima erzählen kann? Ein wenig mit Abenteuern angeben, etwas ganz Besonderes gemacht zu haben? Hat es mir nicht erst ermöglicht einen tieferen Einblick in das wahre laotische Leben zu erhalten, abseits von den Touripfaden?

2. Schlechtes Timing?

Ich muss zugeben, dass das Land nichts dafür kann, dass ich in der Regenzeit gekommen bin. Doch der Regen hat nicht nur des öfteren verhindert, dass ich klettern gehen konnte, sondern auch noch die Gefahr der Mücken größer gemacht. Und Malaria kann mir ja nun wirklich gestohlen bleiben.
Doch der Regen hat auch die lang ersehnte Abkühlung gebracht. So glaube ich doch tatsächlich, dass ihr in Deutschland zur Zeit mehr schwitzen müsst als ich.

3. Die Laoten sind alles andere als geschäftstüchtig

Schon sehr schnell musste ich feststellen, dass in Laos nicht die ganze Zeit versucht wird, einem das Leben zu versüßen. Man muss sich selber ein Hotel suchen, sie wollen einem nicht alles verkaufen, man muss sich um vieles selbst kümmern.
Ein Beispiel hierfür war unser Versuch eine Bootsfahrt zu organisieren. Laos ist eigentlich das perfekte Land dafür. Mehrfach haben wir es probiert, doch nie sollte es klappen. In dem Örtchen Muang Khua wollten wir mit dem Boot nach Nong Khiaw fahren und haben uns am Vortag verschiedene Informationen eingeholt. Der Eine meinte, wir sollen so gegen 8 am Verkaufsstand sein, die Andere sprach von um 10/um 11. Doch als wir es am nächsten Tag erst nach 8 schafften an Ort und Stelle zu sein, war das Boot schon weg. Gefahren wird in Laos, wenn genug zahlende Kundschaft da ist.

Ich muss aber auch zugeben, dass es nach dem super touristischen Vietnam, wo es dir alle immer recht machen wollen und natürlich auch auf dein Geld aus sind, sehr angenehm war, nicht immerzu belagert zu werden. Niemand versucht dir alles als beste Geschäftsiedee zu verkaufen, doch dafür sind sie super gastfreundlich und machen auf ihre Art mehr als sie in ihrem Job müssten, wie unser Guide im Nam Ha Nationalpark.
Das Trekking an sich war schon super gut: Wir haben Bambuswald, Dschungel (mitsamt fieser Tiere) und schöne Aussichten gehabt, haben einen Einblick in das Leben der ethnischen Minderheiten bekommen (und sogar an einer Zeremonie teilgenommen). Nach dem Trekking hat uns der Guide noch mit in eine Disko genommen, endlich mal eine, in der mich zwar die Musik nicht wohlfühlen ließ, aber das stört bekanntlich nicht, wenn man mit Freunden unterwegs ist, da kann man sich auch so amüsieren. Doch wohl fühlen konnte ich mich, da wir ausländischen Frauen nicht die einzigen Nichtprostituierten waren. Nach Thailand, Kambodscha und Vietnam eine wirkliche Wohltat. An unserem letzten Abend in Laos wurden wir dann noch von den Chefs der Trekkingagentur bei einer Feier zu super leckerem Essen eingeladen.

4. Ist Laos langweilig?

Alles ist irgendwie langsam, die Natur ist nicht so spektakulär wie in Vietnam, die Städte sind lange nicht so aufregend. Aber es ist alles hübsch, man könnte es auch zauberhaft nennen. Und Laos und seine Menschen haben mich wirklich bezaubert. Es war perfekt nach Vietnam alles ein wenig ruhiger anzugehen.

5. Die Tuktukmafia

Eigentlich sollte Laos ein Land sein, wo man nicht wie in den Nachbarländern ständig über den Tisch gezogen wird. Bei dem Transport hatte ich da aber irgendwie ein anderes Gefühl. Fast immer sind die Busbahnhöfe außerhalb der Stadt und man ist auf Transport zu unmöglichen Preisen ins Zentrum angewiesen. Doch scheinbar ist dies nicht nur Touriabzocke, auch die Einheimischen bezahlen die überteuerten Preise.
Auch dies hat mir aber wiedermal eine neue Erfahrung ermöglicht. Nachdem Stefan beim Beantragen seines Visums fast einen superlangen Marsch auf sich genommen hätte, weil der Tuktukfahrer umgerechnet 10 Euro für vielleicht insgesamt 8km haben wollte, wurde ich beim Abholen des Visums zu seinem persönlichem Chauffeur. Ja, ich habe noch eins drauf gesetzt bei meiner Angstüberwindung und bin endlich mal selber Motorroller gefahren. Die Hauptstadt Laos‘, Vientiane, die sogar weniger Einwohner als Leipzig hat, war bestens dafür geeignet. Das bisschen Unkonventionalität, was Verkehrsregeln angeht, konnte auch nicht schaden. Das Ganze hat mir dann so gut gefallen, dass ich mein Könnenm auf Dreckpisten mit und ohne Schlamm, auf flachem und steilem Gelände in Luang Namtha gleich weiter ausgebaut habe.

6. Alles geht kaputt

Immer wieder kann man feststellen, dass solche Dinge, die erstmal nur nach Schiefgehen aussehen, einem die tollsten Dinge ermöglichen. Ob das dann nur Zufall ist? Da wir nicht mit dem Boot fahren konnten, gings mit Juanita weiter. Die Geschichte, wie sie ihren Geist aufgegeben hat, kennt ihr schon. Und nur deswegen haben wir unsere erste Erfahrung mit den gastfreundlichsten Menschen der Welt gemacht: den Khmu.
Ich selber habe mal ausnahmsweise nichts kaputt gehen lassen und auch mich selbst nicht kaputt gemacht. Aber dafür hat Stefan das gleich für zwei Leute übernommen. Am Auspuff verbrannt, gegen einen Türrahmen gerannt und am nächsten Morgen so starke Schmerzen gehabt, dass wir zu spät zur Bootsanlegestelle gekommen sind. Sein neuer Rucksack fällt auseinander, die in Luang Prabang erstandenenn Flipflops haben auch schon sehr deutliche Gebrauchsspuren…
Doch was kann Laos dafür? Nichts natürlich.

7. Die widerlichsten Widerlichkeiten

Das ist nun aber wirklich laotisch. Schon Freunde berichteten mir von schlechtem Essen . Die erste Suppe, die wir in Laos gegessen haben, war dann auch wirklich voll mit Widerlichkeiten, aber danach wars immer lecker und ich bin zum größten Fan des Klebreises geworden. Außerdem war Laos eines der wenigen Länder, wo meine Verdauung hervorragendst funktioniert hat, sogar als Stefan von Schüttelfrost, Fieber und Durchfall geplagt war, hatte ich keine Probleme.
Die anderen noch lebendigen Widerlichkeiten machen es mir hingegen nicht so einfach dem etwas Positives abzugewinnen. Blutegel z.B. in Nong Khiaw und beim Trekking im Nam Ha Nationalpark. Doch oh Wunder – ganz anders als Mücken scheinen sie mein Blut nicht so zu lieben. Aber dafür hatte ich nach einem als Spaziergang geplanten und als durchs Unterholz und Gestrüpp Kämpfen endenden Ausflug einen dermaßen ekligen Ausschlag am Bein, dass ich mich wirklich vor mir selbst geekelt habe. Kaum hatte ich es überstanden, habe ich mir wie so viele in Vang Vieng eine fiese Bindehautentzündung geholt. Aber dies zum Glück erst nachdem ich endlich klettern gehen konnte. Und alle anderen Dinge, die die ganzen Teenie-Backpacker in Vang Vieng machen, musste ich so nicht tun, ich hatte ja die beste Entschuldigung. Das Tubing (in einem Autoreifen den Fluss hinunter und an jeder Bar anhalten, um sich zu besaufen) is nicht wirklich was für mich. Auch waren mir die ganzen unbekleideten Backpacker ziemlich schnell über, so dass ich nichts dagegen hatte weiter zu ziehen.
Was kann ich aber Kranksein Positives abgewinnen? Wer mich kennt, müsste es wissen:
Zum einen ist es die beste Entschuldigung alles langsamer angehen zu lassen und dafür ist Laos perfekt. Die Menschen sind noch einiges entspannter als in Kambodscha und sich am Ende einer langen Reise davon anstecken zu lassen, ist durchaus gut. Zum anderen war es die perfekte Zeit zum Kranksein und mir ist mein Glück mal wieder bewusst geworden: Nie war ich wirklich krank als ich alleine unterwegs war. Aber wenn man jemanden hat, bei dem man sich ausheulen kann und der sich um einen kümmert, sieht die Welt doch gleich viel besser aus.

Ihr seht, Laos war wirklich fies zu mir. Aber lieben wir nicht oft die Dinge oder Menschen, die fies zu uns sind?

Wie ich meine Angst vor dem Motorradfahren und Kühen wieder losgeworden bin

Allgemein bekannt ist, dass man so schnell wie möglich wieder aufs Pferd steigen sollte. In Kambodscha noch konnte ich es jedoch noch umgehen wieder auf einem Roller oder gar Motorrad zu fahren. Zum Glück jedoch war mein nächstes Ziel Vietnam, wo es schier unmöglich ist, nicht Moto zu fahren.

Ins Mekong Delta

Planlos wie selten bin ich nach Vietnam mit dem Bus gefahren, hatte mir nur ein Busticket bis zur Grenze gekauft, um mich dann dort fürs nächste Ziel zu entscheiden. Die Wahl fiel auf Cantho, weil mehrere Leute aus dem Grenzbus auch dorthin wollten. Entgegen der Ansage, wir würden mit einem Touribus direkt nach Cantho fahren (leider sollte sich diese Unehrlichkeit auch wie ein roter Faden durch Vietnam ziehen), mussten wir nicht nur umsteigen, sondern auch mit Taximotos zum Busbahnhof fahren. Ihr könnt euch sicher das Wechselbad der Gefühle vorstellen, dass ich durchlaufen habe: Jetzt ist es so weit, na gut, ich bekomme einen Helm, gut, ich muss meinen Rucksack nicht aufsetzen, aber der Verkehr ist schon beängstigend, also Augen zu und durch.
In Cantho angekommen gings dann nach extremst waghalsiger Busfahrt wieder auf einem Moto in die Innenstadt, diesmal mit Rucksack auf dem Rücken. Doch trotz extremeren Verkehrs habe ich mich schon bedeutend besser gefühlt und musste die Augen nicht mal auf den Kreuzungen schließen, was auch am angenehmen Fahrstil meiner Fahrerin gelegen hat.
Gemeinsam mit einem Paar aus Schottland und einer Malaysierin habe ich dann schließlich auch meinen Tourimarathon in Vietnam begonnen, genug Kraft und Energie hatte ich ja in Kambodscha sammeln können. Der erste Programmpunkt war ohne Verschnaufpause (5 Uhr am Morgen klingelte schon wieder der Wecker) eine Bootsfahrt zu schwimmenden Märkten, vorbei an Reisfeldern durch kleinere Kanäle und an Dörfern vorbei.
Was ich mir auch nicht entgehen lassen wollte, wo es doch so wärmstens vom Lonely Planet empfohlen wird, war ein Homestay bei Vinh Long. Ich hätte aber aus Erfahrung wissen müssen, dass man dem Lonely Planet nicht trauen darf. Es war echt hübsch, ich bin viel mit dem Fahrad durch die Dörfer gefahren, die Menschen waren alle wunderbar freundlich und auch meine Hütte war sehr hübsch. Aber unter Homestay stelle ich mir etwas anderes vor.

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Ho Chi Minh Stadt

Mit Moto und Bus gings dann nach Ho Chi Minh Stadt – im ländlichen Vinh Long alles kein Problem: Wenig Verkehr, viel zu gucken, Rucksack nicht auf dem Rücken. Doch in der Großstadt kam dieses ungute Gefühl wieder. Starker Verkehr, viel zu schnelles Beschleunigen des Fahrers und einen viel zu schweren Rucksack auf dem Rücken, der in der Luft schwebte und ich so mehrfach fast hinten über gekippt wäre. Doch dank meiner hervorragenden Bauchmuskulatur ist wieder mal alles gut gegangen.
Nach aller Ländlichkeit konnte ich das Großstadtleben mitsamt Verkehr richtig gut genießen. Ich finde sogar immer mehr Gefallen daran. Ich bin viel durch die Stadt gelaufen und im Gegensatz zu Phnom Penh habe ich in kürzester Zeit ziemlich viel gesehen und getan, mein hartnäckigstes Feilschen auf dem Markt an den Tag gelegt, vor geschlossenen Türen der Kathedrale gestanden, die schönste Post der Welt bestaunt, das Kriegsmuseum besichtigt, ne Touritour zu den Cu Chi Tunneln und dem Cao Dai Great Tempel unternommen, wo wir einer Messe sehen konnten von Anhängern einer Religion, die Buddhismus, Konfuzianismus und Christentum verbindet.

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Da Lat

Nach nur 2 Tagen gings auch schon wieder weiter, ich hatte es eilig in den Norden Vietnams zu kommen. Kaum aus dem Bus in Da Lat aus gestiegen, wurde ich schon von einem Easy Rider angesprochen. Eigentlich konnte ich so was nie leiden, wollte erst mal ankommen und auch Hotels habe ich mir fast immer lieber selbst und zu Fuß organisiert. Dieser Teil der Reise ist aber inzwischen zum meist gehassten geworden. Inzwischen vertraue ich also lieber den Motofahrern voll und ganz und überlasse ihnen die Arbeit: Ich nenne ihnen den Preis, den ich bereit bin zu zahlen und dann sollen sie mir ein hübsches Zimmer präsentieren. Und wenns mir nicht gefällt, geht die Fahrt weiter zum nächsten Guesthouse. Funktioniert prima.
Bei den Easy Ridern kam noch hinzu, dass es toll sei, sich die Umgebung von Dalat auf ihrem Motorrad zeigen zu lassen. Und so saß ich schon am nächsten Tag in freudiger Erwartung auf 2 Tage durch die Berglandschaft Zentralvietnams. Eine weitere Abneigung baue ich auch immer weiter ab: Mir einen Guide zu nehmen. Weiterhin habe ich keinen Bock auf große Tourigruppen, am besten noch als Busreise, aber so ein Guide und wenn er dann auch noch so toll wie mein Easy Rider Son ist, ermöglicht einfach einen noch viel tieferen Einblick in Land und Leben.
Neben Touriattraktionen in und um Da Lat (Bahnhof, französische Häuser, das Crazy House, Wasserfälle und Tempel, Seidenfabrik, diverse Plantagen und und und) konnte ich ihn alles fragen über die Kultur, er hat mich dazu gebracht eine Seidenraupe zu probieren (trotz des großen Angebots bin ich bisher noch gut um Insekten herum gekommen, außer natürlich das unbewusste Schlemmen) und ich hatte meinen erwünschten Homestay in einer super netten Familie, wo ich in einem der Kinderzimmer geschlafen, mit den Kindern ein wenig englisch gesprochen, mit dem Vater und Son geraucht, getrunken und Musik gemacht habe (Gitarre, Schüssel-Flaschen-Stäbchen-Percussion und natürlich singen). Dabei habe ich auch erfahren, dass Vietnamesinnen eigentlich nie trinken oder rauchen, aber bei den Ausländerinnen sei das total okay und gar nicht komisch für sie, sei eben eine andere Kultur.

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Hoi An

Mit dem Nachtbus gings direkt weiter nach Hoi An an der Küste, einem weiteren Punkt auf meinem Tourimarathon, aber zumindest habe ich mir 2 weitere Küstenstädte gespart, die die meisten Backpacker mit dem Open Tour Busticket (feste Strecke, offenes Datum) anfahren. Auch war ich die einzige Ausländerin im Bus, was mir jedoch die schönste Beschallung von Modern Talking nicht erspart hat. Da mich der Bus nur an der Kreuzung zum hübschesten Touriort der Welt raus gelassen hat, konnte ich gleich wieder mit einem Mototaxi in die Stadt fahren. Nichts leichter als das, denn Son ist der beste Motorradfahrer der Welt, so dass ich meine Angst vor motorisierten Zweirädern inzwischen besiegt hatte.
Hoi An ist berühmt für seine hübsche Altstadt, die mir Europa wieder mal ein Stück näher gebracht hat. Es gibt zahreiche alte Häuser, Tempel, Museen, Brücken usw. zu sehen, ich konnte traditionelle Musik hören, habe mich durch die leckersten Spezialitäten der Welt gefuttert (Vietnam an sich ist schon die Gaumenfreude schlecht hin). Auch ist der Ort nahe am Strand gelegen und hat eine vorgelagerte Insel, super idyllisch und bestens zum Tauchen geeignet, was ich mir natürlich nicht entgehen lassen konnte.

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Hue

Doch angetrieben von einer meiner Süchte musste es auch schon bald wieder weiter gehen nach Hue, denn von dort konnte ich direkt ohne Umweg über Hanoi zur Cat Ba Insel fahren und auch noch ein paar Touriattraktionen abhaken, denn so habe ich mich am Ende wirklich gefühlt. Nachdem ich in Hue die Zitadelle, eine Pagoda und eine beeindruckende Grabstätte mal wieder in einer Tourigruppe besichtigt hatte, war ich glücklich endlich wieder an einen weniger touristischen Ort zu kommen, zumindest haben dort die meisten Touris nur Zwischenstopp auf ihrer Halong Bucht Bootsfahrt gemacht.

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Cat Ba Insel

Sie ist das Klettergebiet Vietnams mit super viel Potential. Eine knappe Woche hat mir gereicht zum Sportklettern auf der Insel, auf kleinen Stränden in der Lan Ha Bucht und auch mal wieder Deep Water Soloing. Das Wasser und die riesigen Quallen waren zwar nicht so einladend, aber ins Wasser springen bleibt trotzdem meine neue Leidenschaft.
Cat Ba hatte außerdem ein paar hübsche Strände mit Wellen-Badespaß und einen Nationalpark zum Wandern zu bieten. Ich hätte auch noch länger bleiben können, aber es gab noch mehr im Norden Vietnams, dass ich mir nicht entgehen lassen wollte – die Berge (und ein Zwischenstopp in der Hauptstadt).
Bevor es nach Hanoi ging, musste ich leider meiner Angst nachgeben, etwas verpassen zu können (die blödsinnigste Befürchtung der Welt) – Sonnenauf- und Untergang in der Halong Bucht, nur möglich mit einer Touritour, doch was ich da entgegen aller Versprechungen geboten bekommen habe, war echt zum abgewöhnen. Auch war das erste mal ein Vietnamese richtig pissig – der Guide. Aber Die Landschaft mitsamt Abend- und Morgenstimmung waren wirklich wunderschön und auch solche durchwachsenen Erfahrungen gehören schließlich zu jeder guten Reise dazu.

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Hanoi

Auch in Vietnam habe ich immer wieder bekannte Gesichter gesehen. Immer wieder trifft man die gleichen Leute. Doch wenn man es darauf anlegt, wird es nichts. Manchmal schafft man es dann aber doch noch in letzter Sekunde und alles ändert sich. Nach einem Monat habe ich Julian und Stefan wieder getroffen, mit denen ich schon Phom Penh erkundet hatte. Eigentlich wollten beide mit ihren Motorrädern, die sie sich an der Zentralküste Vietnams gekauft hatten, am nächsten Tag Richtung Laos weiterfahren, ihr Visum ist auch gerade an dem Tag abgelaufen. Doch da gab es ja auch noch die Möglichkeit dieses zu verlängern. Ihre Entscheidungsfreude hat mich an meine eigene erinnert. Doch nach ein paar Bia Hoi, dem billigsten Bier der Welt (20 Cent für ein Glas gezapftes Bier), haben sie sich schnell für eine ganz neue Variante entschieden, bzw. wir haben uns entschieden, war ich doch plötzlich Bestandteil des Plans: Julian wollte am nächsten Tag Richtung Laos aufbrechen und Stefan wollte sein Visum verlängern, um dann mit mir die Motorradreise fort zu setzen. Wie das mit der unfallanfälligen Minsk, zu zweit und mit zwei riesigen Rucksäcken zu schaffen sei, war mir zwar ein Rätsel, aber es war natürlich auch zu verlockend die Touripfade auf eigene Faust zu verlassen, mal nicht alleine zu reisen und wieder mal was Verrücktes zu machen.
Bevor es los gehen konnte, musste natürlich erstmal Hanoi bestaunt werden. Der tote Ho Chi Minh war mindestens genau so bizarr wie Lenin in Moskau. Die Hauptstadt hatte aber auch noch mehr zu bieten: Literaturtempel, hübscher See und Altstadt, faszinierender Markt, die berühmten Waterpuppets (Puppentheater im und auf dem Wasser mitsamt traditioneller vietnamesischer Musik), leckeres Essen und nach dem ganzen Touristress und körperlicher Verausgabung in den letzten Wochen auch endlich mal wieder ein Ort, wo ich es ein bisschen langsamer habe angehen lassen: Ausschlafen und Gammeln – wurde auch höchste Zeit.

Auf dem Motorrad durch die Berge Vietnams nach Laos

Vor gar nicht all zu langer Zeit hat eine neue Grenze im Norden Vietnams auf gemacht. Da mein eigentlicher Plan war nach Sapa in die Berge zu fahren, das von der Zeit aber zu lange gedauert hätte und mir es auch inzwischen für mich zu touristisch war, entschieden wir uns Richtung Dien Bien Phu im Nordwesten Vietnams durch die Berge zu fahren. Also kein Wandern für mich, schon komisch, aber immer mal was neues ist eigentlich noch besser.
Als ich Juanita, Stefans Motorrad, das erste Mal gesehen hatte, wurde mir noch unklarer, wie das gehen soll, sah irgendwie wenig vertrauenserweckend und auch viel zu klein aus. An dem Tag als es los gehen sollte, war ich richtig unruhig, hatte ich doch auch Bedenken, wie Juanita es durch die Berge schaffen soll, wo sie doch schon auf der Strecke nach Hanoi ständig liegen geblieben ist und sich das Problem mit dem Einlegen der ersten beiden Gänge einfach nicht beheben ließ, besonders praktisch in den Bergen….
Doch auch wenn ich Bedenken hatte, musste es natürlich probiert werden, wenn was schief gegangen wäre, hätten wir uns immer noch einen Alternativplan überlegen können – nur nicht zu viel Nachdenken. Als es los gehen sollte, hat es natürlich erstmal mega zu schütten angefangen. Doch nach ein bisschen Warten konnten wir unser Packtalent auf die Probe stellen. Und ich muss sagen, auch wenn wir immer wieder zurecht rücken mussten und ich das bleibende Bedürfnis hatte, das Gepäck fest zu halten, hat das echt prima funktioniert.
Und dann konnte ich mich endlich als beste Beifahrerin der Welt unter Beweis stellen. Immer schön ruhig bleiben, in kritischen Situationen keinen Mucks machen, die Aufmerksamkeit auf das Wesentliche lenken und Fotos während des Fahrens machen. Und so haben wir es doch tatsächlich ohne gute Karte geschafft, ohne uns ein einziges Mal zu verfahren, nur mit dem Wissen Hanoi in südwestlicher Richtung verlassen zu müssen, auf der richtigen Straße zu landen.
Juanita hat zwar manchmal ein bisschen gezickt, doch am Ende hat immer alles irgendwie funktioniert. Die Straßen in Vietnam waren in gutem Zustand, und alle Reperaturen konnten wir (wenn mein Beitrag auch nur ein kleiner war) immer selbst machen. Auch wenn es öfter geregnet hat, hatten wir immer solches Glück uns direkt unterstellen zu können und selbst beim dümmsten Fehler der Welt – Vergessen Benzin aufzufüllen – waren wir die größten Glückspilze der Welt, hatten den Anstieg nämlich gerade noch geschafft und mussten nur noch den Berg ins nächste Dorf runter rollen.
Super oft war ich mal wieder nicht gewillt Fotos zu machen, war ich doch zu sehr mit Staunen und den Moment Genießen beschäftigt. Nach jeder Kurve haben die Berge ihr Gesicht verändert, sich in den schönsten Grüntönen präsentiert und Felsen haben mir wie immer ein noch breiteres Lächeln ins Gesicht gezaubert. Und so hat mir diese Reise zum wiederholten Mal das Gefühl beschert, der glücklichste Mensch der Welt zu sein.
Endlich waren wir den Tourimassen entkommen, hatten die Möglichkeit das wahre vietnamesische Leben kennen zu lernen, haben mit Händen und Füßen, ein paar Brocken Englisch und Vietnamesisch eine tolle Zeit mit Dorfbewohnern verbracht, wurden sogar ein Mal zum Essen eingeladen, haben den besten Kaffee der Welt getrunken und noch mal so richtig das vietnamesische Essen genießen können. Nicht unterschlagen darf ich natürlich auch die zauberhaften rosa Wasserbüffel mit den noch bezaubenderen Kindern, die sie geritten haben. Schließlich konnte ich also auch meine Angst vor Kühen auf der Straße überwinden, nachdem ich endlich nicht mehr jedes Mal die Augen schließen musste.

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Weiter in Laos

Schon auf dem Weg zur Grenze wurde die Straße langsam schlechter, und ab den 6 Kilometern zwischen den Grenzen ging dann das Abenteuer auf unbefestigten Bergstraßen los. Hat sich die Fahrt in Vietnam noch wir Urlaub während der Reise angefühlt, war das nun vorbei. An der Grenze noch haben die Grenzbeamten bestimmt eine halbe Stunde an der Zündkerze rum gebastelt, leider ohne Erfolg, nur 10 Minuten später musste Stefan sie wieder ausbauen, säubern und zurecht biegen. Aber dann konnte es los gehen. Die Gänge haben zwar immer noch recht häufig rum genervt, aber dass Juanita uns die knapp 100 km auf dieser Dreckpiste, wo ein österreichischer Fahrradfahrer immer wieder sein Fahrrad tragen musste, so gut durchhält, hätte ich nicht gedacht, ich habe sie wohl überschätzt. Trotzdem gab es Momente, in denen ich abspringen musste, sei es am Berg, wenns dann irgendwann doch nicht mehr weiter ging oder vor Flüssen, die es zu durchqueren galt. Wir waren aber auch mal wieder die reinsten Glückspilze, denn trotz Regenzeit hat es die 2 Tage auf der Dreckpiste nicht wirklich geregnet, was vermutlich die Straße zu einem unüberwindbaren Hindernis für uns gemacht hätte.
Mit viel Warten verbundene schließlich überwindbare Hindernisse waren hingegen die zahlreichen Baustellen, denn schon in 2 Jahren soll die Straße ausgebaut sein.
Spannend war es auch den krassen Unterschied zwischen Vietnam und Laos zu sehen. Die Landschaft wirkte nun tropischer, die Dörfer, die viel seltener wurden, sahen viel ärmer aus und die Menschen sind tatsächlich um einiges entspannter und lange nicht so geschäftstüchtig wie die Vietnamesen.
Als die Straße endlich wieder gut wurde, hat sich Juanita dann aber schließlich doch was komplizierteres ausgedacht – die Schaltung ging gar nicht mehr. Da waren wir also mitten im Nirgendwo, haben es irgendwie noch geschafft ins nächste Dorf zu kommen und einem super jung aussehendem Mechaniker eine interessante Bastelei verschafft. Ersatzteile hätte es nicht gegeben, aber es schien sogar zu reichen nur eine Feder im Getriebe auszuwechseln. Nach einem Nachmittag und ein paar Stunden am nächsten Morgen ging die Schaltung auch irgendwie wieder aber richtig repariert war das Motorrad nicht, vielleicht wären wir nach ein paar Metern wieder liegen geblieben. So hat sich Stefan dazu entschlossen, Juanita an den Laoten zu verschenken, der uns die Nacht zuvor zu sich eingeladen hatte.
Hier sind wir also, in Laos, wieder mit dem Bus unterwegs, reisen weiterhin gemeinsam, bis Stefan sich wieder mit seinem Bruder zusammen tut und mit ihm nach China fährt. Es ist schon erstaunlich wie schnell sich Dinge auf Reisen immer wieder ändern können. Das wichtigste für mich ist es zur Zeit im Moment zu leben, mir nicht zu viele Gedanken zu machen, was kommt. Ich glaube sonst hätte bei mir schon längst die Angst vor der Rückkehr Überhand gewonnen, denn die rückt immer näher.

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Ein entspanntes Land hat mich angesteckt

Angkor Wat

Und dann war es endlich so weit, ich war wieder bereit fuer eine geballte Ladung Kultur und Geschichte und das alles im kochend heissen Siem Reap. Dort befindet sich die Tempelanlage Angkor mit dem wohl bekanntesten Komplex Angkor Wat. Viele Reisende berichteten mir, dass alle Tempel danach eher enttaeuschend gewesen seien. Auch gilt es als herausragendes nationales Symbol, das repraesentativ fuer die Khmerkultur steht. Entsprechend hoch waren meine Erwartungen.
An den ersten beiden Tagen meines 3Tagespasses gings mit Moped mitsamt Fahrer zu nahe und fern gelegenen Tempelanlagen, manche mehr und manche weniger beeindruckend. Am meisten hat mir Ta Prohm, der Dschungeltempel gefallen, wo die Ruinen von den Wurzeln der Baeume umspielt werden. Angkor Wat selbst fand ich irgendwie enttaeuschend, aber das lag vielleicht an zu hohen Erwartungen.
Sowohl Sonnenaufgang als auch Sonnenuntergang musste ich natuerlich auch mit nehmen. Der Untergang fand auf einem Huegel statt, wo die Massen hinpilgerten und der Tempel mit all den Menschen schlussendlich spannender war als das Naturspektakel, da die Sonne mal wieder fruehzeitig in den Wolken verschwinden wollte. Auch Sonnenaufgang an einem See direkt vor Angkor Wat zog die Massen an, aber es war auch wirklich huebsch anzusehen, wie der rote Ball auftaucht, den Tempel verfaerbt und sich das ganze noch in dem See spiegelt.
Nach anderthalb Tagen Tempel pur, war ich dann sehr froh, dass mein Mopedfahrer auf die glorreiche Idee gekommen ist, mich mit zu einem Badesee zu nehemn, wo ich nur KambodschanerInnen habe baden sehen. Das war auch der Grund dafuer, dass ich zur Enttaeuschung aller Maenner dort mit all meinen Klamotten ins Wasser gegangen bin.
Es gab noch einen weiteren Grund, dass ich froh war, nicht ausschliesslich auf eigene Faust unterwegs gewesen zu sein, ausser auch untouristischere Dinge zu sehen (nicht zu vergessen ein baumhaus), kam ich nun auch nicht darum herum Dinge wie einen Vogel und einen Frosch zu probieren…
Aber fuer den letzten Tag meines Passes wollte ich dann doch lieber mit Fahrrad noch ein paar ausserhalb liegende Tempel erkunden. (Nach einem Ruhetag versteht sich, den hab ich mitsamt Massage echt gebraucht.) Und mit vielen gewollten Umwegen (wer will schon auf der hauptstrasse fahren) habe ich so auch noch was vom laendlichen Leben rund um Siem Reap sehen koennen und miterlebt wie die Kambodschaner direkt bei einem der Tempel Khmer Neujahr gefeiert haben.

Phnom Penh

Was mit ausgedehnten Ruhetagen in Siem Reap angefangen hatte, steigerte sich in der Hauptstadt Kambodschas zu Faulheit. Trotzdem habe ich es noch hin gekriegt ein paar Dinge zu besichtigen, wie den Palast, Wat Phnom (ein Tempel auf dem einzigen Huegel der Stadt) und den russischen Markt. Noch mehr hat sich allerdings meine Faulheit darin geaeussert, dass ich fast keine Fotos gemacht habe.
Dafuer habe ich geschlemmt und das ganz untypisch fuer mich: Ganz ungesund mit Fast Food, was natuerlich nur am schlechten Einfluss zweier deutscher Brueder gelegen hat, die ich im Hostel kennengelernt habe. Aber ich muss ehrlich zugeben, dass die beruehmt beruechtigte Happy Pizza nicht nur lecker war, sondern wirklich happy gemacht hat.
Ich habe mich aber auch mit der Geschichte Kambodschas beschaeftigt, als ich das Tuol Sleng Genozid Museum besucht habe. Dies ist ein Gefaengnis der Roten Khmer, dass sie in einer ehemaligen Schule eingerichtet haben und wo die Insassen systematisch gefoltert wurden. Der Umstand, dass es mal eine Schule gewesen ist, machte die Besichtigung besonders krass, da ich mir die ganze Zeit auch sehr gut vorstellen konnte, wie gut dieses Gelaende zum Toben auf dem Hof geeignet gewesen ist etc.

Kampot

Als ich nach fast einer Woche und mit vietnamesischem Visum in der Tasche genug von der Grossstadt hatte, gings weiter nach Kampot. Dieses Staedtchen liegt am Fluss Teuk Chhou im Sueden Kambodschas, ungefaehr 30 km von der vietnamesischen Grenze entfernt. Schlussendlich bin ich dort in einem Guesthouse direkt am Fluss gelandet, welches insbesondere zum Baden, Lesen und Faulenzen verleitet. Ich habe an vielen Tagen nicht viel mehr geschafft als mit dem Rad 2 km in die Stadt zu fahren und einmal zur Fish Island, vorbei an Doerfern und Salzfeldern.
Kampot an sich hat es mir so angetan, weil es hier viele Einheimische und Expats gibt, die sich sozial engagieren und mein Plan war auch eigentlich tieferen Einblick in mindestens ein Projekt zu bekommen. So tief wurde das dann allerdings nicht, leider. Eines ist eine traditionelle Musik- und Tanzschule, die ich 2 Mal besucht habe, wo aber leider niemand Englisch gesprochen hat und das andere ist das Epic Arts Cafe und Zentrum, die insbesondere gehoerlosen Menschen eine Ausbildung ermoeglichen und Kindern mit geistiger Behinderung 1 Mal pro Woche so was wie Schule bieten, denn diese werden in Kambodscha nicht beschult. Aufgrund von Ferien konnte ich das Zentrum aber leider nicht besuchen. Auch gibt es verschiedenen Moeglichkeiten auf ehrenamtlicher Basis hier Englisch zu unterrichten, in Kinderheimen zu arbeiten und wie ich gerade beim Schreiben des Blogs ein Internetcafe zu nutzen, das ein Kinderheim unterstuetzt.

Der Versuch zum „Secret Beach“ zu fahren

Leider war nicht mein gesamter Aufenthalt hier so rosig (eher lila). An einem Tag sind wir zu fuenft zu einer Hoehle und einem geheimen Strand auf 3 Mopeds aufgebrochen. Waeren wir einheimisch haetten wir wohl nur ein Moped gebraucht ;) Die Hoehle haben wir noch ohne Problem erreicht, dann ging es weiter Richtung Vietnam und schlussendlich zum Strand auf einer unbefestigten Strasse. Und da war sie ploetzlich, die Kuh, Mike (der Fahrer) fuhr ausweichend nach links und wurde langsamer doch dann war die Kuh auch auf der linken Strassenseite. Wir bremsten, das Moped stellte sich quer zur Strasse und dann waren wir auch schon in der Luft. Es ist schon erstaunlich, wie viel man in solch einem Moment im Flug denken kann: Scheisse…du bekloppter Trottel hast keinen Helm auf (es gibt immer nur einen fuer den Fahrer)…oh du landest auf Mike, ich koennte glimpflich davon kommen….aber scheisse, dann wirds fuer ihn unter meinem Gewicht noch schlimmer. Ich sprang also so schnell wie moeglich auf und meine Befuerchtungen bewahrheiteten sich. Mike konnte nicht aufstehen und hatte sauviele Schuerfwunden und 2 sehr stark blutende Wunden an Knie und Knoechel. Die am Knoechel habe ich erstmal abgebunden und dann kamen auch schon die ersten Einheimischen, die ihn in den Schatten eines Hauses am Wegrand getragen haben. Zu dem Zeitpunkt kam auch der Kambodschaner wieder, mit dem wir unterwegs zum Strand waren. Er war echt eine super Hilfe, denn ich habe mich doch ziemlich hilflos gefuehlt. (Leider habe ich keinen blassen Schimmer, wie sein Name geschrieben wird.) Nach einer gefuehlten Ewigkeit wurde ein Motorradbetriebener Laster organisiert, mit welchem Mike und ich mitsamt Moped zunaechst nach Kep (auf halbem weg nach Kampot) ins Krankenhaus gefahren sind. Das Krankenhaus war nicht wirklich einladend, tausende Fliegen und Ameisen und nur ein Arzt, der die Ruhe weg hatte. Als ich fragte, ob ich meine paar Schuerfwunden an der Hand und den Zehen selber sauber machen koenne, meinte er nur, ich solle warten, bis er mit Mike fertig war. Er wurde an 2 Stellen genaeht, ein wenig unter einer Dusche gesaeubert (war danach immer noch ziemlich dreckig ueberall) und dann wurden seine Wunden desinfiziert. das Desinfektionsmittel hatte zu meiner Entzueckung ein wunderschoenes Lila und so ist unsere Hautfarbe auch Heute noch teilweise von einem zarten Lila umhuellt.
Meine Wunden sehen inzwischen echt super aus (wenn man auch immer noch den Dreck sieht, aber meine Wundheilung scheint es gut mit mir zu meinen). Auch Mike kann inzwischen mit Stock wieder ein wenig laufen und hat zu seiner Freude die beste Entschuldigung an diesem schoenen Plaetzchen Erde zu chillen, denn eigentlich wollte er schon vor unserem Ausflug aufbrechen, ist nur wie so viele andere auch haengen geblieben.

Bokor Hill

Wenn ich hier so schreibe, komme ich mir gar nicht mehr so faul vor, denn endlich, nachdem ich sie seit Nepal nicht mehr wirklich gebraucht hatte, konnte ich meine Wanderschuhe wieder auspacken. Ziel war die Bokor Hill Station. Der Berg ist die höchste Erhebung der Elefantenberge und gilt als einer der besten Aussichtsberge Kambodschas. Die Hill Station wurde zwischen 1921 und 1924 von der franzoesischen Kolonialherrschaft aufgrund des angenehm milden Klimas errichtet. Das Herzstueck des Ortes war das große Bokor Palace Hotel und Casino.
1972 uebernahmen die Roten Khmer die Gegend und bis in die fruehen 1990er Jahre war Bokor Hill immer noch eine der letzten Hochburgen der Roten Khmer.
Das Plateau steht im Eigentum der Regierung, wurde aber 2008 verpachtet und nun entsehen im Nationalpark Hotels, Restaurants und ein Golfclub. ausserdem soll das alte Casino saniert werden. Ausserdem wird mit grossen Eingriffen in die Natur und Landschaft die Strasse zum Plateau rekonstruiert und erweitert.
Touristen, die die Bokor Hill Station besuchen wollen, müssen in Kampot eine geführte Tour buchen. Dies betraf auch mich und schlussendlich sah ich mich in einer riesigen Gruppe durch den Regenwald den steilen Berg hoch schuften. Die Anstrengung und der triefende Schweiss machten mir gar nicht so sehr zu schaffen. Ich war viel zu sehr damit beschaeftigt mich ueber die Gruppengroesse zu aergern. Aber zum Glueck haben Bart, Ruth und ich (die beiden waren auch schon beim Mopedausflug dabei) eine 2Tagestour gebucht und so mussten wir nicht wieder mit den Massen den selben Weg zurueck, hatten mehr Zeit, um die Ruinen auszukundschaften und hatten am darauffolgenden Tag einen wunderschoenen Weg zurueck nach Kampot.
Die Ruinen waren insbesondere durch den fast immer praesenten Nebel richtig faszinierend und das Casino war tagsueber fast genauso gespenstisch wie nachts, als wir bei fast Vollmond nochmal hingegangen sind. Doch leider haben sich die Gespenster dann doch nicht blicken lassen. Wer allerdings auf die Idee gekommen ist, einen Golfplatz an einem so nebligen Ort zu planen, ist mir ein Raetsel.
Auf dem Weg nach unten kam sie dann mit geballter Kraft: Meine Muedigkeit. Obwohl ich so gut wie noch lange nicht mehr geschlafen hatte (die Temperaturen waren super angenehm), waere ich fast durch den Dschungel laufend umgefallen und eingepennt. Nach dem Mittag bin ich dann auch tatsaechlich auf einem unbequemen Stein mit meiner Wasserflasche als Kissen eingeschlafen und habe so die Medizin (die insbesondere gegen Muedigkeit helfen sollte) verpasst, die ein Moench 10 Meter weiter in einer Hoehle zubereitet hat. Aber dieser Weg war mir zu weit. Dafuer gab es ein Stueck weiter einen gastfreundlichen vietnamesischen Moench, bei dem wir Jackfruit bekommen haben.
Von Kampot zurueck zum Hostel in einem Boot mit fast Sonnenuntergangaussichten (die Wolken waren schon auf Bokor Hill nicht auf unserer Seite), kam ich dann schliesslich zurueck ins Paradies des Entspannens, wo ich noch bis Morgen sein werde. Weiter gehts dann nach Vietnam und insgeheim freue ich mich schon am meisten auf den Norden, wo ich hoffentlich wieder klettern gehen kann :)

Wenn die Sucht Ueberhand gewinnt

Da bin ich in den Norden Thailands gefahren, um Wandern zu gehen und vielleicht auf einer Farm zu arbeiten und ein bisschen klettern zu gehen und dann ist alles ganz anders gekommen. Einmal wieder mit dem Klettern angefangen und ich konnte nicht mehr aufhoeren :) Erst jetzt nach anderthalb Monaten konnte ich mich dazu aufraffen wohin zu fahren, wo ich nicht klettern kann. Ich weiss gar nicht, wie ich es so lange ohne ausgehalten habe. Das ich nicht viel anderes gemacht habe, ist auch der Grund gewesen so lange nichts zu schreiben, aber nun will ich mein Bestes geben aus dem Erlebten einen interessanten Bericht zu basteln.

Chiang Mai

Nachdem ich endlich mal wieder eine Nacht im Zug verbringen konnte und mir von Chiang Mai und seinen wunderschoenen Tempeln einen Ueberblick verschafft hatte (meine Tempelmuedigkeit hatte allerdings schon wieder angefangen), bin ich gleich am ersten Tag zum Kletterladen gegangen, um mich nach meinen Moeglichkeiten zu erkundigen. Der Plan war, je nach Erschwinglichkeit (Preise fuer Guide oder Ausruestung), 1-2 tage klettern zu gehen, doch als sich heraus stellte, dass ich ganz einfach mit anderen Kletterern in Kontakt kommen konnte und deren Seil mit benutzen konnte, wurden aus einem Tag mehr als eine Woche.
Nach dem fruehmorgendlichen aus dem Bett schaelen gings mit Pam, Jasmine und Mattia aus der italienischen Schweiz, Charly aus England, Adrian aus Schottland, Sammy aus Singapur und Tibo aus Frankreich mit dem Songthaew (das Hauptverkehrsmittel in Thailand, ein offener Truck) zum Klettergebiet Crazy Horse. Da ich schon ueber ein halbes Jahr nicht mehr wirklich klettern war, hat sich die Haut an meinen Haenden super schnell verabschiedet. Auch deswegen habe ich viele Ruhetage zwischen durch eingelegt (und meine Haende vorher mit Vodka behandelt, was wirklich geholfen hat).
Chiang Mai an sich hat es mir auch angetan: Nicht so riesig, super nette Menschen, immer was los, ein toller Sonntagnachtmarkt undundund. An meinen Ruhetagen habe ich neben dem Besuch eines weiteren Tempels mit Radfahren, Gammeln, Maerkten und der Besichtigung eines Museums ueber die Bergstaemme im Norden Thailands (zu denen ich ja anschliessend wollte) verbracht.
Chiang Mai wird mir aber auch als eines der Staedte mit den meisten Hoteleindruecken in Erinnerung bleiben. Ich war in 4 verschiedenen Hotels. Das erste war mir zu teuer, nachdem ich niemanden mehr hatte, mit dem ich das Zimmer teilen konnte, das zweite hat mich quasi rausgeschmissen, als ich keine Tour mit ihnen gebucht habe und im dritten hatte ich mal wieder eine unschoene Begegnung mit Bettwanzen.

Als die meisten meiner KletterfreundInnen ihre naechsten Ziele ansteuerten, wollte auch ich endlich ins Hinterland Thailands. Doch auf der letzten Rueckfahrt im Songthaew haben Andere vom Klettern in Suedthailand erzaehlt und ploetzlich meinte Adrian, der eigentlich nach Vietnam wollte, dass er nun doch lieber nach Tonsai zum Klettern will und 5 minuten spaeter hab auch ich angefangen mich umzuentscheiden, wobei es bei mir mit der Entscheidungsfaellung ein wenig laenger dauern sollte. Doch am naechsten Tag schon sassen wir im Zug nach Bangkok und nach einem Tag in der Hauptstadt mit Chinatownfruehstueck, dem Versuch im Shoppingcenter MBK ins Kino zu gehen (es kam aber nur Scheiss) und der Besichtigung von Kunstausstellungen gleich neben dem MBK gings mit dem Bus weiter nach Krabi.

Tonsai

Aus Krabi sind wir direkt weiter nach Tonsai, das zwar auf dem Festland liegt, aber aufgrund des Dschungels sich eher wie eine Insel anfuehlt, zumal man nur mit dem Boot hin kommt. Dort und im touristischeren benachbarten Railey ist das wohl bekannteste Sportklettergebiet in gesamt Asien. Geplant war zunaechst, dass ich vielleicht so 2 Wochen dableiben moechte.
Dierekt am ersten Abend hatten wir das Glueck ein gebrauchtes 70 Meter Seil zu ergattern und da Adrian noch in Chiang Mai Exen gekauft hatte, stand unserem Klettervergnuegen nichts mehr im Weg. Nur dass ich schon auf dem Weg im Kletterfuehrer gelesen gesehen hatte, dass es nicht wirklich viele einfache Routen gibt, so dass ich mir gar nicht vorstellen konnte, mich dort so lange beschaeftigen zu koennen. Aber bekanntlich wird man ja auch immer besser :) So habe ich mich am Anfang insbesondere mit 6a und 6a+ (franzoesisch) vergnuegt und mich am Ende bis zu 6b+ gesteigert.
Die Atmosphaere in Tonsai mit all den Kletterverrueckten hat es mir auch echt angetan. Es hatte zwar auch ein bisschen was von sehen und gesehen werden, aber das hielt sich im Rahmen. Die meisten sind auch so lange wie ich oder laenger dort geblieben und so trifft man sich immer wieder – an den Waenden, bei den Chickenladies (wos guenstiges Essen an Staenden gibt) und abends in den Bars bei Bier, Slacklinen (Balancieren auf einem gespannten Band, ich habs aber nicht wirklich probiert), Jonglieren etc.
Nicht so erfreut war ich hingegen bei so manchen Begegnungen mit Tieren wie Schlangen, Skorpionen, Kakerlaken und Muecken. Da haben mir die Babykatzen schon besser gefallen. Die Huette, in der ich geschlafen habe, war direkt im Dschungel. Da konnte es insbesondere am Morgen ganz schoen laut werden bei all den Tiergeraeuschen – insbesondere Affen, Geckos, Ochsenfroesche und Grillen haben ein Konzert nach dem anderen abgehalten.
An den Ruhetagen gabs vor allem Sonne, Strand und Meer, insbesondere der Pranag Strand ist echt huebsch. An einem Tag war ich mal wieder tauchen, an einem anderen bin ich zu einem Aussichtspunkt und einer Lagune gelaufen bzw. gekraxelt, wobei es beim Klettern natuerlich immer noch die besten Aussichten gab.

Am meisten haben es mir die Mehrseillaengentouren angetan. Die eine gibt auch eine gute Erklaerung fuer die Suchtgefahr: in 70 Metern (?) musste ich von der Wand an eine Stalaktite klettern und wieder zurueck. Das war so luftig, dass ich wohl so viel Adrenalin wie noch nie produziert habe. Die Endorphine haben dann auch nicht lange auf sich warten lassen.

Am allerletzten Tag, nachdem ich am letzten Klettertag beim dritten Versuch auch endlich eine 6c vorgestiegen bin, gings dann auch noch Deep Water Soloing: Klettern ohne Seil direkt ueber dem Meer. Gefallen bin ich nicht, aber dafuer aus ueber 10 Metern Hoehe gesprungen. Das koennte ich auch immer wieder machen :)

Weiter nach Kambodscha

Inzwischen bin ich schon in Siem Reap, nach anderthalb Tagen mit insbesondere Warten und Busfahren. Ich denke, jetzt bin ich auch wieder bereit Kultur und Geschichte auf mich wirken zu lassen und freue mich schon auf Angkor Wat.

Nachtrag zum Kinderheim in Nepal

Die Australier, die zur gleichen Zeit im Kinderheim waren wie ich, haben eine Webseite ins Leben gerufen, um Sponsoren zu finden, z.B. dafuer, dass die Kinder in Privatschulen gehen koennen und auch um Voluntariate zu organisieren.

Schon wieder ein Abschied

So, jetzt reichts mir, wenn mich noch mal jemand besuchen moechte, dann muss er oder sie auch bis zum Ende bleiben. Ich hab keinen Bock mehr auf traurige Abschiede! Die knapp 2 Wochen mit Mama und Tini sind aber auch viel zu schnell vergangen.

Phuket

Von Bangkok habe ich wie geplant den Tourinachtbus nach Bangkok genommen. War aber auch einfach zu faul noch zum Busbahnhof zu gehen. Aber das wuerde ich jedem empfehlen. Denn in den Touribussen wird wohl haeufiger geklaut und dann musste ich auch noch umsteigen viel zu frueh am Morgen…aber irgendwann bin ich angekommen und musste dann gar nicht mehr so lange warten.
Und dann standen sie ploetzlich schon vor der Tuer, frueher als erwartet. Viel erzaehlen war nich mehr, war ja schon Schlafenszeit.
Am naechsten Tag haben wir den Ort ausgekundschaftet (Pratong Strand) und ich musste mich auch schon wie am Vortag wundern, warum wir denn gerade dort genaechtigt haben. Super viele Pauschal- und Sextouristen, Einkaufszentren (in denen wir aber nicht mal eine originale Batterie fuer Tinis Unterwasserkamera bekommen haben, ihre liegt naemlich in Frankfurt und die Kamera nimmt nur die Originale), grosse Hotelanlagen und kein besonders schoener, dafuer super voller Strand. Aber es war ja nur zum Ankommen fuer einen Tag.

Ko Phi Phi

Und dann gings endlich zu den schoenen Inseln Thailands, wobei als erste auf dem Programm eine sehr touristische stand, Ko Phi Phi. Aber die ist auch wirklich super super schoen. 2 Inseln, von denen nur eine bewohnt ist mit schicken Straenden und zum Klettern einladenden Kalkfelsen. Wenn man dort nicht nur einen Tagesausflug hin macht, geht es auch noch mit den Tourimassen, ich bin nur noch von den Andamanen so verwoehnt.
Doch auch auf Ko Phi Phi findet man kleine Buchten, die man fuer sich alleine hat oder zumdindest fast und wenn man nicht den direkten Weg zum Aussichtspunkt geht, ist man auch fast alleine. Das war zwar nicht ganz so geplant, aber gelohnt hat es sich allemal. Und da es viel zu heiss war mussten wir auch von Anfang an staendig die Fruchtshakes hier trinken, wir Armen. :)

Wo wir schon einmal dort waren, mussten wir uns auch den Strand ansehen, an dem The Beach gedreht wurde, der auf der unbewohnten der beiden Inseln liegt. Extra frueh sind wir dafuer gestartet mit einem Taxiboot und es waren auch noch nicht zu viele Menschen unterwegs. In der Maya Bay (auf den besagten Strand selber sind wir gar nicht gegangen), kann man wunderbar schnorcheln. Nur leider gibt es auch recht viele Quallen, die zwar weniger schmerzhaft als Ameisen sind, aber trotzdem nerven. Schick wars aber allemal.
Nicht so schick war aber, dass die Mama von nem Affen gebissen wurde. Aber dafuer konnten wir uns an drei Orten von dem gut funktionierenden thailaendischen medizinischem System ueberzeugen – 3 Tollwutimpfungen gabs hier, die letzten beiden in Deutschland laufen bestimmt nich so unkompliziert ab.

Ko Lanta

Von Phi Phi gings weiter nach Ko (was uebrigens Insel heisst) Lanta. Diese Insel war vielleicht noch vor ein paar Jahren nicht so touristisch, aber inzwischen ist auch sie gut erschlossen.
Den Nationalpark dort hat aber scheinbar nicht so viele Menschen interessiert. Auf einem kleinen Wanderweg und auch am Strand waren wir fast alleine. Aber dafuer war auch der Weg dorthin durch den tiefsten Staub eine recht dreckige Angelegenheit in einem offenen Taxi. War aehnlich schlimm wie in der Mongolei, aber da sass ich ja zumindest Drinnen und war geschuetzt. :)

Auch der Strand, an dem wir in einem familienbetriebenen Beachresort mit supernetten (wenn auch mit der Zeit dann ein bisschen anstrengenden) Angestellten liegt an einem sehr huebschen Strand von dem aus wir auch an einem Tag noch ueber Steine zu einer weiteren Bucht kraxeln konnten.

Auch auf Ko Lanta wollten wir eine Tour machen, aber diesmal was nicht so touristisches: Organisiert von einem Oekotourismusprojekt kann man mit Booten durch die Mangrovenwaelder zu kleinen Inseln, in eine Hoehle und zum Mittag zur Familie des Guides in ein kleines Dorf fahren. Dort haben wir nach einem reichhaltigen Essen (es gab Fleisch und das musste ich dann alles essen :) ) noch frisch geroestete Cashew aus der Schale geklopft und gegessen. Das hat uns allen richtig gut gefallen und auch mal ein paar tiefere Einblicke gewaehrt.

Bangkok

Ueber Krabi, wo wir allerdings nicht mehr als den Busbahnhof gesehen haben, gings mit einem ziemlich luxurioesen Bus (nur drei Sitze nebeneinander) nach Bangkok, wo wir schon halb 5 angeko0mmen sind. Doch da wir schon 6 Uhr ins Zimmer konnten, haben wir alle noch ein bisschen schlafen koennen, bevors auf Erkundungstour gehen sollte. Fuer den ersten Tag gings nur ins Touriviertel um die Khaosan Road und auf einen Aussichtspunkt, den Golden Mount.
Das Programm vom naechsten Tag war schon anstrengender und ich hab mir mal wieder ein bisschen Kultur zu Gemuete gefuehrt. :) Genauer gesagt haben wir den Grand Palace mitsamt Tempel und den Wat (Tempel) Pho mitsamt riesigen liegenden Buddha besichtigt.
Danach gings noch in ein Einkaufszentrum, dass auch ein bisschen wie Marktstaende gewirkt hat, halt nur mit Klimaanlage und Rolltreppen. War mir aber nichts.
Da haben mir die Maerkte und Staende im chinesischen Viertel am Tag danach echt besser gefallen. Aber zugeschlagen haben wir ueberall. (Was wird mal wieder nicht verraten, ausser, dass ich mir endlich mal wieder ein paar neue Klamotten gekauft habe, nachdem mir uebrigens auf Lanta auch endlich mal wieder die Haare von meiner einzig vertrauten Friseurin geschnitten wurden.)
Insgesamt muss ich erstaunlicher Weise sagen, dass mir Bangkok gefaellt. Scheinbar bin ich durch die ganzen Grossstaedte inzwischen so abgehaertet, dass mir Verkehr, Menschenmassen etc. nichts mehr ausmachen. Dafuer sind die Menschen hier richtig nett und nicht so aufdringlich und dem Verkehr kann man sehr gut mit den Linienbooten umgehen.
Trotzdem gehts schon heute Abend weiter in den Norden Thailands, denn die heisse Jahreszeit faengt nun an und ich muss ehrlich sagen, manchmal hab ich euch echt um euren Schnee beneidet! In Richtung kaltes Deutschland sind Mama und Tini inzwischen hoch in den Lueften. So gerne haette ich sie hier behalten, auch wenn die 2 Wochen Urlaub fuer mich so ungewohnt und auch anstrengender als erwartet waren.

Irgendwann musste doch mal so richtig was schief gehen…

…aber dass damit gleich mein groesster Wunsch platzen musste und mir gleich mehrere Tage schlechteste Laune beschert, haette ich nicht gedacht. Dabei hat alles so gut angefangen und deswegen fang ich auch meinen Bericht mit den schoenen Dingen an.

Havelock Island

Havelock ist wohl die touristsch erschlossenste von allen Inseln der Andamanen. Auch deswegen habe ich mich fuer sie entschieden, um immer erreichbar sein zu koennen. Ausserdem gab es dieses Jahr viel weniger Touristen, weil die Fluege teurer geworden sind. So wurde es eine wunderbar erholsame Woche.
Nicht ganz so erholsam aber echt gut waren meine Fahrten mit einem echt schlechten Fahrrad zu dem vielleicht schoensten Strand Asiens: Beach No. 7 und dem fuers gute Schnorcheln bekannte Elephant Beach. Da musste ich dann teilweise aber auch mal einen ganzen Tag bei den Strandhuetten bleiben und nahezu nichts tun :) .
Die meisste Zeit habe ich mit den Englaendern verbracht, die auch ein Boot nach Thailand gesucht haben. Aber leider hatten sie kein Glueck. Noch mehr war mir mein Glueck mal wieder bewusst geworden, als ich ein franzoesisches Paar kennengelernt habe, die mir erzaehlten, dass sie 3 Wochen gebraucht hatten, bis sie jemanden gefunden haben, der sie mit von Phuket nach Port Blair genommen hat und ein anderes Paar hatte gar niemanden gefunden.
Die Inseln sind auch so ein Dorf, dass ich viele von der Faehre immer wieder getroffen habe, was echt schoen war, da es doch irgendwie wie eine kleine grosse Familie geworden ist. Mehrere von ihnen waren auf einer Insel, wo es nur 3 Arbeiter auf einer Kokosnussplantage gab und sonst niemanden.
Ich hingegen habe mich dafuer entschieden einen Tauchkurs zu machen, zumal ich doch so viel Geld durch den Segeltoern sparen konnte. Theoretiosch war ich natuerlich die beste Schuelerin ;) aber praktisch hatte ich leider Probleme mit dem Druckausgleich in den Ohren. Aber das lag hoffentlch nur daran, dass eine Erkaeltung in dem Moment sich nicht so richtig entscheiden konnte, ob sie nun kommen wollte oder nicht. Ich konnte die Unterwasserwelt trotzdem geniessen und werde mit meinem Tauchausweis auf der weiteren reise bestimmt noch des oefteren was anfangen koennen.


Zurueck nach Port Blair

Die ganze Woche auf Port Blair hatte ich nichts von dem deutschen Paar gehoert, obwohl ich versucht hatte sie anzurufen und dann auch eine Sms geschrieben habe. Doch ich dachte, dass schon alles seine Richtigkeit hat, weil sie vielleicht einfach kein Netz hatten. Spaetestens in Port Blair wuerden sie wieder erreichbar sein. Ausserdem hatte ich sie auch gefragt, ob sie mich wirklich 100pro mit nehmen wollen. Doch mein Vertrauen sollte zutiefst erschuettert werden.
Nach einer eintaegigen satt zweistuendigen Faehrenfahrt hatte ich am Abend nochmal versucht Konakt aufzunehmen, wieder ohne Erfolg. Am naechsten Morgen bin ich dann einfach wieder zur Bootsanlegestelle geangen, wo ich erfahren musste, dass sie schon 2 Tage vorher abgefahren waren. Grosse Scheisse – die schlimmsten Tage meiner Reise sollten hiermit beginnen (Habe ich bisher doch eigentlich nur bei Abschieden weinen muessen, duerften die Inselbewohner jetzt denken, dass ich ne Heulsuse bin, die nichts essen will…) 2 Tage habe ich dann noch probiert ein anderes Schiff aufzutreiben, doch ohne Erfolg. Die Einzigen, die noch nach Thailand fahren wollten (wobei ich da zu spaet angekommen waere), ein australisches Paar, waren nicht bereit mich mit zu nehmen. Es sei zu gefaehrlich, warum ich denn nicht die Inseln verlassen wuerde, wie ich gekommen bin (per Flugzeug)? Ich bin nicht geflogen… Die Frau hat mich nur komisch angeguckt und wollte auch von Anfang an eigentlich gar nich mit mir reden. Vielleicht haette ich ihren Mann mit meiner Geschichte ueberzeugen koennen. Aber ich wollte nicht unerwuenscht ueber 3 Tage mit mir fremden Menschen auf einem Schiff sein. Auch viele andere der SeglerInnen, die ich angesprochen haben, meinten, dass sie nie jemanden mit zurueck nach Thailand nehmen wuedern: Viel zu viel Stress mit den Behoerden…
Aber es gab auch andere zwischenmenschliche Erlebnisse, die diese riesenbloede Sache nicht ausschliesslich schrecklich fuer mich in Erinnerung bleiben lassen. Die Inder waren so unglaublich nett und lieb und hilfsbereit und und und, dass ich immer noch ein bisschen sprachlos bin. Am Bootsanleger waren immer mehrere Maenner, die sich um mich sorgten. Sie wollten mir Essen und Trinken bringen, haben mir jegliche Hilfe angeboten, ein Tuktukfahrer hat mich kostenlos in mein Hotel gebracht und wollte mir dann auch noch ein Lunchpaket vorbei bringen…
Der wohl hilfsbereiteste von allen war Rawi, den ich schon beim ersten Mal in Port Blair kennen gelernt hatte. Er ist eine Art Taxifahrer/Touranbieter/Yachtagent. Er hat versucht Kontakt zu dem Boot der Australier her zu stellen, mich im Taxi umhergefahren, einen Alternativplan zu finden, versucht mich auf andere Gedanken zu bringen. Aber auch viele von den SeglerInnen waren sehr nett und nicht verstaendnislos wie andere schienen. Ein kanadisches Paar hat mich beispielsweise gemeinsam mit Rawi zum Mitagessen eingeladen und damit auch versucht mich auf andere Gedanken zu bringen.
Leider hat das alles nich so richtig funktioniert…und meine Laune is auch bis jetzt noch nicht wieder in ihrer Hoechstform…

Wie ich nun trotzdem nach Phuket komme

Ich hatte vor ein paar Monaten recherchiert, dass es direkte Fluege von Port Blair nach Phuket gibt. Doch dann habe ich festgestellt (als ich schon mein Faehrenticket hatte), dass es diese Fluege nur fuer kurze Zeit gab und sie wieder eingestellt wurden. Das hiess, dass ich auch noch umsteigen musste. Da ich ja wirklich in aller letzter Minute gebucht habe, musste ich sogar 2 mal umsteigen (davon eine Nacht in Kalkutta auf dem Flughafen verbringen), um in Bangkok anzukommen. Hier bin ich jetzt und heute Abend gehts mit dem Bus weiter nach Phuket. Das dauert also am Ende genauso lang, wie ich auf dem Schiff gewesen waere, ist ein riesiger Umweg (ich schaetze 10 Mal so weit) und war natuerlch auch echt teuer.

Es tut mir leid, dass ihr Schneegebeutelten euch jetzt auch noch meine Luxusprobleme anhoeren muesst, wie sich gestern eine Freundin bei mir beschwerte. Natuerlich bin ich nach wie vor dankbar, diese Reise machen zu koennen, aber wie ich bereits im letzten Bericht geschrieben habe, hatte ich mir da was in den Kopf gesetzt…Aber da das ja jetzt nicht geklappt hat und eh alles egal ist, gewinne ich wunderbare neue Flexibilitaet. Ich will nach wie vor nicht fliegen, wenn es sich irgend wie vermeiden laesst, ohne groesseren Stress. Fuer den Heimweg ist es mir mit den ganzen Visa hoechstwahrscheinlich zu viel Stress…
Ab Morgen hab ich dann auch endlich wieder gute Laune :) Da ist die Fahrt dann ueberstanden und ich kann meine Mama und Tini in die Arme schliessen.

Wenn ich mir erstmal was in den Kopf setze…

Da behaupte ich immer, dass flexibles Reisen das tollste sei, muss dann aber feststellen, dass wenn ich eine Idee gut finde, es super schwer fuer mich ist davon abzuweichen. Das ist eines der Dinge, die ich so ueber mich gelernt habe in den letzten Monaten. Alleine unterwegs hatte ich viel Zeit zum nachdenken und mit Tannimara hatte ich dazu dann noch so ein gutes Feedback immer wieder, dass ich noch mehr ueber mich selbst erfahren habe.
Ich denke schon, dass ich flexibel bin, aber eher im Kleinen. Von den Grobzielen weiche ich selten ab, auch wenn es manchmal viele Muehen, Einschraenkungen oder auch einfach mehr Geld kostet. Das Gute bei mir ist aber, dass ich bisher auch eigentlich alles durchziehen konnte (wie z.B. Tibet) und dankbar sein kann und muss, dass auch Tannimara mich unterstuetzt hat in meinen Plaenen. Insbesondere geht es hier natuerlich darum, dass ich nicht fliegen will, der Umwelt zu Liebe und damit ich ein besseres Gefuehl fuer alle Distanzen bekomme. Doch wie es mir bisher auf dem Seeweg von Indien nach Thailand ergangen ist, kommt erst am Ende des Berichts – immer schoen der Reihe nach :)

Fort Cochin und die Backwaters

Unsere erste Station in Kerala war Kochi, wo wir nicht direkt bei den Touriatraktionen in Fort Kochi sondern in Ernakulam genaechtigt haben, da dies guenstiger ist und man fuer ein paar Cent in 20 Minuten mit der Faehre in Fort Cochin sein kann.
Das Stadtbild Fort Kochins ist gepraegt von der kolonialen Bauweise aus der Zeit der portugiesischen Seefahrer und den chinesischen Fischernetzen.

Einen unsere Abende in Kochi sind wir zu einem Kathakali-Kulturprogramm gegangen. Das erste Mal, dass ich wirklich Gesichtsfasching gesehen habe. Zunaechst konnten wir beobachten, wie ein Mann sich selbst und mit Hilfe eines Anderen geschminkt hat. Umrandet von Percussion und Gesang hat er dann verschiedenste Dinge insbesondere mit seinen Gesichtsmuskeln dargestellt, aber auch mit seinem restlichen Koerper, was mich sehr an Pantomime erinnert hat.

Von Kochi gings weiter nach Allepey, von wo aus wir eine Hausboottour gemacht haben. Diese wurde uns von allen Seiten waermstens empfohlen, auch wenn es ein teurer Spass ist. Aber es war das Geld wirklich wert. Wir haben uns zunaechst ein bisschen komisch gefuehlt, war es doch recht dekadent. So mit eigenem Koch und Kapitaen. Und auch unser Zimmer war mit Abstand das Beste, das wir in ganz Indien gehabt haben. Auf dem Schiff selber ist dann nicht viel passiert. Aber die Natur ist einfach so schoen, dass einem gar nicht langweilig werden kann. Ausserdem gab es immer wieder das leckerste indische Essen und am Abend sind wir auch ein bisschen durch ein Dorf spaziert.
In Kerala ist mir positiv aufgefallen, dass insbesondere die Maenner ein super angenehmes und ansteckendes Laecheln haben – endlich mal nicht mehr so viel Anzueglichkeit und Stress.
Nach einer Nacht war der Spass auch schon wieder vorbei und wir sind mit einer lokalen Fahre nach Kottayam gefahren, von wo aus es dann weiter gehen sollte – endlich mal wieder in die Berge.

Kumily und Periyar Tiger Reserve

Unsere erste Station in den Bergen war Kumily, das nah an einem Reservat gelegen ist, wo noch ca. 35 Tiger leben. Ausserdem werden dort Tee, Kaffee, Gewuerze und Kakao angebaut. Das haben wir uns natuerlich auch angeschaut und uns insbesonder mit super leckerer Schoki eingedeckt. Die hab ich ja schon ein bisschen vermisst. :)
Im Land des Ayurveda und dort wo die Zutaten fuer die besten Oele angebaut werden mussten wir uns natuerlich auch massieren lassen.
Aber das Beste war die Wanderung im Reservat. Wunderschoene Berge, nicht mehr ganz so heiss wie in unseren letzten Stationen, so dass wir auch die wenigen Steigungen gut bewaeltigen konnten und dann haben wir doch tatsaechlich eine wildlebende Elefantenfamilie gesehen. Wegen der vielen wilden Tiere hatten wir neben den Guides auch noch einen Waffenman dabei. Aber der war noch viel mehr Touri als alle anderen, so viele Fotos wie er gemacht hat.

Kodaikanal

Von Kumily gings weiter nach Tamil Nadu und da haben wir uns echt die beste Zeit ausgesucht: Dort wurde genau an diesem Tag Neujahr gefeiert und Kodaikanal, ein huebscher Ort in den Bergen an einem See gelegen war voll gestopft mit indischen Touristen.
Leider war auch ansonsten die Zeit dort davon gepraegt, dass nichts klappen sollte: keine Zugtickets nach Chennai, wo wir von Madurei, einer groesseren Stadt mit beruehmten Tempel aus hinfahren wollten. Das wurde dann erstmal gestrichen, ich kann also doch ein bisschen flexibel sein. :) Und dann konnten wir keine ordentliche Wanderkarte finden. Die Touriinfo hate die ganze Zeit zu und im Buchladen gabs nur eine Karte von der Stadt.
Trotzdem haben wir auf einen Guide verzichtet und sind auf eigene Faust los gezogen. Ich find meinen Orientierungssinn ja inzwischen echt gut. (Man sollte sich insbesondere als Alleinreisende immer mal selbst loben. :) ) So haben wir Wasserfaelle gesehen, sind ueber Stock und Stein in den Bergen umher gezogen und haben ein paar neblige Aussichten (z. B. von Felsformationen) inmitten von indischen Tourimassen mehr oder weniger genossen.
Auch haben wir den See inmitten aller indischen Touristen auf dem Tretboot erkundigt. Das war leider mal wieder ein bisschen nervig teilweise, aber trotzdem lustig!
Bei Kodaikanal gibt es einen kleinen Ort, der fast ausschliesslich vin israelischen Reisenden bevoelkert wird. Da der Weg dorthin sehr schoen sein sollte und ganz in der Naehe eine Felsformation, die wie eine Delfinnase aussehen soll, war, sind wir auch dort noch hin und haben unseren letzten ruhigen Tag in der Natur genossen.

Chennai

Denn noch am selben Abend gings mal wieder mit Bus (mit verstellbaren Sitzen) nach Chennai. Ich kann echt so dankbar sein, dass Tanimara das mitgemacht hat!!! Denn Chennai an sich ist wirklich nicht schoen. Aber ich musste dort hin, um meine Faehrentickets fuer die Andamen zu kaufen und mein Thailandvisum zu bekommen. Und je spaeter ich dort angekommen waere, desto unwahrscheinlicher waere es gewesen, rechtzeitig genug in Thailand zu sein, um meine Schwester und Mama zu treffen. Zum einen faehrt die Faehre nur ein Mal pro Woche und zum anderen musste ich auf den Andamen ja dann auch erst mal Segler finden, die 1. nach Thailand wollen, 2. nicht zu spaet und 3. mich mitnehmen wollen.
Aber schon fuer die Faehrenfahrt hatte ich Glueck: Am Dienstag angekommen habe ich direkt ein Ticket fuer Freitag bekommen, so dass ich dann noch Mitwoch und Donnerstag fuer das Thailaendische Visum hatte. Dafuer brauchte ich uebrigens auch Flugtickets, die dann direkt wieder storniert wurden. Ist echt schlimm, wie viele Steine einem in den Weg gelegt werden, wenn man nicht fliegen will.
Neben dem ganzen Papierkram (auch mal wieder eine Bewerbung) haben wir uns, nachdem wir es schon die ganze Zeit vor hatten, endlich massgeschneiderte Salwar Kameez zugelegt.

Mit der Faehre zu den Andamen

Und dann war der Zeitpunkt des Abschieds gekommen. Tannimara ist mit in den Bus eingestiegen, der mich zum Hafen bringen sollte und als wir vom Militaer gecheckt wurden und alle anderen ihre Tickets zeigen mussten, hatten wir schon ein komisches Gefuehl. Trotzdem ist Tannimara bis zum Schiff mit gekommen, um dann dort zu erfahren, dass es illegal ist…Es war dann am Ende aber nur halb so schlimm, schliesslich hat sie unbeschadet das Gelaende verlassen koennen.
Der Abschied war echt bloed. Ich war super traurig und Tannimara wollte mich nicht ins Ungewisse verlassen, waere am Liebsten mit gekommen. Aber zum Glueck sind Dank netter Mitfahrender meine Traenen am Ende schnell wieder getrocknet.
Ich habe die billigste Kabinenklasse gewaehlt und zum Glueck nicht Schlafsaal, auch wenn das weniger als die Haelfte gekoste haette. Aber so konnte ich schlafen, auch weil meine 5 Kabinennachbarn ruhige, nette Inder waren und auch das Essen war um einiges besser.
Insgesamt waren recht viele auslaendische Touristen auf dem Boot, auch 3 Briten (2 davon mit Fahrrad), die auch weiter auf dem Seeweg nach Thailand wollen.
Auf der Faehre musste ich leider das erste Mal zum Arzt, weil ich wahrscheinlich in meinem Schlafsack Bettwanzen (oder so) aus Chennai mitgebracht hatte und deren juckenden Bisse haben mich echt verrueckt gemacht. Inzwischen sieht meine Haut aber wieder fast normal aus und auch die Viehcher bin ich los.

Port Blair

Nach ziemlich genau 3 Tagen auf hoher See sind wir in Port Blair angekommen. An meinem ersten Tag habe ich noch nicht viel unternommen, Segler zu finden (zumal mal wieder Feiertag war), habe nur den Ort ausfindig gemacht, wo ich sie finden kann. Dabei hat mir ein Schweizer, der vor 3 Jahren von der Schweiz bis nach Australien mit dem Fahrrad und ohne zu fliegen gefahren ist (sein Blog). Es ist echt toll, wie viel Unterstuetzung ich auch immer wieder von anderen Reisenden bekomme, selbst wenn ich sie nicht persoenlich kennen gelernt habe.
Heute dann bin ich zu einer Anlegestelle gegangen, an der Segler mit ihrem Beiboot anlagen, um Dinge in Port Blair zu erledigen. Das erste Paar, das mir entgegen gekommen sind, waren Hamburger, die seit 27 Jahren in Australien leben. Und ich konnte es im ersten Moment gar nicht glauben: Sie segeln tasaechlich in 10-14 Tagen nach Phuket in Thailand und nehmen mich mit. Es war also eine gute Entscheidung an meinem Traum fest zu halten!

(Halb-) Zeit zum Eingewoehnen in Indien

Halbzeit :)
Tannimara ist nun schon die Haelfte der Zeit hier in Indien und auch meine Reise dauert schon ein halbes Jahr. Grund zum Feiern? Grund zum traurig sein?
Traurig bin ich nicht, Gruende zum Feiern sind immer willkommen! Ich geniesse die Zeit hier sehr und freue mich auf die 2. Haelfte der Reise in Indien und auf alles was danach noch kommt. Wobei ich zugeben muss, dass ich mich wirklich am Anfang erst mal an die hiesigen Geflogenheiten gewoehnen musste, mehr als in allen anderen Laendern.

Delhi

Viel zu frueh am Morgen (aber es gibt Menschen, fuer die nehme ich gerne so einiges auf mich), bin ich mit dem Taxi zum Flughafen gefahren, um Tannimara abzuholen. Das war ein echt schoenes Wiedersehen, auch wenn sie mich erstmal uebersehen hat.
An ihrem ersten Akklimatisierungstag haben wir uns zunaechst um praktische Dinge wie Zugtickets fuer unsere naechsten Ziele besorgen gekuemmert. Das war auch einfach, trotz Hauptsaison, doch da wussten wir noch nicht, was diesbezueglich in Zukunft noch auf uns zukommen sollte…
Den Rest des Tages wollten wir Neu Delhi ein wenig auf uns wirken lassen. War wiederum weniger schlimm als erwartet, auch wenn es doch recht stressig war, obwohl wir uns nie bedroht gefuehlt haben, nur genervt so oft angequatscht zu werden. Die lustigste Begegnung war mit einem Typen, der unsere Ohren putzen wollte und uns dazu sogar die Empfehlung von einem Deutschen zeigen konnte.
Den darauffolgenden Tag waren wir in Alt Delhi, haben uns dort eine Moschee und den Red Fort angesehen und sind wieder viel durch die Strassen gelaufen, haben typische Suessigkeiten gegessen und das geschaeftige Treiben auf uns wirken lassen.

Agra

2 bzw. 3 Tage in Delhi waren dann aber auch genug und es ging mit dem Zug weiter nach Agra, wo wir am naechsten Morgen extra frueh, um den Tourimassen zu entgehen, den Taj Mahal besichtigt haben. Der hat uns mehr beeindruckt, als wir es uns vorher haetten vorstellen koennen – super schick und gewaltig zugleich. Und das alles als Grabstaette, erbaut fuer die grosse Liebe…

Agra selber war gar nicht so schlecht. Dafuer, dass wir vorher nur schlechtes darueber gehoert hatten, konnten wir den Rest des Tages noch gut geniessen: Auf einem Markt, in einer Moschee und am Fluss mit Taj Mahal Blick.
Stressig waren wieder nur viele Menschen: Bettelnde Kinder, denen ich schon aus Prinzip nichts gebe, damit sie nicht zum Betteln ermutigt werden. Typen, die versuchen einen zu beruehren (einer wollte uns unbedingt kuessen), kleine Jungs, die ihre Hosen runter gezogen haben und dann wie immer staendig die gleichen Fragen: Wie heisst ihr und woher kommt ihr. Schon ab da haben wir uns vorgenommen, immermal andere Identitaeten anzunehmen, um uns selbst nicht so zu langweilen.

Jodhpur und die Thar-Wueste

Am Abend ging es mit ueber einer Stunde Verspaetung mit dem Zug weiter nach Jodhpur in Rajasthan. Diesmal sind wir Sleeper Class gefahren, was noch eine Kategorie schlechter ist, als die Klasse, mit der ich nach Delhi gekommen bin. Platz hat man da genauso viel, es ist ein wenig dreckiger, es gibt keine Vorhaenge vor den Betten und man bekommt keine Bettwaesche. Aber dafuer fand ich unsere Mitreisenden netter, was mir eindeutig wichtiger ist.
Jodhpur hat uns beiden super gut gefallen. Obwohl es eine Grossstadt ist, war es irgendwie weniger stressig. Im Stadtzentrum sind die Haeuser fast alle blau angemalt, was Insekten und Hitze abhalten soll und der Stadt ihre eigene Note verpasst.

Auch wenn es uns so gut gefallen hat, sind wir dem Stadtleben doch zunaechst gleich wieder fuer 2 Tage in die Wueste entflohen. Dort war es wunderbar ruhig, bis auf die Disko in der Nacht, wo Leute in einem Touricamp wohl etwas lautstaerker schon mal Weihnachten gefeiert haben.
Wir haben bei einer Familie geschlafen, die hauptsaechlich von den Touristen lebt, die bei ihnen essen, naechtigen und mit ihren Kamelen durch die Wueste reiten. Das haben wir dann auch gemacht, Tannimara auch trotz ihrer Einwaende gegen jegliches Reiten. Dafuer hat mir diesmal extrem der Hintern weh getan.
Die Wueste bei Osian, wo wir waren, ist noch recht stark bewachsen, aber trotzdem sehr schick. Leider war der Sonnenuntergang nicht ganz so toll wie erwartet, weil am Horizont die Dunstschicht die Sonne frueher verschluckt hat, als erwuenscht. Doch die Nacht unter freiem Sternenhimmel war dafuer richtig toll und auch die Familie war super nett, das Essen fantastisch und die Ritte zu einem Dorf, zu anderen Familien und durch die Landschaft waren toll, wiedermal mit der kleinen Einschraenkung der zu vielen bettelnden Kinder.
Was wir insbesondere in der Wueste sehr bereut haben, war, dass wir nicht die Sprache der Leute konnten, was die Verstaendigung echt erschwert bis unmoeglich gemacht hat. Doch nicht wirklich haetten wir da was dagegen machen koennen, da in Indien einfach zu viele Sprachen gesprochen werden, die wir unmoeglich alle lernen koennen.

Am Nachmittag gings dann zurueck nach Osian, wo wir uns noch 2 krass verzierte Tempel angesehen haben, und von dort wieder zurueck nach Jodhpur, um uns endlich ein bisschen mehr umzusehen und auch endlich mal shoppen zu gehen. Was wir erstanden haben, wird aber nicht verraten.
Aber dafuer duerft ihr natuerlich wissen, dass wir den Fort Merangarh besichtigt haben, mit den besten Aussichten ueber die Stadt. Sehr gut gefallen hat mir auch der Markt und natuerlich, dass ich endlich mal das typische indische Eis (Kulfi) essen konnte :)

Udaipur

Und dann stand auch schon Weihnachten vor der Tuer, mein Gefuehl sagte zwar was anderes, das wollte sich naemlich einfach nicht einstellen, aber so ein bisschen feiern wollte ich dann doch. Als Ort des Geschehens ist unsere Wahl auf Udaipur, auch in Rajasthan, gefallen, da es eine romantische Stadt sein soll mit schickem Palast an einem schoenen See gelegen ist. Wir haben uns also eine kleinere huebsche Stadt erwartet. Doch Pustekuchen: See und Palast waren zwar echt schick, aber die Stadt an sich echt gross und hektisch. Aber naja, dafuer habe ich am 24. endlich auch noch richtige Weihnachtsplaetzchen bekommen.

Die Weihnachtsfeiertage haben wir damit verbracht, den Palast und eine Moschee zu besichtigen, einen James Bond Film zu sehen, der z.T in Udaipur, in der DDR und der BRD gedreht wurde (Octopussy), um den See zu laufen ohne dabei viel auf ihn schauen zu koennen und uns um unsere Weiterfahrt zu kuemmern. Das war gar nicht so einfach, weil die normalen Zugtickets alle natuerlich schon ausverkauft waren und die Wartelisten bereits als wir in Jodhpur nachgeschaut haben schon bei Listenplatz 150 oder so waren. Aber es gibt auch noch die Moeglichkeit der Tatkaltickets, die man erst ab 2 Tage vor der Fahrt kaufen kann und die dann etwas teurer sind. Eigentlich wollten wir Silvester in Goa verbringen, aber da wir so viele Horrorgeschichten gehoert haben, dass es jetzt in der Hauptsaison nicht nur ueberlaufen, sondern auch gleich 6mal so teuer wie normal sein soll, haben wir uns entschieden, ein Ticket direkt nach Kerala noch weiter im Sueden in einer Agentur kaufen zu lassen, weil wir selbst auch keine Lust hatten schon 6 Uhr morgens zum etwas entfernten Bahnhof zu rennen. Doch als wir am naechsten Abend die Tickets holen wollten, gabs keine…es scheint zur Zeit nahezu unmoeglich zu sein Tickets auf der Strecke von Mumbai Richtung Sueden ueber Goa zu bekommen, da wollen alle hin…Also wurde wieder umgeplant und es ging mit dem Bus doch nach Goa. Das heisst erst ueber Nacht nach Mumbai und dann nochmal ueber Nacht nach Goa, woebi wir im ersten Bus ein Bett hatten und im 2. dann verstellbare Sitze. Ich preferiere zwar klar den Zug, aber es war am Ende gar nicht so schlimm.

Goa

Und dann sind wir tatsaechlich in Goa am Strand angekommen. Die Wahl ist letztendlich auf Arambol im als partyreicher verschrieenem Norden Goas gefallen, weil dort zwei Bekannte, die ich in Nepla kennengelernt hatte, waren und es empfehlen konnten. Und so schlimm war es echt nicht. Keine Party von frueh bis spaet, keine hemmungslosen Touris, wir haben auch eine sehr gut bezahlbare Unterkunft gefunden und so stand dem Entspannen am Strand nichts mehr im Weg. Es war zwar wirklich recht touristisch, aber alles halb so schlimm.
Neben Strandspaziergaengen waren wir shoppen, wobei ich mich endlich mal mit neuen Klamotten eingedeckt habe, natuerlich baden, haben fuerstlich gespeist und konnten nun mal viel lesen und uns ein wenig erholen. Ganz besonders hat mir, der Salzwasser ja nicht so sehr zusagt, der See direkt auf der anderen Seite einer der Straende in Arambol gefallen. In der Silvesternacht gabs dann erst Livemusik und dann elektronische Musik mit Holzquerfloete (glaub ich) und Trompete. Wir haben Bier und Cocktails getrunken, getanzt, ein Feuerwerk bestaunt und am Ende aber nicht wirklich lange durchgehalten, zumal es am naechsten Morgen frueh losgehen musste, weil man in Indien immer unverschaemt frueh aus den Hotels auschecken muss, und wir dann am Abend weiter Richtung Hampi wollten, mal wieder mit einem Schlafbus.

Hampi

Fuer den Bus nach Hampi haben wir nur ein Einzelbett im Bus bekommen. Man hat das Stress verursacht…In der Agentur mussten wir nur fuer ein Einzeltickt bezahlen, im Bus wollten sie dann mehr, ich hab mich aber geweigert. Am Ende haben sie uns nach mehrstuendiger Fahrt dann doch noch ein Doppelbett angeboten und wir haben den vollen Preis bezahlt. Keine Ahnung wieso dann ploetzlich doch noch Platz war…
Der Bus hatte auf jeden Fall 10 Stunden Verspaetung, so dass wir nicht frueh, sondern erst am Abend angekommen sind und auch nicht mehr auf Hampi Island fahren konnten, wo es huebscher zum Schlafen ist.
Die meiste Zeit haben wir in Hampi mit Rumlaufen verbracht, was hier eh so unsere Hauptbeschaeftigung ist, ich will nicht wissen, wie viele Kilometer wir schon so geschrubbt haben. Oft gehen wir halb planlos los und kommen dann an die schoensten Ecken, auch ohne andere Touris, von denen es ja an sich in Hampi mal wieder echt viele gab.
Hampi hat uns beiden bisher am besten von allem, was wir bisher von Indien gesehen haben, gefallen. Die Natur ist wunderschoen: Mit Felsen (zum Klettern und Bouldern-jippieh!), Fluessen, einem See, Bananenplantagen und Reisfeldern. Und inmitten dieser Landschaft gibt es superviele schoene Tempel und Ruinen von Palaesten.

Auf dem Weg nach Kerala

Von Hampi ging es weiter nach Kerala, endlich mal wieder mit dem Zug. Dafuer mussten wir in Bangalore ueber 12 Stunden verbringen, bis der Anschlusszug gefahren ist. Aber so hatten wir noch was vom Tag und sind nur nachts gefahren.
In Bangalore waren wir im Regierungsmuseum, in dem gleichzeitig ein Kunstmuseum ist. Das hat uns trotz der (maennlichen) Schulklasse, die sich das Museum zur gleichen Zeit angesehen hatte (musste), echt gut gefallen, insbesondere die Fotoausstellung von den Strassen Indiens. Nachdem wir schon vom Bahnhof in die Innenstadt ca. 4 km gelaufen waren, sind wir dann nochmal 4 km zum botanischen Garten und von dort auch zurueck zum Bahnhof gelaufen, Bangalore ist zwar auch eine hektische Riesenstadt und wir haetten fuer sehr wenig Geld mit einer Autoricksha fahren koennen, aber wie bereits erwaehnt, latschen wir einfach gerne durch die Gegend :)
Der botanische Garten hatte zwar botanisch nicht so viel zu bieten, war aber ansonsten echt angenehm, bis auf dass sich ein Kerl einen vor uns runtergeholt hat und die vielen Inder etwas stressig waren, die Fotos von uns machen wollen. Aber so langsam gewohoehnen wir uns doch an so einiges hier. Ich fuer mienen Teil auch mehr und mehr an die Distanzlosigkeit, die hier an den Tag gelegt wird. Mit viel Geduld und wenn man alles nicht so ernst und mit einem Laecheln im Gesicht (auf)nimmt, ist es fuer mich ein Teil des Indiens geworden, dass ich echt nicht missen moechte und froh bin, noch Zeit hier zu haben, bis ich Ende Januar/ Anfang Februar versuchen werde mit dem Boot nach Thailand zu kommen, um dort schon den naechsten Besuch in Empfang nehmen zu koennen: Meine Mama, Schwetser und vielleicht auch Christian.

Nicht viel ist gar nicht so wenig…

Eigentlich war mein Plan, nicht viel zu machen, mehr als geplant ist es auch nicht geworden, aber so wenig wars am Ende gar nicht. Das war auch gut so, damit ich mich aus meiner eigenen Muedigkeit, die mich nach dem Trekking ueberfallen hat, losreissen konnte. Erst dachte ich, dass es an den Anstrengungen der letzten 2 Wochen liegen muss, aber als ich auch noch nach einer Woche immer noch staendig muede war und super viel geschlafen habe, kam doch der Verdacht auf, dass meine Schilddruese mal wieder nich so richtig will. Aber so lange es mir dabei gut geht, werde ich nichts daran aendern.

Im Kinderheim in Pokhara

Das Hostel, in dem ich geschlafen habe, hat ein Kinderheim in Pokhara aufgebaut. Chandra und Judy konnten so neben ihren eigenen 2 Kindern noch weitere 10 adoptieren. Sie sind zum groessten Teil gar keine Waisen, sondern ihre Eltern konnten sie nicht ernaehren oder sie wurden missbraucht.
Auch im Kinderheim ist die Ernaehrung der Kinder noch ein Problem. So lange keine finanziellen Moeglichkeiten da sind (immer wenn keine VolontaerInnen da sind) gibt es nicht mehr als Reis zum Fruehstueck und zum Abendbrot. Ashley und Jean-Luc, die schon ein paar Tage vor mir da waren, kamen so auf die Idee, Huehner und Ziegen zu kaufen, damit die Ernaehrung ein wenig ausgewogener werden und die Familie sich mehr und mehr selber ernaehren kann. Ein Italiener hatte bereits eine kurze Zeit vorher das Anlegen eines Gemuesegartens unterstuetzt.
Weitere hilfreiche Massnahmen von anderen eintrudelnden VolontaerInnen (insbesondere Robert und Amanda aus Australien) waren das Kaufen von Matratzen fuer die Kinder und die Ueberlegung Fonds fuer die Bildung der Kinder anzulegen, damit auch die 10 Adoptierten eine Privatschule besuchen koennen. Inwieweit dies durchgefuehrt wurde, weiss ich allerdings nicht, da ich eher abgereist bin, noch bevor Robert die Schulen besucht hat, um sich ein eigenes Bild zu machen.
Ich fuer meinen Teil habe mich ganz den Kindern gewidmet: Wir haben viel gespielt, gefaltet und ich habe insbesondere dem 13jaehrigen Josef, bei den Mathehausaufgaben geholfen. War gar nicht ohne…Die Gleichungen habe ich noch ohne Probleme hingekriegt (ihm gut helfen koennen), auch wenn ich mich erst an die indische Art der Loesung gewoehnen musste, aber bei der Berechnung einer Steigung mit Hilfe eines gegebenen Winkels habe ich ganz schoen lange in meinem Hirn Graben muessen :)
Eigentlich gibt es in Nepal nur einen schulfreien Tag in der Woche, den Samstag. Doch als ich da war, wurden direkt mal 4 daraus: Der Erste aufgrung von Pruefungen und die beiden anderen zusaetzlichen wegen eines landesweiten Generalstreiks nach der gewaltsamen Raeumung eines von Obdachlosen illegal errichteten Hüttendorfs, bei der 4 Menschen gestorben sind.

Wenn ich hingegen nur Nachmittags bei den Kindern war, hatte ich viel Zeit zum lesen. Und das Buch moechte ich hier allen, die sich fuer Indien interessieren empfelen: Shantaram von Gregory David Roberts. Ein autobiografischer Roman, der von Roberts Zeit nach seiner Flucht aus dem australischen Gefaengnis in Bombay erzaehlt. Ich habe diesen ueber 900seitigen Waelzer in Originalsprache regelrecht verschlungen und das will bei mir schon so einiges heissen.
Ausserdem habe ich das Women Skill Development Center besucht, wo Frauen mit Behinderungen, Alleinstehende und Witwen Stoffhandwerk erlernen und schliesslich auch von zu Hause aus arbeiten koennen. Es erschien mir alles sehr gut durchorganisiert. Der Hauptanteil der entstehenden Produkte wird ins Ausland verkauft – alles Fair-Trade versteht sich.

Mit dem Kajak den Setifluss runter

Nach einer guten Woche in Pokhara sollte es dann schon wieder weiter fuer mich gehen, um endlich mein Geburtstagsgeschenk zu bekommen, meinem Flegmatismus ein Schnippchen zu schlagen und auch, um auf Nummer sicher zu gehen nicht aufgrund von Streiks oder Blockaden nicht rechtzeitig in Indien sein zu koennen.
Der erste Tag war etwas stressig. Da ich eher aufgebrochen bin als gedacht und noch ein Versprechen einzuloesen hatte, gings ziemlich frueh nochmal ins Kinderheim, wo ich eins meiner Lieblingsfruehstuecke gemacht habe (typisch deutsch waere trotz der deutschen Baeckereien nicht moeglich gewesen, denn leckere Broetchen sind was anderes): Muesli mit Obst und Joghurt. Dann wurde ich noch gebuehrend mit Blueten von jedem Kind einzeln ueberreicht und einer Bluetenkette verabschiedet.
Direkt weiter gings zur Kajakagentur, wo mir mitgeteilt wurde, dass wir anders als geplant schon am Abend zum Fluss fahren muessten, da am naechsten Tag wieder gestreikt werden sollte. Also musste ich noch mal ins Hostel, um meine Sachen in aller Eile zu packen, bevors mit 2 Guides, Lila und Frederica aus London auf den See gehen sollte.
Dort hatte ich zunaechst wie erwartet Probleme ueberhaupt gerade aus fahren zu koennen…was hatte ich mir nur bei meinem Geschenk gedacht, so was sollte doch eigentlich Spass machen. Der Spass kam dann aber noch rechtzeitig auf der anderen Seite des Sees. Nach etwas Ueberwindungsschwierigkeiten habe ich mich mit groesster Freude selber umgekippt. Erst sollten wir raus aus dem Boot, um uns selbst zu retten (Self-Rescue) und dann im Boot bleiben und in T-Stellung mithilfe eines anderen Bootes und einem kraeftigem Hueftschwung wieder Oberwasser gewinnen (T-Rescue). Am Schluss konnten wir noch die Eskimorolle ueben, aber die hab ich an diesem Tag nicht hingekriegt. Ich und meine Huefte – wir sind leider auch nicht allzusehr befreundet ;)
Obwohl der Streik dann doch wieder abgesagt wurde, gings noch am Abend zu unserem Startpunkt der Kajaktour, wo wir dann aeusserst romantisch unter einer gut befahrenen Bruecke geschlafen haben, mit dem Duft von verbrennendem Plastik in der Nase.
Am naechsten Morgen teilte mit Lila mit, dass sie und Frederica eventuell abbrechen wollten, sie haetten fast nich schlafen koennen, es sei zu hart auf den ollen Matratzen und zu kalt in den duennen Schlafsaecken gewesen. War ich froh, dass ich mein eigenes Zeug dabei hatte. Nach einem heissen Tee und Fruehstueck, haben sie sich aber dann doch dazu entschiedn mit zu kommen. Ausserdem sind noch Esther und Dave dazu gestossen und so waren wir zu fuenft + 3 Guides und einem, der unser aller Gepaeck in einem Raft den Fluss transportieren sollte.
Gleich am Anfang und eigentlich den ganzen Tag habe ich mich wieder gefragt, was ich denn da bitte eigentlich mache, das Kajak und ich, das passte irgendwie nicht so richtig. Staendig bin ich umgekippt (so auch schon nach den ersten Minuten) Dafuer war fast immer jemand in der Naehe, der die T-Rescue mit mir machen konnte, so dass ich nicht staendig wieder neu ins Boot musste. Auch war es merkwuerdig, dass meine geliebten Felsen, die mir normalerweisert ein Laecheln ins Gesicht zaubern, ploetzlich zu Feinden wurden (wobei ich komischerweise trotzdem immer in ihre Richtung gefahren bin).
Aber ab dem naechsten Tag wurde es besser. Ich habe mehr Gefuehl (und Gleichgewicht) fuer das Boot bekommen und so bin ich auch als eine von drein den ganzen Tag gefahren – habe auch fast eine schwierigere Stromschnelle bewaeltigt, bin erst ganz zum Schluss umgekippt. Und eine Eskimorolle hat auch geklappt, natuerlich beim Ueben und nicht in der Ernstsituation…
Der letzte Tag sollte noch ein paar mehr schwierige Stromschnellen parad halten, wobei ich auch hier immer umgekippt bin. Das erste Mal war erst gar nicht lustig. Ich habe die richtige Linie verpasst (bin nicht dem Guide sondern Frederica hinterher), dann an einem Flesblock haengen geblieben, ein bisschen rumgestrauchelt, umgekippt, raus aus dem Boot und weitere Flesbloecke umspuehlt von Stromschnellen haben auf meinen Hintern ohne das schuetzende Kajak gewartet. War aber am Ende echt lustig und ich hab nicht mal blaue Flecken bekommen. Da war es weniger lustig durch weitere Stromschnellen zu treiben und so viel Wasser dabei zu trinken, dass mir, nach der welligen Fahrt danach ein bisschen schlecht geworden ist. Oder, als wir schon in einen kaelteren Fluss gemuendet sind und ich erst kopfueber auf meine T-Rescue gewartet habe und dann doch raus aus dem Boot bin, als niemand kam und schoen lange im kalten Wasser schwimmen musste…Aber alles in allem war es auch ein guter Tag und das viele Wasser hat mir nach dem feucht-froehlichen Abend wohl auch eher gut getan, zumal ich auf den ruhigen Abschnitten fast eingeschlafen waere :)
Die Abende haben wir an wunderschoenen Zeltplaetzen am Fluss verbracht. Mit viel zu viel gutem Essen, Lagerfeuer, Bier und Rum.

Lumbini

Vom Endpunkt der Kajaktour ging es fuer mich direkt weiter Richtung indische Grenze, wo ich noch 2 Tage in der Geburtsstadt Buddhas – Lumbini – verbringen wollte. Die Guides, die mich noch in meinen Bus gesetzt hatten, haben behauptet, dass ich ohne umzusteigen bis zum Zielort gelangen wuerde. Als ich dann am Abend an irgendeiner Kreuzung rausgelassen wurde und mich ein Rickshafahrer fuer 10 Rupien (ca 10 Cent) fahren wollte, habe ich mir erst nichts weiter dabei gedacht, ausser, dass es ja nicht mehr so weit sein kann. Allerdings fuhren wir dann ohne Licht aus dem Dorf raus und es stellte sich heraus, dass wir im Grenzort starteten, der ueber 20 km von Lumbini entfernt war. Nach einer langen, kalten und ungemuetlichen Fahrt bin ich aber doch irgednwann angekommen und sollte am Ende natuerlich viel mehr bezahlen….Nach einiger Diskussion ist aber alles fuer mich zum Positiven ausgegangen. Nur leider kam dann keine heiss ersehnte heisse Dusche, die gabs naemlich nicht…
In Lumbini selbst konnte ich den Stein sehen, auf dem Buddha einst geboren worden ist und dazu noch wahnsinnig viele Tempel von den unterschiedlichsten Laendern, die dort wie Pilze aus dem Boden spriessen. (Auch einen deutschen Tempel gibt es.)
Am darauffolgtenden Tag habe ich mir ein Fahrrad geliehen und bin durch nahe gelegene Doerfer geradelt. Das einfache Leben und all die freundlichen Gesichter waren echt ein guter Abschluss meines 1,5monatigen Nepalaufenthalts.

Weiter nach Indien

Von Lumbini bin ich sehr frueh aufgebrochen zurueck zur Grenze, diesmal mit dem Bus :) Alle Grenzformalitaeten waren schnell abgehakt und es konnte schoen eng aneinandergekuschelt in einem Jeep weiter gehen nach Gorakhpur, von wo aus ich den Zug nach Delhi genommen habe. Noch an der Grenze habe ich meine erste Blume von einem Inder bekommen, war aber nicht besonders aufdringlich und auch ansonsten habe ich bisher keine schlechten Erfahrungen als Frau machen muessen. Das einzige, was mir negativ aufgefallen ist, waren nach Nepal zu wenig freundliche Gesichter, ich wurde hingegen eher angestarrt. Aber immer wenn ich Hilfe brauchte, waren die Menschen wiederum sehr nett. Und ab Morgen werde ich das alles nicht mehr alleine erleben, verarbeiten etc. muessen, denn dann kommt Tannimara aus Leipzig an und wir werden in den folgenden 6 Wochen Indien gemeinsam unsicher machen koennen.

Unterwegs im Himalaya

Wie ich schon beim letzten Mal berichtet habe, sollte es zur Annapurnarundwanderung gehen. Zu dem Gebirgsmassiv gehoeren die Annapurnas, wobei die Annapurna I mit 8091m der zehnthoechste Berg der Welt ist (ja, dieser Berg ist wirklich weiblich :) ). Der Annapurna Circuit ist eine Fernwanderung um die Annapurnagebirgskette durch das Gebiet des Annapurna Conservation Area Project (ACAP), dem ersten und größten Landschaftsschutzgebiet Nepals. Von Besisahar (780 m) geht es auf den Pass Thorong La (5.416 m) und endet in Naya Pul (1070 m).
Der Trek führt die meiste Zeit durch kultiviertes Land und man erlebt alles von tropischem Klima mit Affen, wunderschoenen Baeumen und zahlreinen Wasserfaellen bis hin zu Hochgebirgsklima mit Schnee und Kaelte.

Auf in die Berge

Unsanft aufgeweckt vom Wecker ging es viel zu frueh zum Busbahnhof, wo ich wie erhofft viele Leute getroffen habe, die die gleiche Wanderung wie ich vorhatten. Und viele davon waren mir auch auf Anhieb sympatisch. Ich haette nicht gedacht, dass es so einfach sein wuerde sich zusammen zu schliessen, aber ich hatte wohl mal wieder eine unglaubliche Portion Glueck. Auch haette ich nicht gedacht, dass ich so viel deutsch auf der Wanderung reden wuerde und dann etwa genauso viel spanisch wie englisch.
Zusammengetan habe ich mich von Anfang an mit Epi, einer Spanierin mit oesterreichischem Pass (ihr Vater ist Oesterreicher, ihre Mutter Chilenin und die meiste Zeit hat sie in Barcelona gelebt) und Aton, einem Spanier aus dem Baskenland. Beide sind mir echt ans Herz gewachsen, doch leider hatte ich die ganze Zeit bei Aton ein mulmiges Gefuehl. Das lag daran, dass die der Annapurna Circuit seine erste Trekkingtour war, er folglich null Erfahrung in den Bergen hatte. Fuer mich war die ganze Zeit klar, dass ich ohne Guide und Traeger gehen wollte, zumal ich mir nie Sorgen machen musste mich auf diesem Weg zu verlaufen und die Runde gehen auch so viele Leute, dass im Notfall immer jemand in der Naehe ist. Aber Bergerfahrung, insbesondere was Selbsteinschaetzung und Probleme mit der Hoehenanpassung betrifft, sind meines Erachtens unerlaesslich, schliesslich sollte es ueber einen 5416m hohen Pass gehen und das ist echt nicht zu unterschaetzen.

Am ersten Tag ging es nach 2 Busfahrten, von der wir uns die 2. auch haetten sparen koennen, weils zu Fuss wohl schneller gegangen waere, noch ein bisschen weiter bis zu einem schoenen Teehaus. Viele Gaestehausbesitzer auf dem Weg bis dahin haben uns noch versucht vor dem Weitergehen aufzuhalten – es sei viel zu weit bis zum naechsten Dorf. Pustekuchen, zu schnell mussten wir uns an diese Art von Luegen gewoehnen. Unterkuenfte gibt es am Weg wie Sand am Meer. Ich glaube laenger als 1,5 Stunden mussten wir nie laufen. Echter Luxus – jede Nacht ein Bett, nie mussten wir selber kochen, also weder Zelt noch Essen und Kocher mit uns rumschleppen.

Klingt alles so, als waere diese Wanderung waermstens zu empfehlen. Doch leider gibt es einen echten Wermutstropfen: Ueberall werden Strassen gebaut und so geht der Weg auf breiten Wegen und zum Teil mussten wir sogar wegen Sprengungen warten. Die Berge werden weiterhin so atemberaubend bleiben, aber wer will schon auf staubigen Strassen von Autos etc. ueberholt werden…Doch noch sind bis zum Pass keine Autos unterwegs gewesen.

Obwohl Aton es nicht gewohnt war mit dem Rucksack durch die Berge zu gehen und Epi behauptet hat, sie waere zur Zeit super unfit, waren wir recht schnell unterwegs. Vielleicht gar nicht mal so schnell, sondern eheher ziemlich ausdauernd mit wenigen Pausen und langen Tagen, so dass wir bei anderen Leuten schnell unseren Ruf weg hatten und den ersten Abschnitt in einem Tag schneller als vom Reisefuehrer empfohlen absolviert haben. Und wer haette es gedacht, am 2. Tag war doch die unermuedliche Claudia doch tatsaechlich die, die versucht hat vernuenftig zu denken und das ganze ein bisschen abzubremsen. Ich hab mir einfach Sorgen gemacht, dass die beiden sich uebernehmen und dann gar nichts mehr geht. Aber Epi war gar nicht so unfit wie behauptet und Aton hat man es zwar irgendwann echt angemerkt, wie sehr ihn das ganze schlaucht, aber er ist die ganze Zeit gut mitgekommen – Er ist wohl gerade in seinen besten Jahren ;)

Immer wieder haben wir die gleichen Leute getroffen. Bei manchen habe ich mich mehr gefreut, bei manchen weniger. Wirklich gefreut habe ich mich immer wieder die beiden Krankenschwestern Karin und Annabelle aus Ulm zu sehen. Jetzt wundert ihr eucht vielleicht, warum ich bei ihnen den Beruf erwaehne und bei Aton und Epi beispielsweise nicht. Das liegt daran, dass der Beruf bei meinen beiden Begleitern irgendwie keine Rolle gespielt hat. Epi hat ja nicht ohne Grund ihren Job gekuendigt, um ein Jahr reisen zu koennen.
Doch bei Karin und Annabelle war das insofern anders, dass sie uns des oefteren gute Tipps geben konnten, leider insbesondere Epi, die immer wieder krank wurde, wohl doch ein Zeichen dafuer, dass sie zur Zeit nich so fit war, also zumindest ihr Immunsystem. Aber es war nie so schlimm, dass sie nicht weiter konnte und wollte, flach gelegt hat sie es erst heute, nachdem sie gestern noch einen schoenen Geburtstag hatte…
Karin und Annabelle waren mit Guide, der uns ein wenig Nepali und ein Kartenspiel beigebracht hat, und Traeger unterwegs. Ich finde es echt gut und wichtig, dass Leute so in den Bergen hier unterwegs sind. Wenn auch die Wege einfach zu finden sind, kann man doch viel lernen und so lange der Guide gut ist, hat man auch fast alle Freiheiten, die man alleine hat. Aber irgendwie beeinflussen wird einen ein Guide immer und sei es nur bei der Gaestehauswahl und das ist mir einfach nichts. Ich freue mich immer ueber gute Tipps, aber oft entscheidet ja nicht (nur) guter Geschmack, sondern Beziehungen und Geld (Kommissionen).
Auch Traeger finde ich nicht schlecht, auch wenn ich fuer mich bei solch einer Tour nicht im Traum daran denken wueder von jemandem anderen meine Sachen tragen zu lassen und insbesondere bei jungen sportlichen AuslaenderInnen es irgendwie komisch finde, wenn sie mit superleichtem Tagesrucksack unterwegs sind und ihren riesigen Rucksack von jemandem tragen lassen. Aber natuerlich ist es auch wichtig, weil die Menschen so einen Job haben. Nur sollte man darauf achten, dass die Traeger nicht mehr als noetig tragen muessen und richtig fuer die Berge ausgeruestet sind. (Dass sie angemessene Klamotten haben und vielleicht lieber nen grossen Rucksack mit Hueftgurt und nicht meherere Rucksaecke zusammengebunden und alles aufm Kopf – Aber genau das ist die Art und Weise, in der die Einheimischen Dinge transportieren, da sollte ich mich wohl nicht einmischen. Aber ich kann mir nicht vorstellen, dass das gesund ist??? Ich war auf jeden Fall froh, dass ich nicht darauf angewiesen war…)
Aber was ich absolut nicht haben kann, sind grosse Gruppen. Und leider wurden wir regelrecht verfolgt von einer deutschen, was das ganze nur noch anstrengender gemacht hat…zu spaet haben wir entdeckt, dass an jedem Gaestehaus, in der die Gruppe geschlafen hat, an der Hauswand ein Schild ihres Anbieters hing, also nie vergessen die Augen aufzuhalten. :)

Akklimatisierung in Manang

Nachdem wir die ersten Tage so zuegig unterwegs waren, haben wir entschlossen in dem Ort Manang (3500m) nicht nur die ueblichen 2, sondern 3 Naechte zur Akklimatisierung zu bleiben. So hatten wir genug Zeit sowohl an einem Tag nur eine kleine Tour mit Sicht auf den Gletschersee vom Gangapurna und natuerlich auch den Berg selber zu machen und uns danach mit warmer Dusche, Apfelkuchen und co selber ein bisschen zu verwohnen. Die kleine Tour musste jedoch fuer mich alleine mal wieder zu einem kleinen Abenteuer werden, da ich es nicht leiden kann den selben Weg wieder runter zu gehen. So bin ich ueber Stock und Stein ein anderes Tal wieder herunter-… (Irgendwie faellt mir gerade kein passendes Wort dafuer ein, aber ich war auf jeden Fall keiner Gefahr ausgesetzt, Es war einfach nur etwas anstrengend dort hinunter zu kommen – aehnlich wie abseits der Wege in Russland, nur das wir dort keine andere Wahl hatten.)

Am 2. Tag ging es ueber 1100 Hohenmeter zu einem Eissee, der an sich nicht so beeindruckend war, aber dafuer die Aussichten. Auch hier wollte ich (die anderen aber nicht um jeden Preis, auch wegen schmerzender Knie und Knoechel) lieber eine Runde gehen als wieder den selben Weg fuer den Abstieg zu nehmen. Ein Guide, der auch beim See war, meinte, der Weg sei gefaehrlich. Aber in diesem Fall denke ich, er selber hatte nur Angst, den Weg nicht zu finden. Das war in der Tat etwas schwierig. Aber gefaehrlich war der Weg wirklich nicht und zum Teil (allerdings in die andere Richtung) sogar ausgeschildert. Und ich war echt froh diesen Weg dann sogar fuer mich ganz alleine zu haben und huebscher fand ich ihn noch dazu.

Zum groessten Pass der Welt

Bevor es zum Pass gehen sollte, standen noch 2 kalte Naechte und kuerzere Etappen an, nach denen wir uns immer schoen brav mit 2-3hundert Metern Auf- und wieder Abstiegen akklimatisiert haben. An die Hoehe angepasst war ich somit prima und durch zahlreiche Decken war mir auch nie kalt. Doch in der einen Nacht hat mich was ganz anderes vom Schlafen abgehalten: Eine Maus die durch unser Zimmer gehuscht ist.
Am Tag vor dem Pass haben wir unsere Akklimatisierung mit Energieauffuellung im High Camp verbunden: Gemeinsam mit Karin, Annabelle und ihrem Guide gab es Dhal Bhat (Reis, Linsensuppe, Currygemüse und ein paar sauer eingelegte Pickels) – das typische nepalesische Essen, wo man immer Nachschlag bekommt, so dass wir am Ende den Berg nur noch runterrollen mussten, weil wir so voll waren.

Und dann kam der grosse Tag. :) Es mag vielleicht gerade so klingen, dass der Pass das Ziel war. Stimmt aber nicht. Der Pass ist „nur“ ein Wegabschnitt und insbesondere der Abstieg ueber 1800m hat mich schon Tage im Voraus genervt und auch, dass alle Leute nur ueber den Pass geredet haben. Dabei habe ich bei meiner gesamten Reise doch so schoen immer nur den Weg als Ziel gehabt – und damit meine ich jeden einzelnen Abschnitt.
Los gings im Dunkeln um 5 Uhr zunaechst zum High Camp ueber eisige Stellen weiter zu noch einem hoeheren Teehaus, wo doch tatsaechlich auf 5100 m jemand freiwillig geschlafen hat, wieter zum Pass. Dort haben wir aufgrund eines enormen Winds lediglich die obligatorischen Fotos geschossen (keinen Tee in einem weiteren Teehaus getrunken) und sind direkt weiter zu dem elend langen Abstieg. Um sich ein wenig von dem eintoenigen Runtergelatsche abzulenken, ist Epi irgendwann auf die Idee gekommen Muell auf dem Weg einzusammeln. Natuerlich war dies bei leider echt viel Muell insgesamt nur ein Tropfen auf den heissen Stein.

Auf der Strasse zurueck?

Nach dem superanstrengendem Abstieg ging es am naechsten Tag nach der Besichtigung eines hinduistischen Tempels schon gleich weiter. Leider gab es ab da eine Strasse, auf der wir auch mit Jeep und Bus haetten zurueck fahren koennen. Doch wie es Flusstaeler so an sich haben, konnten wir die meiste Zeit auch auf der Seite ohne Strassen laufen und so die sich wieder zu mehr Vegetation veraenderte Landschaft geniessen.
Da Aton in Kagbeni die buddhistischen Tempel besuchen wollte und Epi und ich lieber direkt ins Apfelparadies Marpha gehen wollten, haben wir uns zunaechst getrennt. Und nach einem Tag, angetrieben von der Apfelkuchenmotivation, sind wir um die 25 km superschnell in dem huebschen Marpha angekommen. Eigentlich wollte Epi schon nach dem Pass direkt nach Pokhara fahren. Doch immer wieder habe ich es geschafft sie davon zu ueberzeugen, doch noch mit weiter zu kommen. Es war natuerlich immer ihre Entscheidung, wobei das eine Mal eher die Busfahrer schuld waren, die sie verarschen wollten – mit zu hohen Preisen und als dann auch nach anderthalbstuendigem Warten noch kein Bus fahren wollte, ist sie doch wieder weiter mit mir gelaufen.

Der Weg seit dem Pass war echt viel anstrengender als davor, da Beine und Fuesse den Abstieg ordentlich zu spueren bekommen haben. Doch dafuer wurden wir im Ort Tatopani mit heissen Quellen belohnt. Dort musste ich mich dann aber leider tatsaechlich von Epi verabschieden und auch von Aton, den wir wieder getroffen haben. Beide sind direkt mit Jeep und Bus zurueck nach Pokhara. Fuer mich aber ging es wieder 2000 Hoehenmeter nach oben, damit auf ueber 3000m vom Poon Hill den Sonnenaufgang ueber den Wolken mit Sicht auf den Himalaya bestaunen konnte.

Das Kapitel Entscheidungsfreude hat mich auch in den Bergen nicht in Ruhe gelassen. Schon Tage vorher fing es an, dass ich nicht wusste, ob ich noch zum Annapurna Base Camp gehen soll oder direkt weiter nach Pokhara. Und als ich dann an der entscheidenden Kreuzung stand, habe ich immer noch eine viertel Stunde gebraucht, bis ich letztendlich nach unten ging. Meine Gruende dafuer waren vielfaeltig: Die Abneigung den gleichen Weg vom Base Camp wieder runter gehen zu wollen, schmerzende Fuesse und vor allem, dass ich keine Lust hatte, staendig mit neuen Leuten Small Talk abzuhalten. Ich hatte es echt genossen insbesondere mit Epi weit ueber dieses Stadium hinaus gekommen zu sein und war motivierter sie noch am selben Tag wiederzusehen, zumal es ihr Geburtstag war.

Nach 2000 superlangen Hoehenmetern Abstieg ueber endlose Treppen und einer 2-3stuendige Busfahrt bin ich dann wieder in Pokhara angekommen. Und tatsaechlich habe ich Epi in der Stadt getroffen und ratet mal mit wem sie da zu Abend gegessen hat: Annabelle und Karin. Das war ein echt schoenes Wiedersehen!

Und hier bin ich wieder. Habe inzwischen schon meine Massage in einem Blindenmassagezentrum genossen und fange nun an meine verbleibenden 2 Wochen in Nepal zu planen. Viel werde ich nicht machen – mit Kindern in einem Heim spielen, die Gegend mit dem Fahrrad erkunden und vielleicht noch einen Wildwasserkajakkurs machen, bevors zur Grenze nach Indien geht.

Neues Land – neues Glueck?

Aufgrund diverser buerokratischer Notwendigkeiten war ich eine Weile an Kathmandu gebunden. Doch obwohl ich so am Anfang 5 Tage dort war, habe ich nicht wirklich viel gesehen und unternommen. Aber wenn ich mir andere Reisende ansehe, scheint es normal zu sein, dass man sich in einem neuen Land erstmal neu sortieren muss. Eventuell das naechste Visum besorgen, Blog schreiben und herausfinden, was es ueberhaupt alles schoenes zu entdecken gibt. Auch die anderen, mit denen ich von der Grenze gekommen bin, haben die Zeit aehnlich wie ich genutzt und gemeinsam gammelt es sich doch am Besten – insbesondere im Garden of Dreams, direkt im Zentrum, wo das Hupen der Autos und Motorraeder zu einem annehmbaren Nebengeraeusch wurde.
Aber ich hab doch nich nur gegammelt :) In Kathmandu habe ich mich des oefteren durch das Touriviertel Thamel gequaelt und bin bis zum Durbar Platz gekommen. Das Beantragen des indischen Visums hat den Aufenthalt auch nicht gerade angenehmer gemacht. Ich war 2 Stunden vor Oeffnungszeit dort und habe danach nochmal 2 Stunden gewartet. Und dann die Aussicht die Woche drauf das Gleiche wieder erleben zu duerfen…


Auch wenn ich Empfehlungen von einer Freundin hatte, das es im Kathmandutal viele schoene Orte zu sehen gibt, habe ich es vorgezogen in der Wartezeit fuers Visum ganz raus zu fahren. Dabei ist die Wahl auf den Chitwan Nationalpark gefallen.

Chitwan Nationalpark

Dieser Nationalpark ist zwar recht touristisch, aber da ich laenger als die meisten Pakettourtouristen geblieben bin, hatte ich die wunderbare Natur auch zum Teil nur fuer mich. Auch insgesamt war es einfach erholsam dem ganzen Verkehr und den Tourilaeden in Kathmandu zu entkommen. Am beeindruckendsten fand ich es, dass man aus dem Dschungel eine prima Sicht auf den Himalaya hat.
Nach einer ziemlich langen Busfahrt habe ich am ersten Nachmittag das Elefantenzuchtzentrum angeschaut. Insgesamt habe ich recht viele domestizierte Elefanten gesehen, die die Menschen auch viel als Fortbewegungsmittel nutzen, aber wilde Elefanten sind mir nicht ueber den Weg gelaufen. Dafuer muss man aber auch ganz schoen viel Glueck haben – oder auch Pech, denn insbesondere die maennlichen koennen ganz schoen aggressiv und gefaehrlich sein. Das trifft auch auf die andere Spezies zu, die ich nicht gesehen habe: Tiger. Nur getraeumt hab ich von einem Ueberfall, wobei der Tiger unter mir lag. Keine Ahnung, was das nun wieder bedeuten soll :)

Dafuer habe ich bei einer Tagesdschungelwanderung ein paar andere Tiere zu Gesicht bekommen. Nun ja, eine richtige Wanderung war es nicht, eher ein durch den Wald pirschen auf der Suche nach den Tieren. Doch so richtig erfolgreich war ich nicht, wobei dies dort normal sein soll. Da hab ich schon beeindruckendere Waelder gesehen.
Eher aus der Weite gabs dann ein Nashorn, verschiedene Affen, Krokodile, ein grosses Echsentier (fuer das ich extra auf einen Baum geklettert bin) und viele Voegel.


Das lustigste, was ich gemacht habe, war das Bad mit einem Elefanten, der mich nass gespritzt, ins Wasser geschmissen hat und von dessem Kopf ich in den Fluss gesprungen bin. Ich war erst ein bisschen skeptisch – von wegen Touriattraktion und Tierquaelerei. Aber die Elefanten werden so oder so gebadet und es erschien mir auch, als haetten sie selber ihren Spass dabei.
Leider war ich mir bei dem Elefantenritt dann nicht mehr so sicher. Den habe ich gemacht, weil die anderen Tiere einen als Menschen dann nicht mehr so wahrnehmen und somit die Chance frei lebende Tiere zu sehen groesser ist. Und tatsaechlich habe ich dann ein Nashorn aus naechster Naehe und viele Hirsche und Rehe sehen koennen.

Zurueck in Kathmandu

Leider musste ich dann wieder zurueck nach Kathmandu, um wieder meine Zeit mit dem indischen Visum totzuschlagen. Aber diesmal habe ich mich nicht mehr durch Traegheit davon abhalten lassen noch etwas zu unternehmen und schliesslich wollte ich ja auch noch was von den Empfehlungen sehen, auch wenn ich leider nicht wirklich genug Zeit hatte, da ich am spaeten Nachmittag nochmal zur indischen Botschaft musste (frueh beantragen und erfahren, dass das Warten umsonst war, da Deutschland nich geantwortet hat, ob ich auch nich gesucht werde, weswegen ich nur ein 3Monatsvisum bekommen hab und am Nachmittag dann abholen). Dafuer hat uns waehrend der Wartezeit ein recht aggressiver Affe auf dem Botschaftsgelaende besucht.
So bin ich dann mit einer Amerikanerin nach Patan, ein Ort nur 30 min entfernt von Kathamdu. Hinzu gings mit einem Tuktuk, so ein dreiraedriges Gefaehrt vollgestopft mit Menschen – sehr lustig. Patan an sich war viel ruhiger als Kathmandu und hat sehr schicke Architektur zu bieten, einen wunderschoenen Platz und viele buddhistische Tempel.

Am naechsten Tag sollte es eigentlich weiter nach Pokhara, einer Stadt westlich von Kathmandu gehen. Doch es kann ja nich immer alles glatt laufen…Genau an diesem tag haben die Maoisten die Strassen um Kathmandu blockiert und die Busse sind gar nicht erst los gefahren.
Nachdem ich mich erst tierisch geaergert habe, konnte ich den Tag am Ende doch noch prima nutzen, habe noch 2 Empfehlungen „abklappern“ koennen. Und das hat sich wirklich gelohnt.
Aus dem Zentrum bin ich nach Pashupatinat gelaufen, einem Komplex mit hinduistischen Tempeln (die man fast alle als Nichthinduist nicht betreten darf) an einem heiligen Fluss, an dem die Toten verbrannt werden.
Weiter gings durch einen Park mit Hirschen und Affen, durch huebsche Gassen und vorbei an Feldern nach Boudhanat. Dort war es auch viel angenehmer als im Zentrum Kathmandus trotz recht vieler Touristen. Dafuer hat es viele buddhistische Tempel und eine gigantische strahlend weisse Stupa zu bieten.

Auf nach Pokhara

Am naechsten Tag ging es aber dann wirklich endlich nach Pokhara, einer touristischen aber sehr huebschen Stadt direkt an einem See gelegen, wo ich am Abend noch mein Geburtstagsgeschenk organisiert habe: Ein Tandemgleitschirmflug mit Blicken auf die hoechsten Berge der welt, inklusive Annapurna.
Doch irgendwie scheine ich gerade eine Pechstraehne zu haben. Am naechsten Tag war der Himmel grau und der Flug musste abgesagt werden. Und da stand ich dann ohne Alternativplan. Alle meine Bekannten waren schon anderweitig unterwegs…So richtig was eingefallen ist mir dann nich, wollte ich an diesem Tag auch nichts alleine erkunden. Aber wenigstens habe ich mir eine Massage und ein grosses Stueck Apfelstreuseltorte gegoennt, wenn auch nich ganz so lecker wie zu Hause bei Mama :)
Am Abend war ich dann noch mit vielen Menschen lecker essen und danach bei einem Livekonzi mit Rockcoverhits einen Cocktail schluerfen. Also am Ende doch ein guter Tag, aber eben nicht so, wie ich es mir vorgestellt habe.
Auch heute war das Wetter die meiste Zeit nich ganz so praechtig, aber dieser Tag musste eh nur fuer Dinge wie Visaverlaengerung und Einkaeufe fuer meine Annapurnarundwanderung, die ich morgen starten werde, herhalten.

Weitere Plaene

Mitte Dezember gehts dann nach Indien, wo Tannimara fuer knapp 6 Wochen dazustossen wird und danach will ich wohl Suedostasien unsicher machen. Falls jemand eine Moeglichkeit weiss, wie ich von Indien nach Thailand, Malaysia oder Singapur auf dem Seeweg komme, immer her mit den Infos :) (Landweg geht leider nicht und ich steig erst in einen Flieger, wenn ich alle Alternativen ausgeschlossen habe)

Mit gemischten Gefuehlen zum Dach der Welt

Da hat am Ende doch tatsaechlich mal alles so geklappt, wie geplant…na ja, fast :)
Nach einer langen Nacht im Zug nach Chengdu, Sichuan, denn ich habe nur noch ein Sitzticket bekommen und haette mir auch gar nicht mehr leisten koennen (da es am Bahnhof wider Erwarten keinen Bankautomaten gab), habe ich nach einem halben Tag bereits drei weitere Menschen gefunden, mit denen ich mich in die Kosten fuer Guide und Landcruiser reinteilen konnte.

Die letzten Tage in China

Bis es nach Tibet gehen sollte, hatte ich noch 5 Tage Zeit was von Sichuan zu sehen und mein Chinavisum zu verlaengern. Da dies in Chengdu viel zu lange gedauert haette, bin ich 2 Tage nach Leshan gefahren und hab den Behoerdengang mit Sightseeing verbinden koennen.
In Leshan habe ich mich das erste Mal auf der Reise etwas stressen lassen, weil ich erst nicht wusste, wo ich war (keine Ahnung, wo der Busbahnhof war und auch die Einheimischen konnten mir da mit meiner Karte nich weiter helfen). Als ich dann aber doch irgendwie mit dem Bus in die Innenstadt gelangt war, bin ich als erstes nach Empfehlung meines Lonely Planet Reisefuehrers zu einem Hotel gegangen, das aber echt schon in der Vorhalle nicht empfehlenswert aussah. Doch zum Glueck habe ich dann auf der Strasse zwei Europaeer entdeckt, die mir ein nettes kleines Hotel gezeigt haben und mich dann auch noch direkt mit zur chinesischen Behoerde genommen haben, wo ich meine Visaverlaengerung beantragen konnte.
Am Naechsten Tag mussten dann die Touriattraktionen Leshans herhalten: Der Große Buddha, die weltgroesste Statue eines Buddha aus Stein mitsamt Park und mehreren Tempeln. Leider war die Sicht am dem Tag nich so gut, aber dafuer war ich in den ersten Tempeln die Erste und hatte sie somit mit den Moenchen ganz fuer mich allein. Allerdings erschien mir ein Moench ganz schoen anzueglich, als er mir verschiedene Statuen gezeigt hat…sehr merkwuerdig.

Nachdem ich meinen Pass wieder abgeholt hatte gings zurueck nach Chengdu, wo ich die folgenden Tage eher mit Faulenzen verbracht habe: Filme gucken, Pandas samt Babys in der Pandazuchstation beobachten, eine Sichuan-Oper hoeren und sehen und mich seelisch und moralisch auf Tibet vorbereiten.

Auf dem Weg nach Tibet

Und dann sollte es wirklich weiter nach Tibet gehen. Mit gemischten Gefuehlen, weil einerseits fuer mich die hoechsten Berge der Welt zu den faszinierendsten Dingen gehoeren, aber anderersweits die politische Lage es mir nicht nur schwerer gemacht hat dieses Land zu bereisen, ich auch noch mit Geld die chinesische Regierung bei ihrer Politik indirekt unterstuetzen muss, wenn ich nach Tibet moechte. Doch gleichzeitig konnte ich es auch als Chance nutzen, alles mit meinen eigenen Augen zu sehen. Doch fuer mich normalerweise unbezahlbare Gebuehren fuer die Erlaubnisse (ja, Plural ist richtig) das Land zu besuchen, 60% oder sogar mehr der Eintritte fuer Kloester und die Einschraenkung nur mit Guide und eigenem Fahrer unterwegs sein zu koennen haben es schon schmerzhaft sein lassen.

Von Chengdu ging es fuer Danny (US-Amerikaner, urspruenglich Puerto Rico), Sigal und Marco (Holland) und mich mit der Bahn nach Tibet. Auch hier wieder sind zwei Seiten zu sehen: Die Lhasa-Bahn ist eine meiner faszinierendsten Bahnerfahrungen gewesen, faehrt man doch ueber 5000m. Aber für die tibetische Bevoelkerung erhöht die Bahn die politische Kontrolle durch China.

Lhasa

In Lhasa angekommen habe ich dann die Hoehe auf 3600m mehr gemerkt als im Zug die 5070m. Aber um mal tolle Nachrichten zu verbreiten: Auf der gesamten Reise habe ich mich nie krank gefuehlt, hatte keine Kopfschmerzen aufgrund der Hoehe oder andere Leiden :) Doch Danny ging es schon im Zug super schlecht und auch in Lhasa konnte er zu vielen Sehenswuerdigkeiten nicht mitkommen.
In der Hauptstadt Tibets haben wir insgesamt 3 volle Tage zur Akklimatisation und zum Sightseeing gehabt. Immer mit Guide ging es zum Drepung-Kloster, zum Jakhong-Kloster, zum Potala-Palast und zum Sera-Kloster, in dem wir die debattierenden Moenche beobachtet haben. Ich habe viel ueber die verschiedenen Buddhas und Lamas gelernt und musste lernen meine Zunge im Zaum zu halten. Aber froh war ich darueber, dass unser Guide Gyamtso sehr offen und bereit war auch ueber Politik mit uns zu sprechen. Doch leider habe ich nie mit ChinesInnen ueber Tibet geredet, was ich sehr bereue, denn in Tibet wurde mir dies untersagt, weil es zu gefaehrlich sei. Die chinesischen Tourgruppen gingen mir aber mehr denn je auf den Keks, denn irgendwie ist es mir schleierhaft, wie man in Tibet reisen kann, ohne jegliche Auseinandersetzung mit den Problemen, ganz unabhaengig davon, welchen politischen Standpunkt man vertritt.
Auch in der Innenstadt Lhasas war das Militaer nur all zu praesent. Doch ganz abgesehen davon, war dies mal zur Abwechslung eine Grossstadt, die mir echt gefallen hat.


Reting Kloster und Namtso See

Ohne Danny, dem ging es weiterhin so schlecht, dass er nach Peking fliegen wollte, ging es schliesslich fuer 2 Tage mit dem Landcruiser raus aus Lhasa zum Reting Kloster, das an einem wunderschoen gelegenen Fluss auf ueber 4000m liegt, bei dem ich meine Verruecktheit mal wieder unterstreichen musste und ein wenig schwimmen gegangen bin. So sehr viel kaelter als in dem Fluss in den Bergen von Khamar Daban in Russland wars aber nich. Das Kloster zu besichtigen war dann weniger spektakulaer, ist es doch eines derer, dass waehrend der Kulturrevolution zerstoert wurde und bis jetzt nicht wieder restauriert werden konnte.
Am naechsten Tag ging es zu dem hoechsten der 4 heiligen Seen Tibets: Namtso. Endlich mal durch die Natur laufen und tatsaechlich waren wir die einzigen, die nicht nur bis zum Ufer gekommen sind. Manchmal kann ich die Touris echt nich verstehen.


Auf zum Dach der Welt

Nachdem wir noch eine Nacht in Lhasa verbracht hatten, sollte es Richtung Himalaya und Nepal weitergehen (Danny war wirklich nach Peking geflogen). Wir haben einen weiteren heiligen See gesehen, den Yamdrok, untern den die Chinesen einen Tunnel zur Energiegewinnung gebaut haben als Geschenk an Tibet, wobei die Energie fuers chinesische Militaer genutzt wird. Dies und einen Staudamm haben wir immer mit einer groesseren deutschen Tourigruppe – natuerlich zu meiner grossen Freude :|


In Gyantse haben wir ein weiteres Kloster besichtigt, doch in Shigatse hatten wir dann irgendwie keine Lust mehr wieder sauviel fuer den Eintritt in ein Kloster zu bezahlen, mit Infos ueber die verscheidenen Buddhas ueberhaeuft zu werden und in jedem einzelnen Tempel fuer Fotos bezahlen zu muessen.

Und dann war es endlich so weit. Es ging ueber einen Pass auf ueber 5200 m und uns wurden nicht nur dort die tollsten Sichten auf das Dach der Welt ermoeglicht: Superklarer Himmel und ueberwaeltigende Schneeberge. Ein weiterer Moment, in dem ich mich gefragt habe, womit ich das eigentlich verdient habe, so was Schoenes sehen zu duerfen.
Mit Blick auf den Everest haben wir im Ronghu Kloster genaechtigt und am naechste Morgen sind wir (als einzige?) den Weg zum Everest Base Camp gelaufen, ca. 8 km auf ueber 5000m Hoehe und ich hab mich prima gefuehlt. Es war zwar ziemlich kalt, aber nachdem ich einen Bohrhaken in einem Felsblock erspaeht hatte, konnte ich es mir nicht nehmen lassen auch auf einen kleinen Block zu klettern.
Das Basecamp selber war nicht so doll. Auch weil das Zeltlager (wobei zur Zeit eh keine Saison ist), nachdem US-Amerikaner Free-Tibet gesprueht hatten, 4km verlegt wurde und man im Moment nicht viel mehr als eine chinesische Polizeistation sieht. Aber Richtung Everest war die Sicht weiterhin umwerfend und auf einem Huegel habe ich Gebetsfahnen mit Namen aller mir wichtigen Personen aufgehaengt und da wehen sie nun im Wind und bringen Glueck.


Auf dem Friendship Highway nach Neplal

Dann war es auch schon bald Zeit sich vom Himalaya zu verabschieden. Nach einer weiteren Nacht mit Bergblick im superkalten Tingri gings auf dem Friendship Highway zur Grenzstadt Zhangmu, wo wir am naechsten Morgen geschlagene 3 Stunden gebraucht haben, bis auch wir endlich von den chinesischen Grenzbeamten nach Fotos vom Dalai Lama und aehnlichem durchsucht werden durften. Wieso man aus Tibet solche Fotos schmuggeln sollte, ist mir aber bis jetzt nicht aufgegangen.

Dafuer war die Visaabwicklung in Nepal superschnell und unkompliziert, so was hab ich noch nie erlebt, da sollten sich andere mal ne Scheibe abschneiden. Im Bus gings schliesslich weiter zur Hauptstadt Kathmandu, was alte Erinnerungen an Suedamerika hat wach werden lassen. Die Gaenge waren gerammelt voll, Kinder werden bei fremden Leuten auf den Schoss gesetzt und weitere Leute sind auf dem Dach mitgefahren…einfach schoen ;)

Inzwischen bin ich schon 3 Tage in Kathmandu, kann aber nich so viel schoenes berichten. Die Stadt ist mir zu gross und hektisch, bei jedem weiteren Hupen wird meine Abneigung groesser und aufgrund der engen Strassen (ohne Fussgaengerwege) muss man sich staendig Sorgen um die eigenen Fuesse etc. machen. Aber leider gibts hier so viel zu organisieren…die Antraege fuer die polizeilichen Fuehrungszeugnisse in der deutschen Botschaft hab ich heute beglaubigen lassen und mitsamt ner Bewerbungen nach Deutschland verschickt, Morgen is dann das indische Visum dran. Ihr seht, Reisen kann manchmal ganz schoen nervig sein, aber ich will mich nicht beschweren, denn insgesamt kann ich mich einfach nur gluecklich schaetzen das Privileg zu haben in dieser Art und Weise reisen zu koennen.

Von vielen Menschen und wundervollen Landschaften

Jetzt bin ich schon 3 Monate unterwegs und es ist an der Zeit euch auf den neuesten Stand zu bringen.
In der mongolischen Famile noch bin ich reich beschenkt worden. Die Kinder haben fuer mich gebastelt, z.B. habe ich ein Perlenarmband bekommen. So ist es mir noch schwerer gefallen dieses Land mit seinen wundervollen Menschen zu verlassen.

Auf dem Weg nach China

Da ich keine Ticket direkt nach Peking mehr bekommen habe, ging es zuerst mit dem Zug in die Grenzstadt Zamin Uud. Mit mir im Abteil waren 3 Maenner, die in der Grenzstadt ein Hotel aufmachen. 2 von ihnen haben doch tatsaechlich in Deutschland studiert, so dass ich mal wieder Riesenglueck und keine Verstaendigungsprobleme hatte.
Den Morgen habe ich dann noch mit ihnen im Hotel verbracht, um erst Mittags guenstiger mit einem Taxi ueber die Grenze zu fahren. In der chinesischen Grenzstadt wurde ich dann noch von ihnen zu meinem ersten chinesischen Essen eingeladen, bevor es mit dem Schlafbus weiter nach Peking ging. In dem Bus waren immer 3 Betten nebeneinander und 2 uebereinander und ich konnte auch recht gut schlafen. Nur leider sind wir nach Plan bereits 3 Uhr nachts angekommen. Da ich keine 10 Euro fuer ein Taxi in die Innenstadt ausgeben wollte, habe ich die restlichen Stunden bis zum Morgen in der Absteige direkt am Busbahnhof verbracht. Da die MongolInnen aber leider nicht vorhatten zu schlafen, war dies auch mir nicht wirklich vergoennt. Am naechsten Morgen gab es dann noch das Problem, dass die Frau mit dem Schluessel zu meinem Pass nicht da war, so dass ich noch 2 Stunden warten musste, bis es endlich mit oeffentlichen Verkehrsmitteln ins Zentrum gehen konnte. Damit ich auch den richtigen Weg finden konnte, hat mich ein Chinese, der die ganze Zeit Haendchen halten wollte, ein Stueck begleitet (war aber alles ganz harmlos :) ). Er konnte zwar kein Englisch, aber eine nette mongolische Frau hatte ihm vorher erklaert, wo ich hin moechte.

Peking

Den Rest des Tages, der mir noch verblieben war, habe ich damit verbracht durch die huebschen Gassen in Pekings Hutong zu schlendern. Am naechsten Tag kamen dann die Touriattraktionen Tiananmen-Platz und Verbotene Stadt dran. Dort musste ich auch das erste Mal auf meiner Reise als Fotomotiv, natuerlich immer Arm in Arm mit ChinesInnen herhalten….sehr komisches Gefuehl. Viel schoener fand ich aber die Parks, durch die ich danach noch spaziert bin.
Als weitere Attraktion war ich am darauffolgenden Tag wandern auf der chinesischen Mauer. Vorgefunden habe ich rutschige und steile Treppen, tolle Blicke und viele ChinesInnen, die Wasser, Bier etc. verkauft haben.
Anders als gedacht habe ich aber keine Reisenden gefunden, mit denen ich ein Stueck gemeinsam reisen kann. Alleine war ich zwar nicht, sondern konnte mit den verschiedensten Menschen essen gehen etc., aber irgendwie hatten alle ganz andere Vorstellunen von ihrer Reise oder waren schon auf dem Heimweg.
Auch ich habe mit dem Gedanken gespielt, China schnellst moeglich wieder zu verlassen, denn eine grosse Feier stand bevor: Das 60jaehrige Jubilaeum der VR China. So entschloss ich mich direkt nach Kunming in der Provinz Yunnan weiter zu fahren, wo ich nach 2 Naechten im Zug entscheiden konnte, obs direkt weiter nach Vietnam oder Laos gehen soll, oder ob ich nach der Empfehlung einer Leipziger Freundin die Provinz trotz Feiertage und chinesischen Tourimassen erkunden moechte.
Da ich es fuer bloedsinnig hielt nur Peking gesehen zu haben, entschloss ich mich zu bleiben, bzw. aus einer weiteren Grossstadt am naechsten Abend mit dem naechsten Nachtzug weiter zu fahren nach Dali. Das Zugticket zu bekommen ohne Chinesischkenntnisse war zwar echt herausfordernd, aber wie ihr sehen koennt, habe ich auch diese Huerde ueberwunden.


Dali

Dali war endlich mal eine kleine, aber dafuer recht touristische Stadt. das heisst, dass die huebschen Gassen der Altstadt voll mit (insbesondere chinesischen) Touristen war. Trotzdem hat es mir dort sehr gut gefallen. Dazu hat auch beigetragen, dass ich nach ueber 2 Monaten endlich mal wieder klettern gehen konnte (siehe Kletterclub Dali). Die Felsen dort sind ziemlich unbekannt, was den Vorteil hatte, dass ich mit der Amerikanerin und dem Chinesen, die mit mir am Felsen waren, am Haupttag der Feiertage, dem 1. Oktober, alleine war. Was fuer eine Wonne. Der Nachteil war allerdings, dass die Wege noch ein wenig dreckig waren. Doch dafuer hatten wir einen wunderbaren Blick auf einen grossen See.
Auch wunderbar an Dali ist, dass es nicht nur einen See in der Naehe hat, sondern auch direkt unter den Bergen liegt. Dorthin hat es mich natuerlich auch gezogen, auch wenn ich entgegen meinem ueblichen „Bergethos“ mit einer Seilbahn hoch und mit einem Sessellift runtergefahren bin und oben dann auch noch fast nur auf gepflastertem Weg unterwegs war. Aber ich wollte lieber mit den 3 Spaniern gemeinsam den Tag verbringen, als mich in Abenteuer stuerzen, zumal die Berge dort auch ueber 4000m gehen. Mein Spanisch uebrigens hat auch noch halbwegs funktioniert :)



Tigersprungschlucht

Von Dali aus ging es direkt weiter zur Tigersprungschlucht, der tiefsten Schlucht der Erde (4000 m Hoehenunterschied vom Flussbett bis zum Berggipfel). Hier soll einst ein Tiger mit Hilfe eines Steines auf halbem Weg ueber den Yangtze Fluss gesprungen sein.
Da es regnete, hatte ich Glueck im Unglueck. Am ersten Tag, wo ich etwa 2 Stunden zum ersten Guesthouse aufgestiegen bin, habe ich trotz Feiertagen keine weiteren Touristen gesehen. Und auch in der wunderbaren Herberge waren nur sehr wenige Gaeste. Hier konnte ich an Kohlen in einer Schale meine Schuhe trocknen und wurde super lecker von einem deutsch-chinesischen Ehepaar aus Shanghai zum Essen eingeladen.

Am naechsten Tag ging es zur Hauptetappe. Das Wetter war besser, auch wenn ich an diesem Tag wieder nicht vom Regen verschont blieb, aber lieber so, als zu viele Menschen. Im Gegensatz zu den meisten anderen Wanderern bin ich nicht schon am fruehen Nachmittag runter von dem oberen Pfad Richtung Strasse, sondern weiter zu einem Wasserfall und durch einen Bambuswald. Da bin ich zwar richtig nass geworden und es war streckenweise echt glitschig und nicht ohne, aber die Landschaft hat das allemal wieder rausgeholt. An dieser Stelle war ich auch richtig froh nur fuer mich selbst verantwortlich zu sein und nicht das Risiko noch fuer jemanden anderen zu tragen. Ich habe ja eh immer meinen Schutzengel dabei :) Aber wirklich, man wird oft gewarnt, dass die Wanderung durch die Schlucht bei Regen gefaehrlich sei und tatsaechlich sind schon mehrere Menschen gestorben. Aber mit etwas mehr Bergerfahrung duerfte einem eigentlich nichts passieren. Und schliesslich war ich auch nicht mit Handtasche und leichten Turnschuhen wie manche andere unterwegs.
Was ich aber dafuer dabei hatte, war mein gesamtes zu Hause fuer dieses Jahr. Und da ich aufgrund der vielen Gaestehaeuser kein Essen schleppen musste, ging das ziemlich gut. Die Steigungen waren zwar ganz schoen schweisstreibend, aber ich hatte ja Zeit (wobei ich trotzdem alle Leute ueberholt habe, was aber wohl eher daran lag, dass ich alleine unterwegs war).


Da ich noch nicht so schnell wieder in die Zivilisation wollte und auch eigentlich mehr Zeit fuer die Strecke eingeplant hatte, war noch genuegend Zeit die Gegend weiter zu erkunden. So konnte ich mit zwei Englaendern (die bei Shanghai arbeiten) und einem Guide (wobei ich mal wieder eingeladen wurde) einen Tag in den Bergen verbringen und einen Vormittag bin ich zum Fluss runter gegangen bei dem mittleren Teil der Schlucht. Beides war wieder wunderschoen und in den Bergen waren wir auch wieder die Einzigen, die unterwegs waren.
Der Weg zum Fluss allerdings ist kostenpflichtig, wobei ich mich nach dem ersten Mal loehnen die darauffolgenden immer geweigert habe, nochmal was fuer eine weitere Bruecke, oder Leiter oder was auch immer zu bezahlen, zumal auch nicht ganz klar ist, ob der Weg nicht doch durch die Regierung finanziert wurde oder nicht…


Bevor es mit zwei Italienern (die in Shanghai arbeiten) weiter zu meinem naechsten Ziel, Lijang, ging, wurde ich erneut zum Essen eingeladen, diemal von einer Gruppe junger ChinesInnen. Ich finde, dass dies ein entscheidender Vorteil ist, wenn man alleine reist. Nicht, um Geld zu sparen, sondern weil Essen in einer groesseren Gruppe mit den unterschiedlichsten Menschen, die man dabei kennen lernen kann, einfach mehr Spass macht. Zumal mir die Esskultur hier eh extrem zusagt: Es werden verschiedene Gerichte (plus Reis) bestellt, die dann auf der Mitte des Tisches stehen, wodurch man immer ganz viel probieren kann.

Lijang

Lijang ist eine weiteres Touristenziel mit wunderschoener Altstadt, die mir an sich noch besser gefallen hat, als die in Dali, aber bei den Menschen ist es genau andersherum. Wobei sie natuerlich ueberall supernett sind, nur habe ich mich in Dali eher zu Hause gefuehlt.
Allerdings war ich in Lijang auch nur sehr kurz, habe im Prinzip nicht mehr mitgekriegt als die Altstadt und wieder mal Massen an chinesischen Touristen, obwohl fuer manche die Feiertage schon vorbei waren. Aber durch das Wochenende liessen sie sich prima verlaengern.


Lugu See

Auf dem Weg in die naechste Provinz – Sichuan – ging es Gestern weiter zum Lugu See. Erwartet habe ich wenige Menschen und wunderbare Natur. Wirklich wenige Menschen waren es zunaechst nicht. Und ich war das erste Mal Teil einer chinesischen Reisegruppe. Eigentlich dachte ich, dass es ein ganz normaler Bus sei, mit dem ich da fahre, doch dann haben wir am See stopp gemacht und sind mit einem Kanu zu einer Insel gefahren. Ausserdem wurde ich das erste Mal nach chinesischer Manier tausende Male vor den verschiedensten Hintergruenden von einer chinesischen Frau fotografiert, bis ich nicht mehr konnte :)
Auslaendische Touristen gibt es hier aber tatsaechlich gerade scheinbar keine. Doch noch immer komme ich ohne chinesisch durch, auch wenn ich es im Moment echt bloed finde. Insbesondere haette ich gerne den Erlaeuterungen von unserem Bootsfahrer folgen koennen.
Bestimmt hat er etwas ueber das noch immer bestehende Matriarchat hier erzaehlt. Die Vererbung aller Gueter und die Verantwortung fuer die Nachkommen sowie finanzielle Angelegenheiten werden von den Frauen in die Hand genommen. Auch geheiratet wird nicht und die Maenner bleiben bei ihren Muettern wohnen, besuchen die Frauen nur Nachts, Paare sind sie nur so lange, wie sie sich lieben.


Nach mehrmaligem hin und her, ob ich heute gleich weiter nach Sichuan fahre oder erst morgen, habe ich mich dazu entschlossen, nicht gleich den Bus zu nehmen, sondern auf einem Wanderweg in eine Stadt zu laufen, in der ich Morgen den Bus nehmen kann. Doch entgegen den Angaben einer Angestellten in der Jugendherberge, in der ich die letzte Nacht geschlafen habe, hat der Weg irgendwann aufgehoert (nachdem ich mich ordentlich durchs Gestruepp mit meinem grossen Rucksack kaempfen musste) und es ging weiter auf der Strasse. So bin ich jetzt doch wieder in der naechsten Jugendherberge am Wegesrand haengengeblieben, schreibe Blog, geniesse den Bick auf den See und fahre morgen mit einem Chinesen in die Stadt, wo der Bus mich dann nach Xichang bringt, von wo ich hoffentlich noch ein Liegeticket fuer den Zug in die Provinzhauptstadt Chengdu bekomme…dort schaue ich dann mal, ob ich ueber Tibet nach Nepal weiterreisen kann, das war waehrend der Feiertage naemlich nicht moeglich…

Im Land der unglaublichen Weiten

Schon wieder ist ein Monat vergangen, mein naechstes Visum neigt sich gefaehrlich dem Ende und es wird Zeit, von meinen Erlebnissen zu berichten.

Die letzten Tage in Russland

Da aerger ich mich, dass ich aus Russland raus muss und dann kriege ich es nur so halb hin, die verbleibenden Tage richtig zu nutzen. Aber auch gammeln kann eine sehr wichtige Beschaeftigung sein.
Doch eins hab ich noch gemacht: Ich bin mit Kostya, den ich im Workcamp kennen gelernt hatte und seinen Freunden in ein Klettergebiet gehfahren. Allerdings ohne zu klettern, sondern nur, um zu zelten und Geburtstag zu feiern. Ich habe dort aber auch keine kletternden Menschen angetroffen, denen ich mich mal fuer ein-zwei Ruten haette anschliessen koennen. Aber das Klettergebiet is jetzt natuerlich noch ein Grund mehr, dass es mich frueher oder spaeter wieder nach Sibirien ziehen wird.

Eingewoehnung in der Mongolei

Und dann ging es auch sehr schnell weiter mit dem Zug in die Mongolei. Dafuer, dass es gar nicht so weit ist, hat es aufgrund ewiger Wartezeiten an der Grenze Ewigkeiten gedauert. Ich wuerde allen empfehlen lieber von Ulan Ude (suedoestlich vom Baikalsee), das ist billiger und viel schneller. Ausserdem war der Zug lange nich so huebsch wie der nach Irkutsk, es gibt nur 2. Klasse-Tickets (Viererabteile) und eigentlich nutzen den Zug ausschliesslich auslaendische Touristen.

In der Hauptstadt Ulan Bator bin ich schliesslich an einem Donnerstag Morgen kurz nach sechs angekommen. Da ich mich wieder fuers Couchsurfen entschieden hatte, musste ich nun noch die Zeit rumbringen, bis mein Gastgeber Begz in der oeffentlichen Bibliothek ankam, wo er arbeitet. Auf seiner Arbeitsstelle konnte ich dann gleich mal von dem Erfahrungswert aller seiner Couchsurfer profitieren, als ich in dem Gaestebuch gestoebert hatte. Ein bisschen durch die Stadt gelaufen bin ich an dem Tag auch, aber er war auch der Beginn einer recht langen Eingewohungszeit in ein neues Land, die ich nach dem fuer mich zu schnellen Verlassen Russlands auch echt gebraucht habe. Frei nach dem Motto: Weniger ist mehr.
Es war aber auch toll so mehr Zeit mit meiner Gastfamilie verbringen zu koennen. Begz hat eine Fau, Seyombo und vier Kinder: Todo (10), Manujin (8), Gaadma (4) und Munglun (2). Sie Haben mich alle mit offenen Armen empfangen und es gab immer etwas zu tun und sei es „nur“ zu spielen. Um nur einen kleinen Einblick zu geben: Wir haben Klavier gespielt, ich habe den beiden Grossen den Flohwalzer und Offiziersskat beigebracht. Ich habe mit Manujin Kuhscheisse zum verheizen eingesammelt, ich habe beim Kochen typischer Gerichte geholfen, wir haben versucht kniffelige mongolische Puzzles zu loesen, wir waren auf verschiedenen Maerkten, ihre Jurte wurde auf dem Gelaende wieder neben der Holzhuette aufgebaut, ich habe versucht ne Kuh zu melken…Das einzige, was ich bis jetzt noch nicht richtig gelernt habe, ist nach dem essen meine Schuessel auszulecken, ich glaube, meine Zunge ist dafuer echt nicht geeignet ;) Das macht die Familie, um zu zeigen, dass es lecker war und natuerlich ist die Schuessel dann auch sauber genug, um gleich Tee daraus trinken zu koennen.

Wenn ich nicht in der Familie war und mich ins Zentrum gewagt habe (gewagt, weil der Verkehr echt dermassen aggressiv ist, ganz im Gegenteil zu der superfreundlichen Mentalitaet, die mir sonst regelrecht entgegengeschwappt ist). Aber natuerlich gabs in der Stadt einiges zu entdecken und auch zu erledigen. Mein chinesisches Visum wollte beantragt werden, ich war mal wieder in ein paar Museen, habe Tempel besichtigt (hier wird tibetischer Buddhismus praktiziert), war auf einem kleinen Huegel bei einer imponierenden Gedenkstaette, die sich die Russen selber errichtet haben und in dem Winterpalast eines ehemaligen Oberhauptes der Mongolei.

Doch wie immer war Grossstadt nich so richtig was fuer mich und deswegen habe ich nach ein paar Tagen angefangen zu versuchen Leute zu finden, die aehnliche Interessen haben und Zeit , um mit mir raus zu fahren. Das war aber schwerer als vermutet. Jemanden zum Klettern hab ich leider nicht gefunden (denn es gibt tatsaechlich Moeglichkeiten hier) und leider auch niemanden, um auf eigene Faust wandern zu gehen. Ich hab zwar jemanden gefunden, der bestimmt mitgekommen waere, aber nachdem ich einen Tag mit ihm verbracht hatte, unter anderem die kasachische Botschaft suchend (er brauchte ein Visum), wollte ich mich lieber nicht mit ihm in das Abenteuer stuerzen und bin auf Nummer sicher gegangen und mit ihm und noch drei weiteren Personen mit einer organisierten Tour fuenf Tage durch die Zentralmongolei gefahren.

Raus aus der Stadt

Neben Fahrer und Guide waren drei US-AmerikanerInnen, die es aber alle vorziehen ausserhalb der Staaten zu leben und eine Japanerin mit von der Partie. Ich denke, dass es eine gute Entscheidung war, bei einer organisierten Tour mitzufahren, weil ich dringend raus musste und man natuerlich auch immer viel lernt, zumal es auch echt bezahlbar war. Aber fuenf Tage waren dann auch genug…
Am ersten Tag haben wir Sandduenen gesehen, sind auf Kamelen geritten, haben in einer Nomadenfamilie Airag getrunken (leicht gegorene Pferdemilch) und wie jede Nacht in einer Jurte genaechtigt. Am naechsten Tag ging es weiter zum Orkhon-Fluss, in den ich dann auch noch direkt reinspringen musste, wie immer :) Dort sind wir zwei Naechte geblieben, waren einen ganzen Tag reiten, frueh zu einem Wasserfall und nachmittags noch viel besser, da weniger touristisch einfach querfeld- bzw. quersteppenein.
Auch wenn wir insgesamt gar nicht so weit weg von Ulan Bator waren, haben wir ziemlich viel Zeit im Auto verbracht, so auch fast den gansen naechsten Tag, was insbesondere an den schlechten Strassenverhaeltnissen liegt. Als letztes konnten wir im Khustai-Nationalpark Wilpferde beobachten, bevor es wieder nach Ulan Bator ging.


Besuch aus Deutschland und auf eigene Faust durch die Mongolei

Zwei Tage nach meiner Rueckkehr in die Hauptstadt kam Besuch: Antje, eine Freundin aus Leipzig, mit der es auch gleich am Tag ihrer Ankunft mit dem Bus weiter nach Tsetserleg ging, welches 468 km westlich von Ulan Bator liegt. Nachdem auch Antje die lange Zugfahrt aus Irkutsk hinter sich hatte, durfte sie gleich nochmal 10 Stunden auf den schoensten Strassen der Mongolei verbringen, in einem Bus, in dem noch laengere Beine schwer zu ertragen gewesen waeren ;)
Tsetserleg ist ein Aimagzentrum (Provinzhauptstadt) und echt wunderhuebsch in den Bergen gelegen und dort erschienen mir die Leute besonders aufgeschlossen und freundlich.

Nachdem wir uns eigentlich schon dagegen entschieden hatten, wollten wir doch am naechsten Tag gleich weiter Richtung Natur fahren, da eine Angestellte in einem Guesthouse meinte, dass es Mittags gut geht, einen Minibus zu finden. Pustekuchen und auch beim Versuch zu trampen wollte uns niemand mitnehmen…egal. So hatten wir noch eine schoene Nacht im Zelt noerdlich der Stadt, konnten auf offenem Feuer (endlich wieder stinken) unseren neu erstandenen Topf einweihen und unser Glueck am naechsten Tag wieder versuchen. Und Glueck war das doch tatsaechlich. Denn wir fanden eine Familie mit einem kleinen Laster, die Vater bzw. Schwiegervater in Khangai besuchen wollten. Und dann haben sie uns doch tatsaechlich noch eingeladen mitzukommen…Wir wollten zwar eigentlich in einen davor gelegenen Nationalpark am so genannten Weissen See, aber so eine Einladung konnten wir nicht ausschlagen und der See musste sich so noch ein bisschen gedulden.
Die Fahrt auf den holprigen Wegen erschien uns zwar ewig, doch es hat sich gelohnt. Und bei Khangai gab es auch noch einen Nationalpark mit warmen Quellen und wunderschoenen Bergen, in den wir mit der Familie gemeinsam gefahren sind. Dort gibt es kleine Holzhuetten mit Badewannen, um sich in dem schwefelhaltigen Wasser waschen zu koennen und fuer alle Organe Quellen zum trinken. Uns wurde erzaehlt, dass ein siebzigjaehriger Mann nach einem Monat dort Organe eines achtzehnjaehrigen gehabt haben soll.
Gast sein, kann aber auch anstrengend sein. Insbesondere, wenn man nichts ablehnen kann. So mussten wir Wodka und Fleisch in grossen Mengen konsumieren. Und nicht nur das hier uebliche Hammelfleisch, sondern auch Murmeltier…

Nach dieser unbeschreiblichen Gastfreundschaft waren wir also auch froh wieder auf eigene Faust unterwegs zu sein und insbesondere selbst zu entscheiden, was wir essen wollten. Wir hatten nun noch vier Tage zum Wandern und Zelten am Weissen See und Gott sei Dank war Antje so weitsichtig mich darauf aufmerksam zu machen, dass eine Wanderung rund herum nicht wirklich spannend ist und wir doch lieber in die Berge sollten, die wir dann auch fast fuer uns alleine hatten.
Doch am ersten Abend, als wir noch am See waren, fanden wir zunaechst keinen geeigneten Platz fuer die Nacht mit Feuerholz. Abei bei unserem Glueck haben wir eine Berliner Geografieexkursionsgruppe gefunden, deren Ofen und Holz wir benutzen konnten und die dafuer alle mal zu einer Nomadenfamilie konnten, waehrend wir auf das Lager aufgepasst haben.
Die Wanderung durch die Berge war echt toll, auch wenn ich mich direkt nach der ersten Nacht erkaeltet hatte und wir so eher gemuetlich unterwegs waren. Das schlimmste daran war aber, dass ich so gar nicht in dem See baden war.
In unserem Zelt haben auch wir zweimal Besuch von reitenden Nomaden gehabt, die uns alle vor Woelfen gewarnt haben, doch gesehen haben wir keine. Dafuer aber in der gesamten Zeit viele andere wilde und domestizierte Tiere wie Pferde, Yaks, Schafe und Ziegen, Kuehe, Gaense, Murmeltiere, diverse Greifvoegel, fuer die sich Antje ganz besonders begeistern konnte, Wiesel, Erdhoernchen…
Ein weiteres Highlight des Nationalparks ist ein erloschener Vulkan und die alten Lavafelder ringsum. Sowohl auf den See als auch auf den Vulkan hatten wir sehr oft wunderschoene Blicke aus den Bergen. Die Sicht wurde auch nur am vorletzten Tag durch das Wetter leicht gestoert, als es auch ein bisschen angefangen hat zu schneien. Aber ansonsten war es tagsueber immer sehr schoen warm inklusive strahlend blauem Himmel.


Und schliesslich gings wieder zurueck nach Tsetserleg, wo ich nach drei Wochen mal wieder ne echte Dusche (wenn auch nur elektrisch) benutzt habe.
Nahe der Stadt gibt es heisse Quellen (richtig heiss!!!), zu denen wir auch noch gefahren sind und wo Antje (mit mir im Schlepptau) endlich mal reiten konnte, zwar nur zwei Stunden, aber dafuer nur wir zwei.

Zurueck in der Hauptstadt

Und dann mussten wir auch schon wieder die lange Busfahrt nach Ulan Bator ueber uns ergehen lassen. Haben wir ganz gut geschafft, nur dass dann in der Familie natuerlich wieder keine Erholung angesagt war, schliesslich kaempfen dort taeglich vier Kinder um deine Aufmerksamkeit und da inzwischen wieder die ganze Familie in der Jurte wohnt, nachdem sie wieder fertig aufgebaut wurde und dann auch noch ein Couchsurferpaaerchen da ist, kanns auch ziemlich eng werden. Aber so wollte ich es ja :)
Die letzten zwei Tage haben Antje und ich vor ihrem Abflug heute unter anderem damit verbracht, auf dem grossen Markt shoppen zu gehen (da gibts echt alles). Unser groesstes Problem war aber, dass am Samstag, nachdem es Freitag noch 27 Grad waren, ploetzlich Eiseskaelte mit Schnee und Sturm ausgebrochen ist. Aber heute ist es schon wieder echt warm. Verruecktes Wetter!

Morgen gehts dann fuer mich weiter, erstmal mit dem Zug zur mongolisch-chinesischen Grenze und dann nach der Grenzueberquerung vermutlich mit nem Bus weiter nach Peking.

Warum geht das russische Touristenvisum nur 1 Monat?

Schon ganz bald muss ich Russland verlassen. Und ich meine wirklich muss, wenn es nach mir ginge, wuerde ich noch hier bleiben.

Mit dem Zug nach Moskau

Land und Leute haben schon angefangen mich zu ueberrumpeln bei der ersten Zugfahrt von Poprad nach Moskau. Mir war schon etwas mulmig zumute, auch als mich die Schaffnerin (die wirklich nur russisch konnte) in mein Abteil zu 2 jungen Kerlen gesteckt hat, bei denen mir zunaechst auch nicht ganz klar war, wie und was ich mit denen besprechen koennte. Doch der Zug war noch nicht einmal los gefahren, da wurde alles fuer mich umgemodelt, und ich kam in ein Abteil mit einer Trainerin und einer Sportlerin. Wie sich naemlich herausstellte, war der gesamte Zug voll mit der russischen Kanu Nationalmannschaft (Wildwasser). Und dann sprach die Trainerin auch noch deutsch, da war meiner Faulheit sei Dank also erstmal nicht viel mit russisch lernen. Ausserdem konnte ich mir Videos vom Wettkampf ansehen, wurde gut umsorgt (mit Essen umhegt und umpflegt, bei Grenzangelegenheiten geholfen und in Moskau dann sogar noch ein Stueck mit der Metro begleitet.)

Moskau

In Moskau bin ich dann direkt zu meinen Gastgebern, die ich ueber couchsurfing.org gefunden habe. Leka und ihr Mann sind beide begeisterte Basejumper und inzwischen schon in Venezuela. Das Vertrauen und die Gastfreundschaft in aller Unkompliziertheit, die mir die beiden entgegengebracht haben, war echt super. Mit beiden habe ich Moskau bei Nacht sehen koennen und einen Diavortrag ueber Venezuela. Allerdings nicht wirklich viel verstanden, aber die Bilder waren schoen anzusehen. Mein Russisch hat auch in Moskau keine grossen Fortschritte gemacht, da ich mit Leka Englisch und Spanisch reden konnte. Dafuer habe ich es trotzdem geschafft, mein Transsib-Ticket selbststaendig zu besorgen, auch wenn ich auf dem Bahnhof ganz schoen umhergeirrt bin. Natuerlich habe ich auch ein paar Touriattraktionen abgehakt, wie den Roten Platz, den Kreml, das Leninmausoleum etc.

In der Transsib nach Irkutsk

Nach 3 Tagen Moskau sollte es dann endlich los gehen mit der Transsib. Ich bin Platzkart, also Grossraumwagen gereist. Wieder hatte ich totales Glueck mit meinen unmittelbaren Nachbarn. Insbesondere eine Pharmazeutin und ihren Sohn Adam, habe ich besonders ins Herz geschlossen, so sehr, dass ich nicht wollte, dass die Zugfahrt vorbei geht…Wir haben Froesche und Boote gefaltet und viel versucht uns zu unterhalten. Endlich musste ich mein Russisch voll entfalten :) Und nicht zum ersten bzw. letzten Mal sollte das Vorurteil widerlegt werden, die RussInnen seien zwar freundlich, aber man muesse schon selbst auf sie zukommen. Quatsch mit Sosse!
Ausserdem habe ich 2 deutschen Mitreisenden in der 1. Klasse immer mal einen Besuch abgestattet. Dort laesst es sich auch aushalten, wobei mir der Kontakt zu den Menschen gefehlt haette. Auf dem einen Foto koennt ihr Blumen im Hintergrund sehen. Die standen nicht auf jedem Tisch. Wer die von wem bekommen hat, bleibt aber mein Geheimnis…
Ich habe uebrigens oben links geschlafen. Konnte also auch tagsueber immer ohne Probleme ins Bettchen gehen. Insgesamt fand ich dieses viel komfortabler als in dem Dreierabteil Richtung Moskau und auch das Flair war viel besser.

In the Jungles of Khamar Daban

Nach 3,5 Tagen, aufgrund der Zeitverschiebung viel zu frueh, bin ich in Irkutsk angekommen. Dort habe ich mit noch drei anderen ein wenig die Stadt erkundet, doch am naechsten Tag sollte es dann schon losgehen zum Workcamp im Gebirge. Und wenn ich schon bis dahin begeistert war von allen RussInnen, die ich naeher kennen lernen durfte, wurde hier noch eins draufgesetzt! In meinem Camp waren naemlich ueber die Haelfte russischer Herkuft. Unsere Gruppe bestand aus einer Leiterin (junge russische Studentin), einer Uebersetzerin (ebenso) und einem Co-Leiter (junger Deutschstudent). Ausserdem waren weitere StudentInnen aus Russland, USA und Deutschland, ein deutscher Abiturient, 2 russische Waldorflehrerinnen, ein englischer Archaeologe, ein englischer Versicherungskaufmann, ein Australier, der auch durch die Welt reist und auf eine reiche Frau hofft und eine russische Mathematikerin (falls meine Erinnerung mich nicht taeuscht). Nicht zu vergessen natuerlich noch Laver und sein achtjaehriger Sohn, die aus dem nahegelegenen Ort sind. Laver ist quasi in den Waeldern aufgewachsen und hat immer mal fuer das Reservat bzw. die Organisation, ueber die auch mein Camp laeuft, gearbeitet.
Unsere Hauptaufgabe war es, eine Umgehung eines sich schnell unter Wasser befindlichen Wegstueckes anzulegen. Das haben wir trotz mehrerer Ruhetage auch mit Bravour geschafft. Ich bin so richtig in der Arbeit aufgegangen, so dass es nich lange gedauert hat, dass ich meinen Ruf Weg hatte. Noch beigetragen dazu haben meine Vorliebe fuer kaltes Wasser und dass ich meine Finger nicht von den Felsbloecken lassen konnte. Aber auch in Deutschland gibt es ja noch genug Leute, die mich (meist im positiven Sinn) fuer verrueckt halten. Zum Arbeiten gehoerten zunaechst markierte Stuecke zu saeubern (grobes Gruenzeuch entfernen), Steine entfernen, alles organische (ca. 1m breit) entfernen, und den Weg dann schoen feststampfen. Auch schicke Stufen mit Holz habe ich gemacht.

Neben dem normalen Arbeiten sind auch alle mal mit Campdienst dran. Dazu gehoert insbesondere das Kochen: 3 Mal am Tag auf offenem Feuer (lecker Brei zum Fruehstuck, Suppe zum Mittag und Abends Nudeln oder aehnliches. Gut, dass ich so begeisterungsfaehig fuer die ganzen Getreidebreis bin :) Nicht so gut, dass ich doch tatsaechlich an nem Regentag mit dem Dienst dran war. Alle konnten sich in der Winterhuette oder im Zelt aufhalten, nur ich stand am Feuer und hab gekocht…Aber nur durch den vielen Regen ist der ja Wald erst so wunderschoen geworden!

Insgesamt habe ich mich aber nicht ueberarbeitet. An den normalen Tagen haben wir frueh und Nachmittag je drei Stunden gewerkelt, so dass auch da genug Zeit zum Entspannen, Baden (im klaren, kalten Fluss), lustige Spielchen (u.a. Moerder in den unterschiedlichsten Varianten), Singen, Gitarre Spielen, Raetsel, Gruselgeschichten etc. war. Erwahnen moechte ich nur den kleinen Matrosen, der fuer Begeisterung gesorgthat und ein Rhythmus-Becher Spiel, zu dem ich noch ein Lied beisteuern konnte. Das schoenste „Spiel“ war aber „mysterious friend“. Bei diesem schenkt dir eine unbekannte Person selbstgemachte Dinge und erleichtert dir auch so das Leben. Ich habe ein Freundschaftsarmband und einen Freund fuer Schwomo bekommen, der wohl aber inzwischen schon in Berlin ist, um erstmal Deutschalnd zu erkunden.

Ausserdem hatten wir Dank unserer schnellen Arbeit insgesamt drei freie Tage. An diesen waren wir am und im See, in der Banja (russische Sauna) und haben an einem Tag erkundet, wo der Weg irgendwann mal hingehen soll: In die Berge von Khamar Daban, denn dort gibt es bisher nur Trampelpfade.
Ich konnte auch voher schon verstehen, warum wir dort gearbeitet haben. Allein der Wald ist toll, nicht umsonst wird mein Projekt mit „In the Jungles of Khamar Daban“ betitelt. Ein bisschen wie Nebelwald inklusive tausenden von Beeren und auch nem Baer (dem ich aber nicht persoenlich begegnet bin).
Ein bisschen vermiest hat mir den Auenthalt ja das englischsprachige Fernsehen aus Moskau, die am Tag kamen, als wir schon abgebaut hatten und auch das ganze Werkzeug schon im Dorf war. Fuer die mussten wir nochmal ein paar Steine auf den Weg schmeissen und so tun, als wuerden wir arbeiten. Und dann kommt durch Zufall James vorbei und fragt, was wir machen und hilft uns ein bisschen…gruselig! Und dann musste auch noch ich fuer ein Interview herhalten…mit meinem besten Englisch, versteht sich ;)

Da ich von Wald und Bergen nicht genug bekommen konnte, entschied ich mich meinen Aufenthalt fern jeglicher Zivilisation noch zu verlaengern. Unsere letzte gemeinsame Nacht mit (fast) allen, haben wir im Dorf in einer Jurte verbracht und ich konnte auch endlich Nachtnacktbaden :) Aber am naechsten Morgen war ich tierisch traurig, die meisten verabschieden zu muessen…

Der Berg ruft

Zunaechst sah das Wetter zwar nicht danach aus, so dass wir, eine Gruppe von 6 BergfanatikerInnen (natuerlich mit dem Local Laver), einen ganzen Tag entscheidungsunfreudig aber mit viel Spass und diversen Lachkraempfen im Ort ausgeharrt haben. Am Ende sind wir dann doch nur zu viert am Abend Richtung Winterhuette aufgebrochen. Neben Laver und mir waren noch Kostya und Dima dabei. Ach ja, und natuerlich Mucha (Muecke), unser treuer Begleiter auf 4 Pfoten.
Ich weiss gar nicht, warum ich solches Glueck habe, mit Freunden ohne bezahlten Guide in die Berge zu gehen. Nicht nur dass es keine Wege dort gibt, auch will ich dort keinem groesseren wilden Tier allein begegnen. (Es sind ja nicht alle so niedlich wie die Streifenhoernchen, die wir fast jeden Tag beim Camp gesehen haben.
Als wir am ersten Abend in der Winterhuette angekommen sind, dachte ich ja erst, das kann ja heiter werden – Laver forderte mich als einzige Frau dazu auf, fuers Essen verantwortlich zu sein. Aber in der Wildnis hat er dann immer meiner Langschlaefrigkeit sei Dank Fruehstueck gemacht.
Richtig in den Bergen, die wir ganz fuer uns alleine hatten, waren wir dann 3 Naechte, wir hatten also 2 Tage Zeit, die wir mit superanstrengenden und total schoenen Rundwanderungen genutzt haben. Und bei einer kleinen Kletterei war ich dann ploetzlich die kompetente und habe Dima und dem Laver, dessen Herz immer schneller schlug, geholfen. Auch ansonsten war niemand ueberheblich oder so. Dafuer waren sie wie die kleinen Kinder, als sie einen Abhang hinunter versucht haben Steine in einen Bergsee zu schmeissen. Da hab ich lieber den Rundblick bei tollem Wetter auf die kleinen und den grossen See genutzt, und natuerlich in die Berge.


Gestern dann sind wir abgestiegen und haben noch eine Nacht bei Laver verbracht, in seiner kleinen Holzhuette, haben Scary Movie 2 gesehen, in guter Claudiamanier natuerlich dabei eingeschlafen, aber dafuer konnte ich dann spaeter bei lauter schlechter russischer Radiomusik nicht mehr schlafen…trotz Wodka :)
Aber insgesamt fand ichs natuerlich auch toll zu sehen, wie Laver wohnt, wenn er nicht in den Bergen oder Waeldern unterwegs ist und ausserdem mussten wir heute eh frueh raus, um wieder nach Irkutsk zu fahren.

Und hier bin ich schliesslich wieder angekommen, zurueck in der Zivilisation, in drei Tagen gehts weiter mit dem Zug in die Mongolei. Ich freu mich drauf, aber eigentlich wuerde ich lieber noch hier bleiben.

Die Reise kann beginnen, der Urlaub ist vorbei…

Da bin ich also, alleine in Poprad, slowakisches Paradies und die Hohe Tatra nur einen Katzensprung entfernt, aber ich fahre noch heute Abend nach Moskau – In einem Dreibettabteil in der Mitte, bin schon ganz gespannt, die lange Fahrt im Grossraumwagen an den Baikalsee kommt ja dann aber erst spaeter.

Seit meinem letzten Eintrag ist schon eine ganze Weile vergangen, aber unterwegs bin ich erst zwei Wochen. Die waren wirklich so richtiger Urlaub, den hatte ich auch noetig, erst Pruefungsstress, dann Buerokratiegedoehns und natuerlich auch immer noch ganz viele Leute treffen wollen. Danke auch nochmal an alle, die das schlechte Wetter nicht von meiner Abschiedsparty ferngehalten hat! Endlich dann im Zug sitzend kam es mir vor, als wuerde eine riesige Last von meinen Schultern fallen, konnte selbst gar nicht traurig sein, sondern hab mich einfach nur noch gefreut, dass es endlich los geht.
Direkt auf der ersten Zugfahrt nach Bratislava ist mir aufgefallen, dass ich es schwer haben werde viel mitzukriegen, wenn das so weiter geht und mir immer gleich die Augen zu fallen…Aber in der Slowakei gings ja vor allem erstmal um die Draussen-Erlebnisse mit Steffi und Susi:

Klettern Súľovské skaly

Sulovske Skaly

Nach einer unvergesslichen Nacht in dem wohlriechendem Zimmer in einem Studentenwohnheim in Bratislava (Red Star Hostel, das war eigentlich schon voll, so dass wir ein nicht hergerichtetes Studentenzimmer bekommen haben. Also ich wuerde es da kein Semester aushalten…) sind wir mit Bahn und Bus weiter nach Sulov auf einen echt idyllischen Zeltplatz gefahren. Obwohl wir in keinem einzigen Bergsteiger- oder Kletterladen einen Kletterfuehrer kriegen konnten, haben wir die naechsten drei Tage bei bestem Wetter super gut abgesicherte Wege klettern koennen. Es war eigentlich immer jemand am Fels mit Topos und auch auf dem Zeltplatz konnten wir bei 2 Dresdnern immer mal in einen Fuehrer rein schauen.
Insgesamt gab es zwar mehr schwere Wege, aber in den Sektoren Pod Hradom und Javor gibts auch im 4.-6. Grad genug Wege. Fuer Steffi war zwar insgesamt leider nicht so viel dabei, aber dafuer hat sie wieder Blut geleckt :) Nach meiner Kletterdurststrecke des letzten halben Jahres war ich aber auch froh, dass Susi so viel vorgestiegen ist. Aber mit Susis Helm, wie man unten sieht, habe ich mich wie immer im Vorstieg auch sehr wohl gefuehlt.

Klettern

Hohe Tatra

Nachdem die finger wund genug waren wurde es Zeit den Ort zu wechseln und so sind wir ueber Poprad nach Tatranska Lomnica gefahren und haben uns nach einer Nacht auf einem Zeltplatz bereit gemacht fuer eine 5taegige Huettentour. Doch es sollte ganz anders kommen…
Der Aufstieg begann weniger schoen… da war alles ziemlich platt gewalzt, von einem Sturm, aber die schlimmeren Schaeden kamen wohl eher von den Ski-Pisten. Aber je hoeher wir kamen, desto schoener wurde es. Das Wetter war uns auch wohl gesonnen bis zum spaeten Nachmittag, so dass wir bis zur Tery Huette auf 2000m Hoehe aufgestiegen sind, obwohl wir eigentlich fuer den ersten Tag nicht so viel vor hatten. Ich persoenlich konnte die tolle Landschaft aber trotzdem geniessen.

Hohe Tatra

Susi hatte schon die ganze Zeit mit einer beginnenden Krankheit zu kaempfen, aber einmal auf den Beinen, war sie beim Aufstieg nicht mehr zu bremsen und dann in der Huette angekommen, ging das Atmen noch schwerer. Die Nacht auf dem Boden des Restaurantraumes der Huette (sie war naemlich voll), war dann auch nicht sonderlich erholsam, so dass wir uns alle dazu entschlossen haben abzusteigen. Das schlechte Wetter, das dann ueber Nacht auch noch dazu kam, hat es uns aber auch einfacher gemacht. So sind wir dann durch entstehende groessere Baeche und schoenen mal staerkeren mal leichteren Regen wieder zurueck zum Zeltplatz gegangen. Echt schade, ich haette gerne mehr von der Tatra gesehen, insbesondere weil ich mich in den Bergen immer wieder total unbeschwert und frei fuehlen kann.
Nach einem Ruhetag haben Steffi und ich Susi noch bis Poprad begleitet, denn sie wollte dann lieber wieder nach Hause.

Slovenský raj

Fuer Steffi und mich gings dann noch weiter ins Slowakische Paradies, wo wir mehrere Tagestouren entlang an Baechen und schoenen Wasserfaellen gemacht haben. Ich kann mir schon ngut vorstellen, wo der name dieses nationalparks herkommt. Staendig musste ich auch Steffi mitteilen, wie idyllisch das doch ist. Aber insgesamt haben mir die weien Blicke, wie man sie in hoeherem Gebirge hat echt gefehlt. Am Besten waere eine Mischung aus dem satten Gruen des Slowakischen Paradieses und den kargen Felsen und der Sicht der Hohen Tatra. Die Mischung kann man hier aber gut hinkriegen, weil beide echt nah sind (weniger als 40 km).
Erstaunlich war uebrigens, dass der Zeltplatz bei Cingov doch tatsaechlich kostenlos war, nur nen Auto haetten wir bezahlen muessen. Dafuer waren auf dem Zeltplatz fast nur Deutsche, das fand ich ja ein bisschen anstrengend, wobei es gut sein kann, dass ichs mir bald wuenschen werde?

Slowakisches Paradies

Gestern dann sind Steffi und ich wieder nach Poprad und nach viel slowakischem Essen und zu viel Hochprozentigem bin ich seit heute frueh alleine. Aber ganz alleine bin ich nicht, denn ein Enna-Monster, das ich Schwomo getauft habe, ist mein Begleiter:

Schwomo

Und noch ein Endspurt

Die Prüfungen geschafft, das Sprachzentrum noch nicht wieder auf der Höhe, aber trotzdem werdet ihr ab sofort meine Erlebnisse, Gedanken und was mich sonst noch so überkommt begleiten können. Der Blog soll euch an meinen mehr oder weniger waghalsigen Blicken über Tellerränder und von den Bergen, aus den Wüsten und Steppen dieser Welt teilhaben lassen. Natürlich werden auch die eingeschränkteren Blicke und Sichten in dichten Wäldern oder in Momenten im Hier und Jetzt nicht ausgespart.
Wo werden all diese Momente sein? Gibt es ein Ziel? Für das nächste Jahr kann ich sagen: Nicht wirklich oder einfach nur schön platt – der Weg ist das Ziel, das nicht genau Wissen, wo es mich hin verschlägt. Geplant werden müssen noch die ersten 3 Monate, Mitte Juli gehts los: Klettern und Wandern in der Slowakei, die Fahrt mit der Transsib nach Irkutsk, arbeiten am Baikalsee, weiter mit der Transsib in die Mongolei und dann nach China. Was danach kommt, wird sich zeigen.